Kaleidoskop Schule: Vielfalt als Motor für Schulentwicklung
| Leitung | Dr. Camilla Rjosk |
| Projektkoordination | Dr. Cindy Ballaschk |
| Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen | Martin Bücher, Dr. Lena Külker, Dr. Franziska Rogge |
| Studentische Mitarbeiter*innen | Anna Picht, Anna-Lena Hahne, Maria Christina Agerkop, Anine Özmen, Helene Przygoda |
| Ehemalige Mitarbeiter*innen | Dr. Theresa Mros, Lara Collier |
| Laufzeit | seit März 2024 |
| Förderung | Finanzierung über den Lehrstuhl |
| Kontakt | vielfalt-schuleuuni-potsdampde |
Über das Projekt
Kaleidoskop Schule ist ein Forschungsprojekt, das sich mit dem Umgang mit Vielfalt an Schulen beschäftigt. Das Projekt zielt darauf ab, schwerpunktmäßig Schulen in der Region Brandenburg zu unterstützen, ihre Schüler:innen in ihrer Vielfalt noch stärker anzuerkennen, wertzuschätzen und zu fördern. Wir erforschen, wie Schulen mit der Vielfalt ihrer Schüler:innen umgehen, um bestehende Ressourcen und vorhandene Bedarfe zu analysieren. Anschließend wollen wir gemeinsam mit Schulen Strategien erarbeiten, die praktische Unterstützung und konkrete Werkzeuge bieten, um ihre Schulentwicklungsprozesse zu gestalten.
Projektziele
Aufbau eines Schulnetzwerks: Entwicklung eines Netzwerks von Schulen der Sekundarstufe in Brandenburg zur gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung von Strategien zum förderlichen Umgang mit Vielfalt.
Förderlicher Umgang mit Vielfalt: Unterstützung von Schulen, die individuellen Stärken und Bedürfnisse ihrer Schüler:innen zu berücksichtigen.
Nachhaltige Schulentwicklung: Schulen nachhaltig dabei begleiten, ihre Schulentwicklungsprozesse so zu gestalten, dass sie der Vielfalt ihrer Schüler:innen gerecht werden.
Projektphasen
Pilotstudie (März-Juni 2024)
Die Pilotstudie untersuchte, wie weiterführende Schulen in Berlin mit Vielfalt umgehen. Grundlage boten Interviews mit Lehrkräften und einer Schulleitung, um bestehende Herausforderungen und Ansätze zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Schulen verschiedene Vielfaltsdimensionen ihrer Schüler:innen wahrnehmen und wertschätzen. Gleichwohl sehen sie eine Diskrepanz im eigenen Anspruch der Vielfalt der Schüler:innen gerecht zu werden und dessen Umsetzung im Schulalltag.
Hauptstudie I - Onlinebefragung (November 2025-Februar 2026)
Im Rahmen unserer Onlinebefragung haben wir Lehrkräfte und Schulleitungen an 31 weiterführende Schulen in Brandenburg (Gesamtschulen, Gymnasien, Oberschulen) zu folgenden Themen befragt:
- Wie nehmen Lehrkräfte und Schulleitungen Vielfalt im Schulalltag wahr?
- Welche Strategien nutzen Sie im Umgang mit vielfältigen Schüler:innengruppen?
- Wo liegen Herausforderungen und Entwicklungsbedarfe?
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der Befragten den Umgang mit der Vielfalt der Schüler:innen als wichtiges bis sehr wichtiges Thema ansieht. Sogar 95 % der befragten Lehrkräfte und Schulleitungen betrachtet die Vielfalt ihrer Schüler:innen als Chance bzw. Bereicherung. Die Antworten verdeutlichen zugleich, dass Schulen bereits unterschiedliche Strategien im Umgang mit Vielfalt umsetzen und zugleich weitere Entwicklungsbedarfe benennen. Dabei lassen sich sowohl auf Schul- als auch auf Unterrichtsebene wiederkehrende Schwerpunkte erkennen.
Auf der Schulebene zählen die Mitbestimmung von Schüler:innen, die Verankerung von Vielfalt im Schulprogramm sowie die Arbeit von schulischen Entwicklungs- und Arbeitsgruppen zu den am häufigsten genannten Strategien. Die Befragten beschreiben damit Ansätze, die Vielfalt nicht allein als Thema einzelner Lehrkräfte verstehen, sondern als Bestandteil schulischer Organisationsentwicklung. Auf der Unterrichtsebene werden vor allem kooperative Lernformen, lebensweltorientierte Unterrichtsinhalte sowie die kritische Prüfung von Unterrichtsmaterialien auf stigmatisierende Darstellungen genannt. Die Befragten beschreiben damit Strategien, die an den konkreten Lern- und Unterrichtsprozessen ansetzen.
Hauptstudie II - Interviewbefragung (Juni- Oktober 2026)
Im zweiten Teil der Hauptstudie befragen wir acht der 31 Schulen, an denen Lehrkräfte und Schulleitungen bereits an der Fragebogenstudie teilgenommen haben. Ziel ist es, die dort gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und um die Perspektiven der Menschen zu ergänzen, die Schule täglich gestalten.
An jeder Schule führen wir ein leitfadengestütztes Einzelinterview mit der Schulleitung sowie ein Gruppeninterview mit drei bis vier Lehrkräften durch. Die Gespräche folgen denselben Themenschwerpunkten wie die Fragebogenstudie und erlauben es, Antworten nachzufragen, Widersprüche zu verstehen und Zusammenhänge sichtbar zu machen, die ein Fragebogen allein nicht erfassen kann.
Im Mittelpunkt stehen vier Fragen: Entlang welcher Dimensionen nehmen Lehrkräfte und Schulleitungen die Vielfalt ihrer Schülerinnen und Schüler wahr? Wie gehen Schulen derzeit mit dieser Vielfalt um? Welche Bedarfe zur Weiterentwicklung benennen die Befragten? Und welche Bereitschaft bringen sie mit, sich an Prozessen der Schulentwicklung zu beteiligen?
Netzwerkgründung (ab Herbst 2026)
Die acht Schulen, die an der Interviewstudie teilgenommen haben, erhalten die Möglichkeit sich für ein Campusschulen-Netzwerk zu bewerben. Das Netzwerk bringt ca. 3 Schulen zusammen, die gemeinsam Entwicklungsziele im Bereich Vielfalt erarbeiten und verfolgen. Im Mittelpunkt stehen kollegialer Austausch, gemeinsames Lernen und die enge Verzahnung mit der universitären Lehre der Universität Potsdam.
Mittelfristig ist es geplant, dass Studierende im Rahmen ihres Studiums Konzepte für die Netzwerkschulen erarbeiten und diese vor Ort erproben. So profitieren Schulen von frischen Ideen und konkreten Materialien, während Studierende ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis anwenden und weiterentwickeln.