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Ottmar Ette
Universität Potsdam

Amerika in Asien
Alexander von Humboldts Asie centrale und die russisch-sibirische Forschungsreise im transarealen Kontext

2. Asienreise versus Amerikareise

Daß die Reise Alexander von Humboldts bis an die Grenzen des Russischen Reiches eine ganz andere Forschungsreise war als jene, die ihn zwischen 1799 und 1804 in die spanischen Besitzungen in Amerika und abschließend in die Vereinigten Staaten geführt hatte, ist ebenso evident wie unbestritten. Die Fakten seiner Asienreise sind bekannt. Mit 12244 Pferden und Halt auf 658 Poststationen überwanden die Forscher im Russischen Reich insgesamt über 18000 Kilometer, die sie über Moskau, Kasan und Perm, über den Ural und das Altai-Gebirge bis zur chinesischen Grenze führte, von wo aus man über Miask, Orenburg und Astrachan am Kaspischen Meer sowie schließlich erneut über Moskau und St. Petersburg nach Berlin zurückkehrte[1]. Es war eine Reise im Zeichen der großen Entfernungen und der hohen Geschwindigkeit, der staatlichen Überwachung und der Einbindung in eine Infrastruktur, die Humboldt vom Zarenreich - das alles genauestens kontrollierte - zur Verfügung gestellt worden war. Allein die Finanzierung und Hilfe von seiten der russischen Monarchie machte es möglich, eine so gewaltige Reise ins Innere Zentralasiens in einem einzigen langen »Sommer« durchzuführen und rechtzeitig vor dem bald schon herannahenden Winter abzuschließen. Anders als in den spanischen Kolonien Amerikas war Humboldt in Rußland weit weniger Herr seiner Reise und - wie die vielen offiziellen Einladungen zeigen, denen er sich nicht entziehen konnte - seiner selbst.

Lange hatte er auf die von ihm geplante und ersehnte Asienreise warten müssen. In einem Brief vom 11. Juli 1793 findet sich in seinen Schriften die wohl erstmalige Erwähnung des Vorhabens einer sibirischen Reise, die eines Tages einer damals noch eher erträumten als tatsächlich konzipierten Reise in die Neue Welt folgen sollte[2]. Doch die Amerikareise ließ sich auch direkt mit einer Asienreise verbinden, wie der junge Humboldt sehr wohl wußte. Denn bekanntlich war es beim Aufbruch aus Spanien Humboldts und Bonplands Plan gewesen, ihre Reise in die Neue Welt nach Osten, also transpazifisch zunächst nach Asien hin fortzusetzen. Ein erstes Ziel hätten dabei die unter spanischer Herrschaft stehenden Philippinen werden sollen, die explizit in den großzügigen Anordnungen des spanischen Königs für Humboldt und Bonpland genannt worden waren. Man kann heute nur darüber mutmaßen, welche bahnbrechenden Impulse für die Wissenschaft allein von den Vergleichen zwischen dem Archipel der Karibik (und der von ihm ebenfalls besuchten Kanaren) sowie jenem der Philippinen ausgegangen wären, hätten sich Humboldt und Bonpland nicht unüberwindliche Schwierigkeiten entgegengestellt, die aus vielerlei reisetechnischen wie politischen Gründen eine Rückreise nach Europa über die Vereinigten Staaten von Amerika als dringend angeraten erscheinen ließen. Welche Konsequenzen hätte ein Besuch des asiatischen Archipels der Philippinen beispielsweise für seine Sichtweise des Verhältnisses zwischen Kontinentalmassen und Inselgruppen, aber auch für sein Verständnis von Globalisierungsprozessen, die er stets aufmerksam registrierte, gehabt? So aber wurde sein Blick weniger durch eine archipelische Struktur geprägt, sondern vielmehr vom Innern der großen Kontinente und dort vor allem vom topographischen Verlauf der großen Gebirgszüge und Hochgebirge förmlich angezogen. Auch wenn ein unmittelbar während derselben Reise stattfindender Vergleich durch die Abänderung der Reisepläne nicht mehr möglich wurde, so blieb Asien doch ebenso während der Amerikareise wie vor allem auch in den Jahrzehnten nach deren Abschluß ein fester Bezugspunkt im weltweiten Koordinatensystem des preußischen Naturforschers. Ohne einen ausgedehnten Besuch Asiens war die Humboldtsche Welt, war der Humboldtsche Kosmos nicht komplett.

