Was bleibt vom Technologiecampus?

leuchtendes 1 Liter Glas, rote Suspension
Foto: Ernst Kaczynski, Universität Potsdam

Ein erfolgreicher Wissens- und Technologietransfer (WTT) fußt auf sehr unterschiedlichen Gelingensfaktoren (u. a. Befähigung der Akteure, Relevanz der Aufgabe, Ressourcen, ...), bedarf aber daneben auch immer eines Aktionsraumes, in dem die Akteure des Transfers sich austauschen und miteinander interagieren, den Transfer von Wissen und Erfahrungen tatsächlich realisieren und somit auch Innovationen befördern (vgl. Schmidt, 2020; Knudsen et al., 2021). Die im Rahmen des Teilprojektes Technologiecampus (TC) getesteten Joint Lab-Ansätze bieten genau solch' einen Transferraum, in dem ein gemeinsames Arbeiten, Nachdenken und Experimentieren der Akteure aus Forschung und Wirtschaft ermöglicht wird. Nach fünf Jahren Projektlaufzeit sollen folgende Projekterfahrungen näher beleuchtet werden:

  1. Inhaltlich wurde das Transferverständnis von Joint Labs an der Universität Potsdam erweitert.
  2. Strukturell wurden zwei neue Joint Labs konkret etabliert, zwei weitere befinden ich sich noch in der Aufbauphase.
  3. Konzeptionell wurde ein Erfolgsmodell für Joint Labs abgeleitet, welches konkrete Gelingensfaktoren für Joint Lab-artige Transferräume benennt.
  4. Strategisch konnte die Bedeutung von Joint Labs auch bei der Hochschulleitung und bei Potsdam Transfer verankert werden.

 

1. Inhaltliches Transferverständnis von Joint Labs

Im Gegensatz zu den bisher an der Universität Potsdam etablierten Joint Labs, welche ohne feste Ressourcenbindung eher zur Absicherung einer partnerschaftlichen Nutzung mit jeweils 1-2 außeruniversitären Forschungseinrichtungen gegründet wurden, hat die Innovative Hochschule Potsdam Joint Labs bewusst als Transfer-Kooperationsformate zur Zusammenarbeit mit auch Partnern aus der Wirtschaft definiert. Joint Labs an der Universität Potsdam sind damit einer wesentlichen Herausforderung unserer Zeit entgegengetreten, Forschung an Hochschulen im Sinne neuer, transparenter Transferformate zu öffnen (vgl. Stifterverband, 2021). In den neu etablierten Joint Labs treffen sich Forschende und Anwendende, um sich auszutauschen und gemeinsam Dinge auszuprobieren. Die beteiligten Akteure teilen dabei ihre Expertisen, das Wissen einer bestimmten Methode, einer Rezeptur, eines Bauplans, Hintergrundinformationen, Erfahrungen, Zugänge zu Datenbanken oder Netzwerken, oder auch konkrete Technik, den Zugang zu eigenen Geräten, Arbeitszeit, oder sonstige Ressourcen. Das Teilen und Agieren erfolgt immer unter Beachtung der rechtlichen Möglichkeiten und unter Beibehaltung der jeweiligen Eigenständigkeit. Der Austausch und das gemeinsame Experimentieren geschehen auf Augenhöhe und mit dem Ziel, gemeinsam zu neuen Erkenntnissen und Projekten zu gelangen. Am Ende steht der Wunsch, in gemeinsamer Ko-Kreation zu Innovationen beizutragen. 

Illustration: Idealtypischer Aufbau eines Joint Labs (3 Stufen)
Bild: Julia Depis
Grafik 1

Um tatsächliche, ko-kreative Innovationsforschung zu ermöglichen, wurde für die Potsdamer Joint Labs ein 2-Stufen-Modell etabliert. Dieses unterscheidet in eine sehr offene Demonstrationsphase, in welcher sich das Kooperationsangebot an quasi jeden externen Innovationspartner/Maker/interessierten Laien richtet, und eine geschlossene Projektphase, in der die Weiterentwicklung spezieller Innovationsideen mit exklusiven Partnern im Rahmen vereinbarter Projekte erfolgt (Grafik 1).

