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Tom Müller

Roger Bacon in der Sicht Alexander von Humboldts

3. Schluss

Abschließend bleibt festzuhalten, dass in den Augen Alexander von Humboldts der Naturforscher Roger Bacon eine, wenn nicht die Schlüsselfigur am Übergang von der dritten zur vierten Epoche der Wissenschaftsentwicklung darstellt. Der deutsche Universalgelehrte sieht in seinem englischen Vorgänger einen wichtigen Wendepunkt, der ob seiner Geistesfreiheit und seines umfassenden Wissens die aus dem Abendland lange verbannten und im arabischen Raum gehegten und gepflegten Wissensschätze wiederentdeckt und als einer der ersten Europa wieder zugänglich gemacht hat. Auf der Grundlage seiner experimentellen Methode vermehrte er zudem das Wissen über die Natur, und kam zu der Ansicht der Einheit der Wissenschaften.

Indirekt hat er schließlich auch auf Columbus gewirkt, weshalb sein Schaffen in der Entdeckungsgeschichte der Neuen Welt im besonderen und in der Geschichte der Wissenschaft im allgemeinen einen unbestreitbaren Platz einnimmt. Die Ausführungen Humboldts zeigen eine intensive, und keinesfalls unkritische Auseinandersetzung mit dem Text des Opus maius Bacons, die nach sorgfältiger Abwägung zu dem Herausstellen von Bacons wissenschaftshistorischer Größe führt. Man kann die Worte, die Fritz Nagel mit Bezug auf Nicolaus Cusanus formulierte,[1] entsprechend zu einem Fazit anpassen: Das Verdienst, als einer der ersten die Stellung des Roger Bacon in der Wissenschaftsgeschichte der Neuzeit einer breiten Öffentlichkeit bewusst gemacht zu haben, kommt keinem geringeren zu als Alexander von Humboldt.[2]

 

[1] Nagel: Nicolaus Cusanus, 251.

[2] Eine abschließende Bemerkung sei noch erlaubt. Kurioserweise hat der Ersteller des Kosmos-Registers die Bacon-Erwähnung in Band I, 52a ebenfalls Roger zugeschrieben, obwohl hier wohl sicherlich Francis Bacon gemeint sein dürfte. Im Rahmen der Nomenklaturdiskussion des Kapitels „Begrenzung und wissenschaftliche Behandlung einer physischen Weltbeschreibung“ von Kosmos I, 51f., führt Humboldt an: „Umtausch alter, zwar unbestimmter, aber allgemein verständlicher Namen gegen neuere ist mehrfach, aber immer mit sehr geringem Erfolge, von denen versucht worden, die sich mit der Classification aller Zweige des menschlichen Wissens beschäftigt haben, von der großen Encyclopädie (Margarita philosophica) des Carthäuser-Mönchs Gregorius Reisch an bis Baco, von Baco bis d’Alembert und, um der neuesten Zeit zu gedenken, bis zu dem scharfsinnigen Geometer und Physiker Ampère.“ Ein Blick auf die Lebensdaten von Reisch (um 1470-1525) und d’Alembert (1717-1783) drängt Francis Bacon (1561-1626) als den hier genannten auf.

 

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Letzte Aktualisierung: 21 November 2008 | Kraft
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