Der Verfasser der Ansichten der Natur war folglich nach seiner Rückkehr nach Europa keineswegs gewillt, seine asiatischen Reisepläne aufzugeben. Die Asienreise zählte zu jenen Kernvorhaben, die Humboldt mit der größten Hartnäckigkeit verfolgte, wußte er doch, daß ihm nach der so erfolgreich verlaufenen Reise nach Westen nur eine umfangreiche Reise nach Osten jenes empirische Anschauungsmaterial und jenes Erfahrungswissen liefern und vermitteln konnte, das ihn zu einer wirklich globalen Sichtweise der Erdkugel befähigen und berechtigen würde. Die jahrzehntelange Beschäftigung mit asiatischen Themen- und Fragestellungen begleitete nicht nur Humboldts unermüdliche Arbeit an seinem gigantischen amerikanischen Reisewerk, sie erlaubte es ihm auch immer wieder, in seinem dreißigbändigen Voyage aux Régions équinoxiales du Nouveau Continent Hinweise auf Entwicklungen und Phänomene in Asien einzubauen. Vergessen wir nicht: Noch Jahre nach dem Abschluß seiner russisch-sibirischen Forschungsreise arbeitete Humboldt am Abschluß seines Opus Americanum, eine Überlappung, der sich Humboldt während seiner Reise von 1829 höchst bewußt war.

Alle konkreten Reisepläne Humboldts aber waren zunächst an der allgemeinen politischen Situation, an Kriegen und Auseinandersetzungen oder am Widerstand bestimmter Kolonialmächte, die kritische Äußerungen des weltweit renommierten Preußen fürchten mußten, gescheitert. Würden Humboldts spitze Zunge und seine bisweilen ebenso spitze Feder nicht die Ungerechtigkeiten jeglichen Kolonialsystems aufspießen, so wie er es zuvor mit Blick auf die spanischen Kolonien getan hatte? Humboldt war folglich für keine Kolonialmacht ein gerne gesehener Besucher eigener Besitzungen. Die Verwirklichung seiner Asienreise war in weite Ferne gerückt, Humboldt lief die (Lebens-) Zeit davon.

Daher griff der Forscher und Schriftsteller sofort zu, als sich ihm die Chance einer Expedition ins russische Riesenreich bot. Freilich ließ er an der Tatsache keinen Zweifel, daß die ihm nun zufallende russisch-sibirische Reise nicht identisch sein konnte mit jener Asienreise, wie er sie sich erträumt hatte. So heißt es mit Blick auf Tibet und den Himalaya noch im zweiten, gemeinsam mit den beiden anderen Bänden 1843 in Paris auf Französisch veröffentlichten Band seines Werkes über Zentralasien unmißverständlich:

C'est le plus vif regret de ma vie de n'avoir pas pu pénétrer moi-même dans ces régions célèbres, où je voulais étudier les rapports qu'elles offrent avec les Cordillères du Nouveau-Monde. Pendant le règne de l'empereur Alexandre, sous le ministère du comte de Roumantzow, j'avais été invité à accompagner la mission qui, par Kachghar et Yarkand, devait se rendre au Tubet [sic]. L'exécution de cette vaste entreprise fut entravée par la guerre qui éclata en 1812. Non découragé, je me livrai pendant plusieurs années à l'étude de la langue persane dans l'espoir de pouvoir aller par Teheran ou Herat dans l'Inde. Des circonstances dont le détail serait maintenant sans intérêt pour le public, ont dû me détourner de cette voie et me faire renoncer à un projet qui, pendant longtemps, avait vivement occupé mon imagination. Telle est la destinée de l'homme: on touche au terme de la vie et l'on compare, non sans tristesse, le peu qu'on a produit avec tout ce que l'on aurait voulu entreprendre pour agrandir le domaine des sciences.[3]

Wenn genau im Zentrum von Humboldts russischem Reisewerk der Hinweis auf zwei andere, in den Himalaya und nach Indien führende Reisewege steht und diese mit dem Lebensweg des großen Autors verbunden werden, so wird hierdurch nicht nur die gesamte Vorgeschichte der asiatischen Reise, sondern zugleich auch eine gleichsam verdoppelte virtuelle Reiseroute in einen anderen Teil Zentralasiens eingeblendet, auf deren Realisierung sich Humboldt eingestellt und vorbereitet hatte. Diese anderen, von ihm nie realisierten Routen tauchen in Asie centrale immer wieder in Form von Verweisen, Vergleichen und Verbindungen auf. Doch der Verfasser dieser 1843 gedruckten Zeilen weiß sehr wohl, daß er zu einer Reise in die - wie man ein knappes halbes Jahrhundert nach Humboldts Besteigungsversuch des Chimborazo schon wußte - höchstgelegenen Gebiete der Erde nicht mehr würde aufbrechen können. Gleichwohl - oder eben deshalb - unternimmt er es, durch die massive Einbeziehung anderer Reisen in sein Reisewerk ein Gesamtbild Zentralasiens zu entwerfen und damit das »Reich der Wissenschaften«, le domaine des sciences, zu vergrößern.