Das Vorgehen nach diesem Stufenmodell machte eine neue Form von sehr offenen Kooperationen mit externen Partnern möglich (Bergner & Siegling, 2020; Bergner et al., in prep). Die Definition der neuen Joint Labs als WTT-orientierte Transferräume hat sich für die Universität Potsdam als große Chance dargestellt, weil durch die neuartigen Joint Labs

Illustration: Idealtypischer Aufbau eines Joint Labs (3 Stufen)
Bild: Julia Depis
Grafik 1
  • interdisziplinäre, an der Universität Potsdam/am Potsdam Science Park etablierte Expertisen und WTT-relevante Ressourcen besser vernetzt werden, 
  • vorhandene Ressourcen und Expertisen auch für Externe leichter und sehr niederschwellig zugänglich werden,
  • das Potenzial für mögliche, neue Kooperationen mit Externen schneller evaluiert werden kann, und
  • die Universität Potsdam als Kooperationspartner auch überregional sichtbarer wird.

Die im Rahmen der Innovativen Hochschule vorgeschlagene, erweiterte Sichtweise von Joint Labs sollte daher in den WTT-Kanon der Hochschule übernommen und von Potsdam Transfer konsequent weiterverfolgt werden.
 

Das Joint Lab wurde bereits ab 2019 in die Betriebsphase überführt und hat als Zwillingslabor zwischen Forschung und Anwendung die Forschung im Bereich optischer Prozessanalytik sowie faseroptischer Spektroskopie und Sensorik verfolgt. Hier erzielte Forschungsergebnisse werden zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft soweit angepasst und systematisch weiterentwickelt, dass sie erfolgreich in die Anwendung gebracht werden können. Es wurden mehrfach Anbahnungsprojekte mit Unternehmen durchgeführt und erste Projekte im Rahmen von Auftragsforschung eingeworben. Das Labor ist verstetigt, besitzt entsprechende Grundausstattung und ist strukturell der Transferprofessur von Prof. Hans-Hennig von Grünberg zugeordnet. Hier kommen Sie auf die Webseite vom innoFSPEC-Transferlabor ...

 

 

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Foto: Tobias Hopfgarten

2. Konkret etablierte Joint Labs als strukturelle Bereicherung der Universität Potsdam

Im Rahmen des Teilprojektes wurden zwei neue Joint Labs konkret etabliert, zwei weitere befinden sich noch in der Aufbauphase:

1. Joint Lab OPAT (Optische Prozessanalysetechnologien, bis 09/2022) bzw. innoFSPEC-Transferlabor (ab 10/2022)

Wurde bereits ab 2019 in die Betriebsphase überführt und hat als Zwillingslabor zwischen Forschung und Anwendung die Forschung im Bereich optischer Prozessanalytik sowie faseroptischer Spektroskopie und Sensorik verfolgt. Hier erzielte Forschungsergebnisse werden zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft soweit angepasst und systematisch weiterentwickelt, dass sie erfolgreich in die Anwendung gebracht werden können. Es wurden mehrfach Anbahnungsprojekte mit Unternehmen durchgeführt und erste Projekte im Rahmen von Auftragsforschung eingeworben. Das Labor ist verstetigt, besitzt entsprechende Grundausstattung und ist strukturell der Transferprofessur von Prof. Hans-Hennig von Grünberg zugeordnet. 

