Übersicht: Forschungsthemen im Arbeitsbereich

Zusammenhänge von Interesse und Lernen unter Berücksichtigung des Arbeitsgedächtnisses und des Vorwissens

Interesse stellt eine günstige Ausgangsbedingung für Lernprozesse dar. Am Arbeitsbereich erforschen wir den Zusammenhang von Interesse und Lernen im Inhaltsbereich des frühen naturwissenschaftlichen Sachunterrichts. Hier fokussieren wir affektiv-motivationale sowie kognitive Effekte der Berücksichtigung von individuellen Interessen bei der Vermittlung von Lerninhalten in der Grundschule.

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DFG-Projekt IMAL1

Ausgewählte Publikationen:

Laufs, A.-K. & Kempert, S. (2021). Außerschulische Interessen als Ressource für die individualisierte Vermittlung der Variablenkontrollstrategie in der Grundschule. Unterrichtswissenschaft. Online- Vorveröffentlichung. DOI: 10.1007/s42010-020-00092-6

Laufs, A.-K. & Kempert, S. (2021). Individualisierte Vermittlung von Lerninhalten: Welchen Nutzen hat der Einbezug außerschulischer Interessen für den Lernerfolg? In N. Böhme, B. Dreer, H. Hahn, S. Heinecke, G. Mannhaupt & S. Tänzer (Hrsg.): Mythen, Widersprüche und Gewissheiten der Grundschulforschung: Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme nach 100 Jahren Grundschule(Jahrbuch Grundschulforschung, Bnd. 25, S. XXX). Wiesbaden: Springer VS.

Einstellungen und Normorientierungen in inklusiven Lehr-Lernkontexten

Forschungen zum Lehren und Lernen im Kontext schulischer Inklusion sind ein mittlerweile fest etablierter Strang der deutschen Bildungsforschung. Neben der empirischen Betrachtung spezifischer Unterrichtsmerkmale lassen sich auch eine Reihe personenbezogener Merkmale identifizieren, deren Betrachtung im Zusammenhang mit Gelingensbedingungen von Inklusion sinnvoll erscheinen.

Einstellungen von Lehrkräften und Lernenden sind ein Beispiel für solche personenbezogenen Kriterien. Dieses sozialpsychologische Konstrukt gilt als eine der wichtigsten Gelingensbedingungen im gemeinsamen Unterricht, das heißt Unterricht von Kindern mit einem und ohne einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Die Erforschung von Zusammenhängen, Auswirkungen und der Veränderbarkeit von Einstellungen und ist daher von großem Interesse in der inklusiven Bildungsforschung. 

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt des Arbeitsbereichs beschäftigt sich mit Bezugsnormorientierungen von Lehrkräften. Auch das Konstrukt der Bezugsnormorientierung kann als personenbezogenes Merkmal im schulischen Kontext betrachtet werden. Bezugsnormen gelten dabei als Referenzsysteme, um (Schüler:innen-) Leistungen als solche wahrnehmen und bewerten zu können. Im Arbeitsbereich interessieren wir uns insbesondere für die Beschaffenheit, Strukturen und Auswirkungen der Bezugsnormorientierungen von Grundschullehrkräften in inklusiven Lernsettings.  

Englischsprachiger Medienkonsum und die Auswirkung auf die Englischkompetenz von Jugendlichen in Deutschland und der Schweiz

Der Ausbau des Internets und der allgemeine technische Fortschritt ermöglichen heutzutage den Zugriff auf eine Vielzahl englischsprachiger Medieninhalte sowie die Kommunikation mit Menschen aus anderen Ländern. Damit einher geht die gesteigerte Möglichkeit für informelle Spracherwerbssituationen, in denen Lernende spielerisch in Kontakt mit der englischen Sprache kommen und ihre sozialen und interkulturellen Fähigkeiten erproben können. Im deutschsprachigen Raum fehlt es bisher an belastbaren empirischen Befunden zu diesem Themengebiet. Im Arbeitsbereich wird untersucht, inwieweit Jugendliche in Deutschland und der Nordwestschweiz über verschiedene Medienkanäle mit Englisch in Kontakt kommen. Gleichzeitig wird explizit auch nach den sozialen Bedingungsfaktoren des Medienverhaltens gefragt und der Zusammenhang mit der Englischkompetenz der Lernenden untersucht.