Immerhin war es ihm vergönnt, 1829 nach eben jenem nördlichen Asien aufzubrechen, das schon Herodot - wie Humboldt betonte - als eine "continuation de l'Europe"[4] begriff, womit der griechische »Vater der Geschichte« wohl jener Wendung Vorschub leistete, mit welcher der auf Schloß Tegel Aufgewachsene scherzhaft ganz Sibirien als eine Fortsetzung der Berliner Hasenheide kategorisierte. Humboldt nutzte entschlossen die einzige sich ihm zu diesem Zeitpunkt noch bietende Chance, Asien bereisen zu können. Denn als der mächtige russische Finanzminister Graf Georg von Cancrin (1774 - 1845) in einem Brief vom 22. Oktober 1827 noch etwas unbestimmt die Gelegenheit zu einer wissenschaftlichen Expedition durchblicken ließ, signalisierte der erst wenige Monate zuvor nach Berlin »zurückgekehrte« Humboldt umgehend in einem Schreiben vom 19. November unzweideutig seine erfreute Bereitschaft zu einer solchen Reise. Bald schon konnte mit der konkreten Vorbereitung der russisch-sibirischen Expedition und mit der Zusammenstellung eines Forscherteams begonnen werden: Denn der russische Zar hatte sich gegenüber einer solchen Unternehmung - und dies war das alles Entscheidende - zustimmend geäußert. Die Asienreise wurde Wirklichkeit.

Die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem russischen und dem preußischen Herrscherhaus begünstigten die Humboldtsche Unternehmung ohne jeden Zweifel; zugleich legten sie ihr aber auch enge Zügel an. Denn gewiß eröffnete sich dem Kammerherrn am preußischen Hofe jene Chance, auf die er während mehrerer Jahrzehnte vergeblich gehofft hatte; zugleich aber wußte er, daß ihm eine Kritik an den russischen Verhältnissen nicht möglich sein würde. Wie aber hätte er in dieser Situation das mehr als verlockende Angebot zu einer solchen Reise ausschlagen können?

Gewiß: Die transdisziplinär angelegte Humboldtsche Wissenschaft war damit schon im vorhinein in einem empfindlichen Maße beschränkt und begrenzt. Zu vielen Phänomenen, Problemen und Praktiken, die im Fokus des amerikanischen Reisewerks gestanden hatten, mußte Humboldt bei seiner Asienreise schweigen. Nicht allein der Ausschluß bestimmter Wissensgebiete, sondern auch die weitgehende Ausblendung der kosmopolitischen, der interkulturellen und nicht zuletzt der demokratisierenden Dimension seines Wissenschaftsverständnisses[5] wogen schwer. Humboldt war sich dieser Tatsache überaus bewußt, und sie erst dürfte ihn dazu veranlaßt haben, auf die Abfassung eines eigentlichen Reiseberichts zu verzichten und den Mineralogen Gustav Rose mit der Redaktion einer relation historique der gemeinsam durchgeführten Expedition zu betrauen. Doch der Verfasser der Vues des Cordillères et Monumens des peuples indigènes de l'Amérique erkannte nüchtern, daß er nur so auf anderen Gebieten jene Kenntnisse und Erfahrungen komplettieren konnte, die er für die Abfassung eines weltumspannend dimensionierten Werkes dringend benötigte. Die Situation Humboldts ließe sich am besten wohl als ein Paradoxon beschreiben: Nur durch die massive Einschränkung seiner transdisziplinären Wissenschaftspraxis war es ihm möglich, seinem umfassenden Wissenschaftsverständnis eine empirische Grundlage globalen Zuschnitts zu verleihen. Dies beinhaltete zum einen, daß das Russische Reich als politische Einheit nicht seinen Hauptgegenstand bilden konnte; und zum anderen bedeutete dies, daß die transkontinentale und transareale, eine einzelne Area überschreitende und somit Zentralasien also mit anderen Weltgegenden in Verbindung bringende Perspektive von entscheidender Bedeutung für sein asiatisches Reisewerk werden mußte. Und eben diese transareale Bewegungsebene zeichnet Humboldts Asie centrale aus.

