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Abgeschlossene Studien und Teilstudien des Projektes MiSpEx

Zentralstudie A (ZSA)

Die Zentralstudie A bildet die Basis des MiSpEx Forschungsprojekts. Sie wird seit 2011 deutschlandweit an verschiedenen Universitätskliniken und Rehakliniken durchgeführt mit dem Ziel reliable Kenngrößen einer funktionsbezogenen Diagnostik der Wirbelsäulenbelastung zu definieren und validieren. Auf Basis dieser Daten soll eine frühzeitige Abschätzung der Risiko‐ und Schmerzreduktion von Rückenbeschwerden vorgenommen werden können. Erfasst werden verschiedene Faktoren (wie Trainingszustand, allostatische Last, Schmerzempfinden, Lebens- und Versorgungskontext) und Outcome-Kriterien (wie Kraft, Standstabilität, neuromuskuläre Ermüdung, Schmerz) auf deren Grundlage Rückenschmerz quantifizierbar gemacht werden soll. An unserem Fachgebiet werden in dieser Studie die sozialwissenschaftlichen Faktoren koordiniert und erarbeitet.

Zentralstudie B (ZSB): Machbarkeitsstudie

Die sogenannte Machbarkeitsstudie untersucht die Wirksamkeit von körperlicher Aktivität in der Prävention und Rehabilitation von Rückenschmerzen und evaluiert die Frage: Welche zielgruppenadäquaten Interventionen unter Einbeziehung körperlicher Aktivität führen zu einer Risikoreduktion von Rückenschmerzen bei Gesunden bzw. zu einer Schmerzminderung bei Patienten mit existierenden Rückenschmerzen? Die Studie wird im kontrollierten Längsschnitt an mehreren Prüfzentren durchgeführt. Ziel ist die Validierung eines speziellen Trainingsprogramms zur neuromuskulären Adaptation mit und ohne Kombination mit einem psychoedukativen Modul, das neben einer psychoedukativen Maßnahme behavioral-kognitive und psychophysiologische Techniken verbindet. Auch hier werden die sozialwissenschaftlichen Trainingsmodule vom Fachbereich Gesundheitssoziologie erarbeitet.

Parallelstudie PS A3:

Die Studie "STRESS (BE) FINDEN: Neue Stress-Marker in der Schmerzprävention und Gesundheitsförderung" ist eine Teilstudie von MiSpEx in der psychoneuroendokrinologische Mechanismen näher erläutert werden sollen. Sie findet in Kooperation mit der Biopsychologie der TU Dresden statt. Ziel dieser Studie ist die Analyse der Wechselwirkung von psychosozialen Stressoren, physiologischen Stressindikatoren und der Entstehung bzw. Aufrechterhaltung von Schmerz und anderen Symptomen der Überbeanspruchung. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung effizienter Diagnoseinstrumente zur Früherkennung von Risikofaktoren. Die Untersuchungen finden an Personen aus der Allgemeinbevölkerung und an Leistungssportlern statt, da insbesondere im Leistungssport enge Verzahnungen zwischen hoher psychosozialer Belastung, Überbeanspruchung und Schmerzen vermutet werden. Dabei werden psychometrische Instrumente mit innovativen endokrinologischen, immunologischen, metabolischen, kardiovaskulären und anthropometrischen Messungen kombiniert.   

Parallelstudie PSA16: Zentrale Adaption durch Training

"Mit Hilfe bildgebender Verfahren wurden objektive Marker, wie neuronale Veränderungen durch Training oder Schmerz, untersucht. Zudem wurden die kognitive Leistungsfähigkeit und Stressparameter betrachtet.  Im Vergleich führt die multimodale Intervention zur Verbesserung der kognitiven Leistung (Verarbeitungsgeschwindigkeit).“

In der PSA 16 soll an einer Teilstichprobe der Machbarkeitsstudie (MSB) in Kooperation mit der FU Berlin objektiv überprüft werden, ob Trainingseffekte (sensomotorisches Training: unimodal, kognitives Training: multimodal) hinsichtlich dem Erleben von Schmerzen vorliegen. An der 6-monatigen Längsschnittstudie mit 5 Messzeitpunkten nehmen n=22 Personen teil. Ähnlich der PSA 3 werden in der PSA16 die subjektiven Daten der Fragebogenerhebungen der MSB durch experimentelle Verfahren objektiviert. Dabei werden moderne, bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) für die Analyse möglicher Effekte der Trainingsprogramme auf die kortikale Plastizität, Reorganisation oder Konnektivität zwischen den Gehirnstrukturen eingesetzt. Außerdem werden die Stressexposition (Haarcortisol) sowie neuropsychologische Funktionsleistungstests zur kognitiven Leistung (Verarbeitungsgeschwindigkeit, Trail Making Test) gemessen. Die Kombination der Verfahren ermöglicht es, Veränderungen auf struktureller Ebene des Gehirns mit kognitiven Funktionen und dem Stresslevel in Verbindung zu bringen sowie die Ergebnisse mit den subjektiven und trainingswissenschaftlichen Daten der Hauptstudie abzugleichen.
 

Förderung: Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Laufzeit: 2011-2018)