Ausgewählte Publikationen:

Keller, S., Fleckenstein, J., Krueger, M., Köller, O. & Rupp, A. (2020). English writing skills of students in upper secondary education: Results from an empirical study in Switzerland and Germany, Journal of Second Language Writing, 48, 100700, doi: 10.1016/j.jslw.2019.100700.

 

Effekte von Zwei- und Mehrsprachigkeit und ihre Relevanz für schulisches Lernen

In einer Reihe von Forschungsvorhaben wird der Zusammenhang von (zuwanderungsbedingter) Mehrsprachigkeit und kognitiver Entwicklung adressiert. Für verschiedene, schulisch relevante Inhalte wie Mathematik oder das Erlernen einer weiteren Fremdsprache wird geprüft, ob und in welcher Weise Mehrsprachigkeit eine Ressource darstellt, die über die grundsätzliche Beherrschung der Zweitsprache hinausgeht.

Ausgewählte Publikationen:

Edele, A., Kempert, S., & Schotte, K. (2018). Does competent bilingualism entail advantages for the third language learning of immigrant students? Learning and Instruction, 58, 232-244. https://doi.org/10.1016/j.learninstruc.2018.07.002

Maluch, J. T. & Kempert, S. (2017). Bilingual profiles and third language learning: the effects of biliteracy, manner of learning, sequence of acquisition, and language use practices. International Journal of Bilingual Education and Bilingualism, 1-13. DOI: 10.1080/13670050.2017.1322036

Maluch, J. T., Neumann, M., & Kempert, S. (2016). Bilingualism as a resource for foreign language learning of language minority students? Empirical evidence from a longitudinal study during primary and secondary school in Germany. Learning and Individual Differences, 51, 111-118.

Saalbach, H., Gunzenhauser, C., Kempert, S., & Karbach, J. (2016). Der Einfluss von Mehrsprachigkeit auf mathematische Fähigkeiten bei Grundschulkindern mit niedrigem sozioökonomischem Status. Frühe Bildung, 5 (2), 73-81.

Maluch, J. T., Kempert, S., Neumann, M., & Stanat, P. (2015). The effect of speaking a minority language at home on foreign language learning. Learning and Instruction, 36, 76-85.

Kempert, S. & Hardy, I. (2015). Children's scientific reasoning in the context of bilingualism. International Journal of Bilingualism, 19 (6), 646-664.

Kempert, S. & Hardy, I. (2012). Effekte von früher Zweisprachigkeit auf das deduktive Schließen im Grundschulalter. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 44 (1), 27-39.

Kempert, S., Saalbach, H. & Hardy, I. (2011). Cognitive benefits and costs of bilingualism in elementary school students: The case of mathematical word problems. Journal of Educational Psychology, 103 (3), 547-561.

 

Die Rolle der Sprache für schulisches Lernen einschließlich Möglichkeiten ihrer Förderung

In einer Reihe von Publikationen wird der Forschungsstand zum Zusammenhang von Sprache und schulischer Entwicklung aufbereitet und zusammengefasst. Dabei wechselt der Fokus zwischen Befunden auf Ebene von großangelegten Studien der empirischen Bildungsforschung einerseits und Befunden psychologischer und sprachwissenschaftlicher Studien andererseits. Zudem fallen in dieses Feld auch Ansätze zur Förderung sprachlicher Fähigkeiten im Vor- und Grundschulalter.

Ausgewählte Publikationen:

Kempert, S., Schalk, L., & Saalbach, H. (2019). Sprache als Werkzeug des Lernens: Ein Überblick zu den kommunikativen und kognitiven Funktionen der Sprache und deren Bedeutung für den fachlichen Wissenserwerb. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 66, 176-195, DOI: http://dx.doi.org/10.2378/PEU2018.art19d

Kempert, S., Edele, A., Rauch, D., Paetsch, J., Darsow, A., Wolf, K., Maluch, J., & Stanat, P. (2016). Die Rolle der Sprache für zuwanderungsbezogene Ungleichheiten im Bildungserfolg. In: C. Diehl, C. Hunkler & C. Kristen (Hrsg.), Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf: Mechanismen, Befunde, Debatten (S. 157-241). Wiesbaden: VS Verlag

Kempert, S., Götz, R., Blatter, K., Tibken, C., Artelt, C., Schneider, W., & Stanat, P. (2016). Training early literacy related skills. Which contribution does a musical training make to phonological awareness development? Frontiers in Psychology, 7: 1803