Schon der unkluge, da deutlich verfrühte Beginn der russisch-sibirischen Expedition zeigt, daß von Humboldt bei der Reise ins russische Reich politische Rücksichtnahme und diplomatische Vorgehensweise in noch weit höherem Maße abverlangt wurden als bei der Durchführung seiner amerikanischen Reise. Humboldt nahm sich zwar bisweilen die Freiheit, von der gemeinsam mit Cancrin festgelegten Reiseroute abzuweichen, hütete sich aber, in schriftlichen Zeugnissen eine kritische Distanz zum russischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem oder gar offene Kritik an feudalistischen Strukturen und der Leibeigenschaft erkennen zu lassen. Die russische Seite übernahm dafür die beträchtlichen Kosten der Reise, die Humboldt alleine wohl kaum hätte tragen können, entsandte den russischen Bergbaufachmann Menschenin sowie weitere Mitarbeiter, die das Forschungsteam Humboldts auf  manchen Teilabschnitten begleiteten, und ergriff alle Maßnahmen, um die Sicherheit der ausländischen Reisenden auf russischem Territorium zu gewährleisten. Dank der perfekten Reiseorganisation - und nicht zuletzt der von den Reisenden oft beklagten halsbrecherischen Geschwindigkeit der Kutscher - traten auch keinerlei Verzögerungen auf, welche den Abschluß der Reise noch vor Wintereinbruch hätten gefährden können. Der Verfasser der Ansichten der Natur erhielt so in der Tat die einmalige Gelegenheit, die für ihn interessantesten Regionen Zentralasiens, die sich unter russischer Herrschaft befanden, aus eigener Anschauung kennen zu lernen und wissenschaftlich zu untersuchen.

Alexander von Humboldt ging zweifellos an die Grenzen seines Selbstverständnisses als Wissenschaftler wie als Intellektueller avant la lettre - und vielleicht, so ließe sich kritisch anmerken, auch darüber hinaus. In einem Brief vom 5./17. Juli 1829 aus Jekaterinburg teilte er Cancrin mit, daß Rose den eigentlichen Reisebericht und er selbst eine umfassendere Arbeit vorlegen wollten; und in einem gänzlich unterwürfigen Ton fügte er hinzu:

Es versteht sich von selbst, daß wir uns beide nur auf die todte Natur beschränken und alles vermeiden was sich auf Menschen-Einrichtungen, Verhältnisse der untern Volksklassen bezieht: was Fremde, der Sprache unkundige, darüber in die Welt bringen, ist immer gewagt, unrichtig und bei einer so complicirten Maschine, als die Verhältnisse und einmal erworbenen Rechte der höhern Stände und die Pflichten der untern darbieten, aufreizend ohne auf irgend eine Weise zu nüzen![6]

Deutlicher hätte Humboldt sein pflichtschuldiges Verstummen und die Tatsache nicht zum Ausdruck bringen können, daß er die Spielregeln begriffen hatte und sich an die getroffenen Abmachungen halten würde. Er verfolgte aber eine gewisse Doppelstrategie insofern, als er sich durchaus etwa für Menschen einsetzte, die nach Sibirien verbannt worden waren. So weist sein russisches Reisejournal im Verbund mit anderen handschriftlichen Skizzen mehrere Fälle nach, in denen sich Humboldt wiederholt und erfolgreich etwa für polnische Verbannte wie Jan Witkiewicz (1808 - 1839) - der übrigens ein Exemplar des dritten Bandes von Humboldts Essai politique sur le royaume de la Nouvelle-Espagne mit nach Sibirien gebracht hatte - einsetzte[7]. Humboldt versuchte, zumindest auf individueller Ebene seine diplomatischen Möglichkeiten im Verborgenen auszuschöpfen. In Briefen wie auch in vertraulichen Gesprächen sparte Humboldt nicht mit Kritik an der Leibeigenschaft wie auch an der Politik des russischen Zaren, des »Gendarmen Europas«[8]. In seinen gedruckten Schriften aber blendete er konsequent alles aus, was zu Spannungen mit der russischen Monarchie und ihren Vertretern hätte führen können.