2. Joint Lab BioF (Biofunktionale Oberflächen)

Wurde als virtuelle Plattform in Kooperation mit den Fraunhofer-Instituten Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP und Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse IZI-BB aufgebaut. Im Expertise-Pool des Joint Labs werden chemische und biologische Materialien mit neuen Funktionalitäten kombiniert, z. B. als Antikörper, Aptamere oder Peptide mit spezieller Lumineszenz, Hydrophilie und Hydrophobie, Thermo-Responsivität oder anderem. Kooperationsangebote richten sich an Partner aus den Bereichen Medizin, Diagnostik und Materialwirtschaft. Ab 2022 wurden erste Pilotprojekte akquiriert. Das Joint Lab ist strukturell am Fraunhofer-Leistungszentrum „Integration biologischer und physikalisch-chemischer Material-funktionen“ beheimatet und wird hier weitergeführt werden.

3. Joint Lab Drohnen & Sensorik

Das Vorhaben sollte mit dem Kernelement einer gemeinsam nutzbaren Drohnen-Start- und -Testfläche etabliert werden. Zahlreiche Pilotprojektideen konnten mit Partnern aus der Wirtschaft entwickelt werden. Der Bedarf für eine Joint Lab-Lösung konnte eindeutig verifiziert werden, doch leider konnte das Vorhaben noch nicht umgesetzt werden. Derzeit wird geprüft, ob eine EFRE-Förderung für die Realisierung einer Drohnen-Start- und -Testfläche genutzt werden könnte. Idealerweise würden sich hierfür die Universität Potsdam, das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. ATB, sowie das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ zusammentun (laufende Gespräche). Für die strukturelle Angliederung des Joint Lab gibt es Vorschläge.

4. Joint Lab VR/AR (Virtual Reality/Augmented Reality)

Auch für dieses Joint Lab wurde ein umfängliches Konzept vorgelegt. Das Joint Lab fokussiert auf den transdisziplinären Austausch zu Nutzungskonzepten von Augmented Reality und Virtual Reality – explizit auch im Diskurs mit externen Nutzenden und Entwickelnden. Die Umsetzung des Joint Lab-Konzeptes wurde mit allen relevanten Gruppen an der Universität Potsdam umfänglich diskutiert, wobei teilweise auch Differenzen auftraten. Eine multidisziplinäre Nutzergruppe hat 2021 einen DFG-Großgeräteantrag gestellt und plant die Einrichtung des Joint Labs im neuen Forschungsbau (Haus 32) des Campus Golm. Ein Raum steht zur Verfügung. Strukturell würde das Joint Lab dem Institut für Geowissenschaften zugeordnet werden.

Mit der Konzeptionierung und dem Aufbau der konkreten Joint Labs hat das Teilvorhaben einen wichtigen Beitrag für konkret gestaltbaren Transfer an der Universität Potsdam geleistet.

Frau mit fliegender Drohne an einem Acker
Bild: Manu Padilla, Adobe Stock

3. Konzeptionelle Weichenstellung und Vorschlag konkreter Gelingensfaktoren für Joint Labs

Auf Grundlage der Erfahrungen aus den Joint Labs konnten verschiedene Faktoren für den Erfolg der Organisationsgrenzen-überschreitenden Kooperation und Ko-Kreation abgeleitet werden. Diese gliedern sich in (a) die Befähigung der Akteure für Transfer, (b) strukturelle und (c) institutionelle Rahmenbedingungen sowie (d) Faktoren der Gestaltung des Innovationsprozesses. Die Universität Potsdam ist hinsichtlich (a) und (d) exzellent aufgestellt und die Innovative Hochschule konnte hier auf gute Strukturen aufbauen, etwa in der Entrepreneurship Education, in der Sensibilisierung für Gründung und Transfer (Transferfrühstück, HowTo, FromLab2Net, StartRampe, Nachdenken über Transfer etc.). Das Teilprojekt Technologiecampus konnte sich daher auf die Definition der (b) strukturellen und (c) institutionellen Rahmenbedingungen fokussieren. Für (b) wurden Prozesspfade definiert, was z. B. die Klärung der zu nutzenden Infrastruktur betrifft (Bergner & Hartwig, 2022), es wurden Protokolle für die Formulierung von Geheimhaltungsvereinbarungen, die Angebotskalkulation und Projektverträge erstellt (Hartwig et al., 2022). Insbesondere wurden grundsätzliche rechtliche Fragen zur Trennung von wirtschaftlicher und nicht-wirtschaftlicher Tätigkeit im Sinne des EU-Beihilferechts geklärt (Empting, 2021). Darauf aufbauend können in Zukunft Kooperationsanfragen externer Partner schneller und professionell beantwortet werden. 

