Tag des wissenschaftlichen Schreibens


Teilnehmer des Events "Infotag akademisches Schreiben"
Foto: Constanze Keiderling, edit: Zessko

Der "Infotag akademisches Schreiben" am 4. September 2022, organisiert von der Schreibberatung des Studierendenwerks Berlin und der Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung (gefsus e. V.), lud Interessierte in die Räume des Studierendenwerks Berlin ein, gemeinsam in Vorträgen und Workshops zur Schreibdidaktik nachzudenken. Aus dem Team der Schreibberatung nahmen Fiona Wünsch, Janina Deilke und Alyssa Schmid teil.

Die Veranstaltung wurde mit Heinrich von Kleists Plädoyer, die eigenen Gedanken im Gespräch mit einem Gegenüber zu festigen ("Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" (1805)), eröffnet. Beim akademischen Arbeiten bedeute dies zum einen, ein Gegenüber zum Austausch zu haben und zum anderen, das Schreiben als Tool zu sehen, eigene Gedanken auszuformulieren. Um dies im akademischen Betrieb weiter zu fördern, stelle die Sensibilisierung von Lehrenden eine besonders wichtige Rolle dar. Diesem Gedanken folgend, waren erste Ergebnisse im Workshop "Schreiben in der Lehre", dass Lehrende während des Kursverlaufes mit niedrigschwelligen Schreibaufgaben das Schreiben als Denkprozess fördern könnten. Das Writing Fellow Programm, welches die Schreibberatung der Universität Potsdam auch anbietet, sieht sich diesem Gedanken verpflichtet (weitere Informationen für Lehrende).

Die weiteren Vortragenden stellten die Relevanz des Schreibens als Kernkompetenz für das gesamte (Berufs-)Leben in den Vordergrund und hoben dabei besonders universitäre Schreibzentren als Orte, an denen eben diese Schreibkompetenz effektiv vermittelt werden könne, hervor (ausführliche Informationen).Die Impulsvorträge endeten mit einem Plädoyer für mehr Schreibzentren und -beratungen an Berliner und Brandenburger Hochschulen.

Das Studierendenwerk Berlin stellte anschließend in einem Workshop die Aufgaben der Schreibberatung und den Aufbau der eigenen Schreibtutor:innenausbildung vor. Ein weiterer Workshop, von der Servicestelle für Schreib- und Studienkompetenzen der ASH Berlin bot die Möglichkeit, zu reflektieren, wie Schreibberatung diskriminierungskritisch und empowernd gestaltet werden kann.

Im Rahmen eines Workshops speziell zum Thema "Schreibberatung für Promovierende" wurde unter anderem der Punkt diskutiert, dass die Einbindung der Schreibberatung im Promotionsprogramm oft unzureichend oder nicht vorhanden sei. Während dieser Diskussion konnte zusätzlich ein klarer Beratungsbedarf zum Verfassen einer Promotion herausgestellt werden. 

 

Kontakt: Alyssa Schmid, Fiona Wünsch und Janina Deilke

Veröffentlicht: 09.11.2022