Ziele und Projektaktivitäten in One.UP

Das konzipierte und zu entwickelnde Dashboard soll Forschende und Lehrende in ihrem universitären Alltag im Zusammenhang mit ihren Transferaktivitäten unterstützen. Die entstehende Visualisierungskomponenten helfen den Nutzer*innen die großen Datenmengen im wissenschaftlichen und administrativen Umfeld der Universität zu nutzen, um Innovationspotenziale zu entdecken oder Synergien mit lokalen oder externen Akteuren sichtbar zu machen. Dadurch können die Entscheidungen für die weitere wissenschaftliche Laufbahn und Aktivitäten zur Vernetzung oder Kollaborationen datengestützt getroffen werden .

Ein weiteres Ziel ist es, wenig Aufwand für die Nutzer*innen nach sich zu ziehen. Um dies zu gewährleisten, wird das Dashboard sowohl an bestehende maschinenlesbare Datenquellen angeschlossen, als auch in eine bereits genutzte Plattform integriert.

Jan Bernoth vor Plakat des Dashboard-Konzepts
Jan Bernoth präsentiert das Konzept des Dashboards

 

Die Identifikation relevanter Informationen, Datenquellen, Prozesse und Operationen

Um mögliche Einsatzszenarien für das bevorstehende Dashboard zu konzipieren, wurde ein Workshop mit verschiedenen Akteursgruppen (Studierenden, Dozierenden und Mitarbeiter:innen der Universität Potsdam) durchgeführt. Die Ergebnisse wurden auf der DELFI 2019 veröffentlicht. Dieser Input wurde als Ausgangspunkt genutzt, um zu untersuchen, in wie fern mit digitalen, analytischen Werkzeugen Transferaktivitäten gefördert werden können. Nach der Analyse des damaligen Standes der Transferindikatorik des Landes Brandenburg und in Abstimmung mit Transferakteuren der Universität Potsdam wurden Prototypen für Visualisierungen im Dashboard entwickelt und in einem Artikel auf der EUNIS 2020 publiziert.  Eine besondere Herausforderung der Visualisierungen bestand darin, dass auf Datenquellen zurückgegriffen wird, welche zentral gepflegt werden oder von Nutzenden selbst angelegt und gepflegt werden.


Die erarbeiteten 6 Komponenten sind:

  • Sichtbarkeit von wissenschaftlichen Themen in Medien: In einer Komponente wird visualisiert, welche Forschungsthemen in den Medien relevant sind.
  • Selbstreflexion von Veranstaltungen: Organisator:innen können mit Hilfe einer Selbstreflexionskomponente im Nachgang einer Veranstaltung selbst aufgestellte Kriterien bewerten und daran den Erfolg der Veranstaltung messen.
  • Interdisziplinare Kollaboration: Eine Visualisierung zeigt auf, welche wissenschaftlichen Disziplinen an einer Organisation thematische Nähe aufweisen, um beispielsweise für Großanträge Mitstreitende in der eigenen Universität zu finden.
  • Beratungstätigkeiten der Wissenschaftler:innen: Die öffentlich einsehbaren Beratungstätigkeiten von Wissenschaftler:innen werden ausgewertet. Dies kann zur Auszeichnung für besonderes Engagement oder für die Entwicklung möglicher Karrierepfade für Nachwuchswissenschaftler:innen genutzt werden . 
  • Patentierungs- und Start-Up Aktivitäten: Visualisierung der Statistik, die im Patent- und Start-Up Bereich der Universität Potsdam erhoben werden.
  • Transfertipp des Tages: Die Hinweise zeigen die Vielfalt von Transfer und sollen neben dem Dashboard angezeigt werden.


Während der Konzipierung dieser Komponenten ist sichtbar geworden, dass es wenig zentral organisierte und automatisch gefüllte Datenquellen im Transfer- oder Administrationsbereich an der Universität Potsdam gibt, welche entweder eine direkte Visualisierung ermöglichen oder eine automatisierte Auswertung zulassen.

Zur weiteren Umsetzung wurde ein System konzipiert, dass die Wissenschaftskommunikation fördern soll, in dem dargestellt wird, welche Forschungsthemen in den Medien besprochen werden.
 

 

 

Die Entwicklung einer digitalen Werkzeugkette zur Datenextraktion, -analyse und -darstellung 

Für die Umsetzung des Dashboards wurde ein System entwickelt, dass Nachrichtenartikel aus dem täglich erstellten Pressespiegel der Universität Potsdam extrahiert und analysiert. Ein Algorithmus ordnet den Text, basierend auf der Wortwahl und Semantik, einem Forschungsthema zu. Diese Zuordnung der Artikel wird für weitere Verarbeitungsschritte genutzt, um Visualisierungen für den Endnutzer zu erstellen.


Das entstandene System integriert folgende Arbeitspakete:

  • Artikel und Metadaten aus dem Pressespiegel extrahieren und persistent speichern
  • Trainieren der Spracherkennung
  • Klassifizieren der Artikel an Hand von Forschungsthemen
  • Visualisierungen auf einem Dashboard, welche Nutzenden die Möglichkeit bieten, die Daten einzusehen
  • Einsatz moderner Methodik zur Softwareentwicklung, um den Aufwand zwischen Weiterentwicklung und produktiven Einsatz der Entwicklung zu vermindern
  • Dokumentation für zukünftige Weiterentwicklungen

 

Die Evaluation des entstandenen Systems

In einer quantitativ konzipierten Studie wurde zum einen ermittelt, wie Wissenschaftler:innen an der Universität Potsdam Wissenschaftskommunikation betreiben und zum anderen analysiert, ob das entstandene Dashboard dabei unterstützen kann.

Um auszuschließen, dass der Klassifikationsalgorithmus die Güte der Dashboardevaluation beeinflusst, wurde eine Simulation entwickelt, womit für die Evaluation Daten generiert werden. Dadurch wird ausgeschlossen, dass für die Nutzenden interessante Forschungsthemen eventuell keine zugeordneten Artikel bereitstellen, oder dass durch eine fehlerhafte automatische Zuordnung einige Themen überrepräsentiert sind. Somit können alle Funktionalitäten getestet werden und die Einschätzung der Nutzenden ist fokussiert auf die Nutzungsführung des Dashboards.

 

 

Gruppenbild
Foto: Tobias Hopfgarten
Team von One.UP (Jan Bernoth, Prof. Dr. habil. Ulrike Lucke, Martin Schwenke)