Hinsichtlich der (c) institutionellen Ausstattung von Joint Labs hat sich gezeigt, wie notwendig es ist, dass ein:e Manager:in für die Vernetzung der internen Akteure, die Ansprache der externen Partner, das Abwickeln der Angebote und Vertragsdetails sowie die Leitung der technischen Zusammenarbeit zur Verfügung steht. Hierfür benötigt er/sie nicht nur eine gewisse fachliche Nähe zum Thema des Joint Labs, sondern auch WTT-Erfahrungen. Nachweislich ist für die Projektanbahnung eine Strategie mit einem Marketingkonzept und einer strategischen Vernetzung mit Stakeholdern auf regionaler und überregionaler Ebene förderlich. Auch hier kann der/die Manager:in unterstützen und Aufgaben entsprechend übernehmen. Ein Minimalbudget für Reisen, Messeteilnahmen, Marketingprodukte sowie Laborkosten im Anbahnungsprozess (Demonstrationsphase) sollte sichergestellt sein. Nach unserer Recherche konnte von allen Potsdamer Joint Labs allein das Joint Lab OPAT aufgrund der vorhandenen Ausstattung den Nachweis der kurzfristig erfolgreichen WTT-Zusammenarbeit auch mit Wirtschaftspartnern erbringen. Die Höhe der konkreten Ausstattung sollte im Einzelfall verhandelt werden.
 

Augmented Reality 3D cave
Foto: Thilo Schoch

4. Strategische Bedeutung für die Universität Potsdam

Durch den Aufbau der Joint Labs hat das Projektvorhaben Innovative Hochschule auch zu einem Diskurs von Herausforderungen im Transfer an der Universität Potsdam beigetragen, die teilweise noch gelöst werden müssen. Einige dieser Herausforderungen stehen im Widerspruch zur geforderten offenen Kooperationskultur des Transfers. Hierzu gehören die folgenden Punkte:

  1. Einige Arbeitsgruppen sehen in der Etablierung einer gemeinsamen Infrastrukturplattform (z. B. Joint Lab) das Problem, dass sie Ressourcen mit anderen Arbeitsgruppen teilen sollen. Das steht im Widerspruch zu bisherig praktiziertem Vorgehen an der Universität Potsdam mit einer arbeitsgruppenweisen Zuordnung von Infrastruktur. 
  2. Einige Arbeitsgruppen sehen die Kooperation mit Unternehmen kritisch, da sie darin nicht ihre prioritäre Aufgabe als Forschende sehen und/oder weil sie ethische Bedenken haben, mit wirtschaftlich tätigen Partnern zu kooperieren. 
  3. Einige Arbeitsgruppen haben Bedenken, sich einer neuen Governance-Struktur anzupassen/unterzuordnen, weil sie selber bereits funktionierende Strukturen des interdisziplinären Austauschs etabliert haben. Sie fürchten in der fachlichen Frage ggfs. Deutungsverlust bzw. schwindenden Gestaltungseinfluss auf Universitätsebene - und darüber hinaus. 
  4. Einige Arbeitsgruppen bezweifelten generell den Mehrwert einer zusätzlichen Transferstruktur (z. B. Joint Lab) und bewerten das Verhältnis von Aufwand und Nutzen als unbefriedigend.
     

