Wiktoria Janecko, M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Projektstelle, Leibniz Gemeinschaft)
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Zum Projekt:
Back to the roots: populärkulturelle Re-Inszenierungen der polnischen „Solidarność“-Bewegung
Die „Solidarność“-Bewegung gilt als zentrales Ereignis der jüngeren europäischen Geschichte und als Symbol des Widerstands gegen das kommunistische Regime. Dieses Teilprojekt untersucht, wie die Frühphase der Bewegung 1980/81 sowie die Zeit der Wende in gegenwärtigen populärkulturellen Formaten – insbesondere im Musical 1989 und seinen Songs – neu erzählt werden. Auffallend ist u.a. ein neuer Blick auf die Bedeutung von Frauen in der Bewegung, nachdem dies jahrelang marginalisiert wurde. Ausgangspunkt des Projekts ist das wachsende Interesse in der Forschung sowie in kulturellen Produktionen an der inklusiven, partizipativen Praxis der frühen „Solidarność“-Bewegung, in der Arbeiter:innen und Intellektuelle gemeinsame Handlungsräume entwickelten.
Das Konzept der „Wurzeln“ – verstanden nach Simone Weil als Verwurzelung in der Gemeinschaft – ist dabei zentral: Zeitgenössische populärkulturelle Formate greifen die ursprünglichen Praktiken der „Solidarność“ aus der Frühphase 1980/81 auf, um die gelebte Solidarität und die aktive Beteiligung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen performativ aufzuzeigen. Im Unterschied zu postsozialistischen Narrativen nach 1989, die die Bewegung oft symbolisch überhöhten bzw. politisch vereinnahmten, (re-)konstruieren die aktuellen Formate die „Solidarność“-Bewegung als eine lebendige, kollektive Praxis und bieten somit einen alternativen Entwurf zur politischen Mainstream-Deutung.