Unumstritten ist, dass Digitalisierungsprozesse auch in der Hochschullehre umgesetzt werden sollten (KMK, 2016). Durch den Einsatz von digitalen Medien kann die Lehre kollaborativer und interaktiver gestaltet werden. Die Studierenden wären somit nicht mehr nur mit Frontalunterricht konfrontiert, sondern könnten unter anderem aktiv an der Gestaltung eines Seminars oder einer Vorlesung beteiligt sein.

Die Anforderung der Digitalisierung der eigenen Lehre an die Hochschullehre (KMK, 2016) wurde an der Universität Potsdam in der Vorlesung Schultheorie umgesetzt. Mit dem Kollaborationstool ‚Tricider‘ wurde gemeinsam mit den Studierenden ein problemorientiertes Arbeiten umgesetzt.

In der vorherigen Sitzung wurden die Theorien und Forschungsergebnisse zur Schulqualität thematisiert. Dabei wurde vor allem auf Schulen in herausfordernden Lagen eingegangen und auf Prinzipien, welche umgesetzt werden könnten, um qualitätsvoll mit jenen herausfordernden Lagen umzugehen.

In der gegenwärtigen Sitzung besteht das Ziel, jene Theorie zu wiederholen und anhand eines praktischen Problems anzuwenden. Dieses Ziel wurden mit Hilfe des Tools TRICIDER umgesetzt (nähere Information  finden Sie hier).

Dabei wurde folgendermaßen vorgegangen:

1) Theoretische Einführung

Die Theorie zu Qualitätsmerkmalen effektiver Schulen in herausfordernden Lagen (Racherbäumer, Funke, Ackermann & Clausen 2013) wurde wiederholt.

2) Thematische Einführung

Den Studierenden wurde eine Dokumentation über eine Brennpunktschule in Berlin gezeigt. Dabei sollte folgende Aufgabe bearbeitet werden: Was kann der Schule geraten werden, um qualitätsvoll mit der im Video dargestellten herausfordernden Lage umzugehen?

3) Arbeitsauftrag I – Ideensammlung

Während des Videos sollten die Studierenden notieren, welche Ideen und Hilfestellungen sie der Schule geben würden. Im Anschluss wurden diese von den Studierenden in TRICIDER eingetragen. Jede Gruppe formulierte dabei maximal drei Ideen. (6min)

4) Arbeitsauftrag II – Argumentation

In der nächsten Phase wurden alle Ideen und Hilfestellungen von den Studierenden auf Tricider gesichtet. Es wurden Pro und Contra Argumente für die Ideen in einer Partnerarbeit gesammelt(10min). Mit TRICIDER ist es möglich, erst Ideen zu sammeln und diese dann im nächsten Schritt mit Argumenten zu untermauern beziehungsweise zu negieren.

5) Abschluss – Bewertung

Nach der Sichtung der Ideen und Argumentationen wurden die Ideen bewertet. Jeder einzelne Studierende hatte die Aufgabe, auf Grundlage der Argumente, die drei Ideen auszuwählen, die auf Grundlage theoretischer Überlegungen die Qualität der Schule verbessern würde. Auch diese Aufgabe konnte mit Tricider umgesetzt werden.

Das Ziel war es, mit gemeinsamen Ideen der Schule die Möglichkeit zu geben, die Schulqualität zu verbessern. ‚Tricider‘ stellt somit ein mögliches digitales Tool dar, was innerhalb der Hochschullehre genutzt werden kann, um gemeinsam mit den Studierenden Ideen zu sammeln und sie im Anschluss zu favorisieren. Der unkomplizierte Gedankenaustausch und die Entscheidungsfindung wird durch dieses Tool vereinfacht und hilft den Dozenten ebenso dabei, die Studierenden an der Lehre teilhaben zu lassen.