Neben den – mal sehr offen, mal eher indirekt geäußerten – Bedenken stellte sich regelmäßig auch der Eindruck ein, dass die Zuständigkeit des Vorhabens Inno-UP bzw. die Verantwortlichkeit von Potsdam Transfer für den Aufbau von Joint Lab-Strukturen in Frage gestellt wurde. Die Gestaltungsrolle des Technologiecampus (bzw. Potsdam Transfer) gegenüber etablierten Entscheidungsebenen (Kanzler; Dezernat 1 – Planung, Statistik, Forschungsangelegenheiten; Dezernat 4 – Haushalt und Beschaffung; Bauverwaltung; Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) wurden wiederholt in Frage gestellt.


Um diese Hindernisse zu überwinden schlagen wir vor, folgende Schritte zu erwägen:

  1. Eine klare, öffentliche Formulierung des Willens ist notwendig, Joint Labs an der Universität Potsdam/am Potsdam Science Park für Ziele des WTT aufzubauen. WTT-orientierte Joint Labs sollten sich von sonstigen partnerschaftlichen Kooperationsverbünden (insb. mit außeruniversitären Partnern) auch hinsichtlich der Namensgebung abgrenzen. Eine Trennung in „Innovations-Netzwerke“, „Plattformen“ etc. wäre denkbar. Etablierte Joint Labs sollten auf der Website der Universität Potsdam in einer eigenen Rubrik aufgelistet werden.
  2. Die Federführung für die Etablierung von WTT-orientierten Joint Labs in Abgrenzung zu sonstigen partnerschaftlichen Kooperationsverbünden sollte allein Potsdam Transfer übertragen werden. Die konkrete Einrichtung sollte selbstverständlich den Regularien und etablierten Entscheidungswegen an der Hochschule folgen und mit den verwaltungstechnisch zuständigen Abteilungen für Rechtsverträge, Ressourcennutzung etc. abgestimmt werden. Potsdam Transfer hätte damit ein Mandat für die Etablierung und die Begleitung von WTT-orientierten Joint Labs. 
  3. Es sollten Grundzüge für die Laufzeit, die erwarteten KPI (charakteristische Kennzahlen) sowie die Ausstattung aller Joint Labs an der Universität Potsdam formuliert werden.

 

Resumee

Die Etablierung von WTT-orientierten Joint Labs, die das Ziel unterstützen, niederschwellig und schnell mit möglichen externen Partnern in den Austausch zu kommen, um mögliche gemeinsame Kooperationsvorhaben zu evaluieren, haben herausragendes Potenzial für die Universität Potsdam aufgezeigt. Die Nachfrage nach den in Joint Labs offerierten Nutzungsmöglichkeiten ist sehr hoch.

Joint Labs können einen entscheidenden Beitrag leisten für mehr kollaborativ genutzte Ressourcen/Infrastrukturen an der Universität Potsdam und darüber hinaus. Insbesondere könnte der Ausbau von Joint Labs parallele Unternehmungen (Kanzler, Zentrale Abteilung, Vorhaben EDUC) unterstützen, Ressourcen stärker mehreren Arbeitsgruppen gemeinsam zur Verfügung zu stellen, statt – wie bisher – Arbeitsgruppen-spezifisch zuzuteilen. Dies stellt vor dem Hintergrund eines modernen Innovationsverständnisses (Open Innovation) eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Innovationskraft der Universität Potsdam dar.

Zusätzlich können Joint Labs einen wichtigen Beitrag zu einem klareren Verständnis der Universität Potsdam hinsichtlich der Zusammenarbeit mit wirtschaftlich agierenden Partnern liefern. Die Rolle von WTT-orientierten Joint Labs sollte hierfür jedoch transparenter und offensiver in der Innen- und Außenkommunikation der Universität Potsdam formuliert werden.

