Themenfelder

Die pädagogische Weiterbildung besteht aus vier Themenfeldern. Sie dienen der Vermittlung pädagogischen Wissens, dem gemeinsamen Erfahrungsaustausch und der Erarbeitung individueller pädagogischer Konzepte im Spannungsfeld von vorhandenen und neuen pädagogischen Konzepten sowie im Spannungsfeld von Organisation und kreativer pädagogischer Interaktion.

Themenfeld 1: Biographie und künstlerisches Selbstverständnis

Grundlage für die pädagogische Arbeit ist das jeweilige künstlerische Selbstverständnis. Hier sind die Teilnehmenden Expertinnen und Experten. Mit diesem individuellen Erfahrungsschatz gehen sie auf die Schülerinnen und Schüler zu. Warum bin ich Künstler? Was ist der Kern meiner Kunst? Worin liegen die Besonderheiten dieser Kunst? Wie erschließe ich mir künstlerisch meine Welt? Was kann für die Schülerinnen und Schüler daran interessant sein? Inwiefern ist sie den Schülerinnen und Schülern zugänglich oder wie können die Künstlerinnen und Künstler sie zugänglich machen? Was bedeutet es Kunst zu schaffen und könnte dieses Vorgehen für Schülerinnen und Schüler relevant sein?

Solche und ähnliche Fragen dienen der künstlerischen Selbstverständigung und sind Ausgangspunkt für die weitere Projektplanung und Gestaltung. Sie zu klären ist die Voraussetzung für den Aufbau eines künstlerisch- pädagogischen Vermittlungsanliegens.

Themenfeld 2: Kulturelle Bildung

d.art versteht pädagogisches Handeln als unterstützendes Handeln, das Selbst- und Weltverständigungs-prozesse der Schülerinnen und Schüler anregt und begleitet. Es geht nicht um die alleinige Vermittlung der ´wahren´ Kunst und dem Nachahmen der Künstlerin oder des Künstlers, sondern um kulturelle Bildung im Medium der Kunst. Das bedeutet, dass künstlerisch-kreative Angebote einen Rahmen für Schülerinnen und Schüler bieten, ihre eigenen Interessen und ihre gesellschaftliche Eingebundenheit zu reflektieren sowie ihnen neue Möglichkeiten der ästhetischen Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit an die Hand zu geben.

Dieses Themenfeld beschäftigt sich mit dem Kern des Bildungsgedankens. Wo liegt der Unterschied zwischen Bildungs- und Qualifikationsprozessen? Wie erreiche ich als Künstler die Interessen, Problem- und Fragestellungen der Jugendlichen? Wo stehe ich im Spannungsfeld meiner eigenen Bildungsanforderung/meiner Steuerungsabsichten einerseits und der notwendigen Offenheit für die Anliegen der Jugendlichen andererseits. Welcher Erfahrungen können die Schülerinnen und Schüler im Projekt machen? Was können die Schülerinnen und Schüler mithilfe meiner Kunst im Projekt erleben, erfragen, reflektieren und neu verstehen?

Themenfeld 3: Didaktische Herausforderungen

In diesem Themenfeld geht es um das pädagogische Planen und vor allem Handeln. In den Blick treten Spannungsverhältnisse, wie sie für pädagogisches Handeln bestimmend sind. Eine zentrale didaktische Herausforderung liegt zum Beispiel darin, einerseits eigene Themen und künstlerische Medien anzubieten und andererseits die Interessen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen und zur Sprache zu bringen. Um die eigene Beziehung zu den Schülern im Projekt durchdenken zu können und einen begründeten didaktischen Standpunkt zu finden, wird das Konzept der „Spannungsfäden“ angeboten. Sie beschreiben Dimensionen, die jedes didaktische Handeln durchziehen, z.B.:  Nähe – Distanz, Fachwissen- Lebenswelt, Ungewissheit- Planung.

Das Themenfeld dient erstens der Planung eigener Projekte kultureller Bildung und zweitens der Entwicklung pädagogischer Reflexionskompetenz mit Blick auf die in den Projekten konstituierten pädagogischen Beziehungen. Folgende Fragen werden bearbeitet: Wie kann eine pädagogische Beziehung zwischen den Künstlerinnen und Künstlern und den Schülerinnen und Schülern etabliert werden, die als vertrauensvoll und hilfreich erfahren wird? Wie gestalte ich den Anfang des Projekts so, dass die Interessen der Schülerinnen und Schüler zur Sprache kommen.

Es besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, die flüchtigen Momente aus der eigenen Projektpraxis für die weitere pädagogische Arbeit zu deuten und die darin gemachten Erfahrungen für die weitere Tätigkeit zugänglich zu machen.

Themenfeld 4: Schulkultur und Schule als Projektraum

Die Schule ist ein besonderer Raum für Projekte künstlerisch-kreativen Arbeitens. Er schließt viele Personen mit unterschiedlichen Rollen ein: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen, Eltern. Hinzu kommen unterschiedliche Schulkulturen und Verwaltungsstrukturen. Dies beinhaltet gegenseitige Erwartungen: Was erwarten die Künstlerinnen und Künstler von den Schülerinnen und Schülern (werden sie als solche gesehen?), was von den Lehrerinnen und Lehrer und von der Schule als Institution? Was wird von den Künstlerinnen und Künstlern erwartet und worin sehe sie ihre Rolle? Wie gehen sie mit Rollenerwartungen um, wie formulieren sie ihre Erwartungen?

Dieses Themenfeld fragt nach den besonderen Bedingungen, Anforderungen und Schwierigkeiten des Projektraums Schule für die jeweils eigene pädagogische Arbeit.

Links

Direktkontakt

Vivien Höcker

+49 331 977 2064

vivien.hoecker@​​uni-potsdam.de

WiB e.V.-Dozent*innen

Kooperationen

Das Projekt d.art wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Gesamtleitung liegt bei der Professur für Erwachsenenbildung / Weiterbildung und Medienpädagogik. Die Weiterbildung wird organisiert vom Institut zur Weiterqualifizierung im Bildungsbereich (WIB e.V.) und durchgeführt von erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen. Wichtige Kooperationspartner des Projektes sind außerdem die Plattform Kulturelle Bildung Brandenburg und das Schulamt Brandenburg an der Havel.