Anders als bei der Amerikareise handelt es sich folglich bei der Asienreise nicht um eine privat, vom Reisenden also selbst finanzierte Unternehmung, sondern um eine Expedition, die - ganz wie es die Titelseite von Gustav Roses Reisebericht in aller Deutlichkeit verkündete - "auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers von Russland im Jahre 1829 ausgeführt"[9] wurde. Anders als die Amerikareise war Humboldts Rußlandreise eine Reise im staatlichen Interesse, die staatlichen Modernisierungsvorhaben und -vorgaben dienen sollte. Und doch verbarg die grundlegende Verschiedenartigkeit der beiden großen transkontinentalen Reisen, die nicht zuletzt auch die Zusammenstellung eines Forscherteams mit Fachwissenschaftlern der Mineralogie und Zoologie betraf, nur oberflächlich eine vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbare Komplementarität und Kontinuität, die sowohl auf das Humboldtsche Wissenschaftsprojekt als auch auf das konkrete Lebensprojekt des Alexander von Humboldt bezogen werden dürfen. Denn in gewisser Weise bildet die asiatische den Abschluß der amerikanischen Reise: Sie ist - wie noch zu zeigen sein wird - auf's Engste mit ihr verbunden. Und dies nicht nur, weil Humboldt wie am Orinoco nun in Sibirien von Mücken geplagt wurde, gegen die man sich "durch erstikkende Masken gepanzert" habe[10], wie er an Cancrin berichtete. Er vergaß jedoch nicht hinzuzusetzen: "ohne Beschwerden kann man keinen Genuß des Lebens haben!"[11]



[1] Vgl. die Zusammenschau des gesamten Reiseverlaufs in Beck, Hanno: Alexander von Humboldts Reise durchs Baltikum nach Russland und Sibirien 1829. Mit 36 Abbildungen und 3 Karten. Stuttgart: Edition Erdmann im K. Thienemanns Verlag 1983; sowie Suckow, Christian: Alexander von Humboldt und Rußland. In: Ette, Ottmar / Hermanns, Ute / Scherer, Bernd M. / Suckow, Christian (Hg.): Alexander von Humboldt - Aufbruch in die Moderne. Berlin: Akademie Verlag 2001, S. 247-264.

[2] Vgl. Humboldt, Alexander von: Brief an Vladimir Jurevic Sojmonov vom 11.7.1793. In: Jahn, Ilse / Lange, Fritz G. (Hg.): Die Jugendbriefe Alexander von Humboldts, 1787 - 1799. Berlin: Akademie-Verlag 1973, S. 254-257.

[3] Humboldt, Alexander von: Asie Centrale. Recherches sur les chaînes de montagnes et la climatologie comparée. 3 Bde. Paris: Gide 1843, Bd. II, S. 439 f.

[4] Ebda., Bd. I, S. 54.

[6] Humboldt, Alexander von: Brief an Georg Graf von Cancrin vom 5./17. Juli 1829. In: Im Ural und Altai. Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Graf Georg von Cancrin aus den Jahren 1827 - 1832. Leipzig: F.A. Brockhaus 1869, S. 74 f. Vgl. hierzu auch Suckow, Christian: Alexander von Humboldt und Rußland, a.a.O., S. 249.

[7] Vgl. hierzu ausführlich Biermann, Kurt-R. / Suckow, Christian: Aus dem Nachlaß Alexander von Humboldts: Jan Witkiewicz. In: Berliner Jahrbuch für osteuropäische Geschichte (Berlin) 2 (1996), S. 189‑198 sowie den Verweis auf das Exemplar des Neuspanien-Essays in Beck, Hanno: Alexander von Humboldts Reise durchs Baltikum nach Russland und Sibirien 1829, a.a.O., S. 133. Vgl. hierzu auch Zielnica, Krzystof: Polonica bei Alexander von Humboldt. Ein Beitrag zu den deutsch-polnischen Wissenschaftsbeziehungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Berlin: Akademie Verlag 2004, S. 89-138.

[8] Vgl. Suckow, Christian: Alexander von Humboldt und Rußland, a.a.O., S. 249.

[9] Rose, Gustav: Reise nach dem Ural, a.a.O., Titelseite.

[10] Humboldt, Alexander von: Brief vom 11./23.7. 1829 an Georg Graf von Cancrin. In: Im Ural und Altai, a.a.O., S. 82.

[11] Ebda.

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Letzte Aktualisierung: 21 Juni 2007 | Kraft
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