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Wer sind wir

Als im Jahr 2007 die Publikation über die „Juden in Wriezen. Ihr Leben in der Stadt von 1677 bis 1940 und ihr Friedhof“ vorlag, entstand schnell der Wunsch, diese Friedhofsdokumentation und ihre Folgeprojekte über eine internet-basierte Datenbank öffentlich zugänglich zu machen. Programmierer der Universität Potsdam standen dankenswerterweise zur Verfügung, diese Idee in die Realität umzusetzen.

Ziel war, die Ergebnisse der genealogischen, lokalgeschichtlichen und soziologischen Forschung zur Verfügung zu stellen. Andererseits sollte diese Datenbank ein Angebot an die weltweit verstreuten Nachfahren sein, ihre auf den jüdischen Friedhöfen im heutigen Land Brandenburg beerdigten und geehrten Angehörigen ausfindig zu machen. An diesem Ziel hat sich nichts geändert. Die Rückmeldungen aus beiden Zielgruppen bestätigen die Wichtigkeit einer solchen Online-Ressource.

Im Jahr 2008 entstand eine kleine Arbeitsgruppe. Und bald folgte die Einspeisung der nächsten beiden Friedhöfe. Neue Enthusiasten mit unterschiedlichen Schwerpunkten kamen hinzu, wodurch die Qualität der vielschichtigen Dokumentationstätigkeit profitierte.

Im Sommer 2014 erhielten Studierende eines Seminars zu jüdischen Friedhöfen die Gelegenheit, vorhandenes Datenmaterial nutzbar zu machen. Sie erlernten Kompetenzen, wie im Zeitalter digitaler Medien neues Wissen über gesellschaftliche Zusammenhänge generiert und reflektiert werden kann.
Ausgehend von den Erfahrungen bereits erschlossener Friedhöfe dienten selbst angefertigte Lagepläne als Grundlage der Vermessung von Gelände und Grabsteinen. Die Steine wurde gesäubert, abfotografiert und deren Inschriften abgeschrieben. Bislang unbekannte Grabsteine wurden freigelegt, zum Teil gehoben und nach der Daten-Aufnahme wieder zugedeckt.

Die Erschließung jedes einzelnen Friedhofes ist langwierige Kleinarbeit. Sie beinhaltet aber anderseits ein sehr großes, vielfältiges Aufgabenspektrum. An erster Stelle steht die Sicherung der akut von Zerstörung und Verfall bedrohten Grabstein-Inschriften! Die Bestandsaufnahme vor Ort ist verknüpft mit ergänzenden Recherchen in Archiven, Bibliotheken und Museen.

Die Erschließung jedes einzelnen Friedhofs bringt Menschen unterschiedlichster Generationen und gesellschaftlicher Aufgaben in einem Ort miteinander ins Gespräch – über das Vergangene, das Heute und das Zukünftige, über Erinnerungskultur.