Letztlich wurde durch die konkrete Etablierung der Joint Labs erkannt, dass WTT-orientierte Transferräume ggfs. nur ein Baustein in einem umfassenderen Strategiekonzept für die Entwicklung eines bestimmten fachlichen Innovationsthemas in der Region sind. Joint Labs sollten sich in bestehende fachliche Themen-/Innovationsfelder eingliedern und ein zusätzliches „Asset“ für eine parallel ggfs. schon angestoßene WTT-Entwicklung liefern. So könnten Joint Labs als wichtige „Bausteine“ und konkrete Umsetzungsformate des WTT in bereits etablierten Forschungsschwerpunkten der Universität Potsdam oder anderweitig verankerten Innovationsthemen eingegliedert werden (z. B. Joint Lab BioF als Teil des Fraunhofer-Leistungszentrums). Zukünftig sollten strategisch bedeutsamen Innovationsfelder auch an der Universität Potsdam mit einem WTT-Schwerpunkt besetzt werden. Ein konkretes Beispiel könnten hierfür der Bereich „Sport-Gesundheit-Ernährung“ sein, für den wir ein Konzept vorgelegt haben (Bröker & Bergner, 2022). 

 

Literatur

Bergner, Andreas, Geßner, André, Bröker, Patrick, Hartwig, Anne, Schlappa, Stephanie, Henkel, Josephine, Löhmannsröben, Hans-Gerd, von Grünberg, Hans-Hennig, 2021. WTT-orientierte Joint Labs als neues Format der Organisationsgrenzen-überschreitenden Innovationsforschung. Thesenpapier, Universität Potsdam. 170 S.

Bergner, Andreas, Siegling, Marie, 2020. BegegnungsRäume – essentiell für den gelungenen Transfer. Poster zur „Fachtagung Transdisziplinarität als institutionelle Herausforderung für Universitäten“, TU Berlin, 24.03.2020

Bergner, Andreas, Hartwig, Anne, 2022. Klärung der Möglichkeiten wirtschaftlicher Tätigkeiten im Rahmen von Unternehmenskooperationen. Internes Arbeitspapier, Universität Potsdam, 4 S.

Bergner et al., in prep. Institutionelle Gelingensfaktoren versus individuelle Motivationskriterien für die erfolgreiche Ko-Kreation in Transferräumen.

Bröker, Patrick, 2021. Innovations-Workshop als Methode der Kooperationsanbahnung. Universität Potsdam (online): https://www.uni-potsdam.de/de/innovative-hochschule/technologiecampus/joint-labs/ein-innovationsworkshop-fuenf-projekte (letzter Aufruf: 25.10.22)

Bröker, Patrick, Bergner, Andreas, 2022. Aufbau eines universitären Themenschwerpunktes Sport-Gesundheit-Prävention. Konzeptpapier, Universität Potsdam, Stand: 10/2022.

Empting, Anke, 2021. EU-Beihilferechtliche Bewertung von Joint Labs/ Projekt Innovative Hochschule. Gutachten, Pinsent Mason Rechtsanwälte, Düsseldorf. 15 S.

Hartwig, Anne, Reich, Oliver, Bergner, Andreas, 2022. Ablaufschema für die Auftragsforschung. Internes Arbeitspapier, Universität Potsdam, 3 S.

Kalitzki, Katrin, Schlappa, Stephanie, 2018. Best Practice Analyse existierender Joint Labs. Interner Arbeitsbericht, Universität Potsdam. 15 S.

Knudsen, Mette Praest, Frederiksen, Marianne Harbo, Goduscheit, René Chester, 2021. New forms of engagement in third mission activities: a multi-level university-centric approach. Innovation, 23(2), 209-240. http://doi.org/10.1080/14479338.2019.1670666

Schmidt, Suntje, 2020. Open Creative Labs – Treffpunkte für Kreative? Standort: Zeitschrift für Angewandte Geographie, 44, 67-72. https://doi.org/10.1007/s00548-020-00638-x

Stifterverband (Hrsg), 2021. Die Öffnung der Wissenschaft. Werkheft zur Gestaltung der Transformation. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V., Berlin. 82 S. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de