139/01 vom 21.09.2001
 
Meister fand Professor - und beide gewannen  

Adalbert-Seifriz-Preis 2001 ging nach Potsdam

Anlässlich des Steinbeis-Tages in Stuttgart erhielten heute die Alexander Schuke Orgelbau Potsdam GmbH und Reimund Gerhard-Multhaupt, Professor für Angewandte Physik kondensierter Materie an der Universität Potsdam den Professor-Adalbert-Seifriz-Preis 2001. Mit der Auszeichnung werden erfolgreiche Beispiele der Zusammenarbeit zwischen Handwerkern und Wissenschaftlern in Deutschland gewürdigt. Der bundesweite Handwerkspreis geht in diesem Jahr zum ersten Mal nach Brandenburg.

Die Firma Schuke verfügt im Orgelneubau seit über 180 Jahren über Erfahrungen. Aber auch die Restaurierung historischer Orgeln gewinnt bei der Firma an Bedeutung. Ziel bei der Rekonstruktion ist es, die im Laufe der Zeit immer wieder veränderten historischen Orgeln hinsichtlich ihres ursprünglichen Klangs möglichst originalgetreu wieder herzustellen. Der Nachteil des menschlichen Gehöres ist die Subjektivität, die nur durch objektive Messungen überwunden werden kann.

Der Geschäftsführer der Firma Schuke, Matthias Schuke, fand Unterstützung durch nicht nur wissenschafts-, sondern auch musikbegeisterte Physiker aus der Universität Potsdam. Die UP Transfer GmbH, das Forschungs- und Weiterbildungsunternehmen der Hochschule, war Partner bei der Vorbereitung und Durchführung des Projektes „Verfahren im restaurativen und rekonstruktiven Orgelbau". Das Wirtschaftsministerium Brandenburg förderte die Entwicklung. Im Rahmen des Projektes wurde in 18 Monaten ein Verfahren entwickelt, das Schuke Orgelbau in die Lage versetzt, die Rekonstruktion historischer Orgeln unter Anwendung ihrer handwerklichen und künstlerischen Arbeit durch technische Innovationen als Geschäftsfeld zu verstärken. Gleichzeitig kann mit den Messungen die Entstehung des Pfeifenklanges untersucht werden, wobei die Einflüsse der verschiedenen Parameter der Klangvariation genau beleuchtet werden können. Damit lässt sich auch schneller und effektiver das gewünschte Ergebnis, der originale Klang einer nicht mehr existierenden historischen Barock-Orgel, erreichen.

Von der Zusammenarbeit haben beide Seiten profitiert. Aus dem Projekt entwickelte sich im Bereich von Reimund Gerhard-Multhaupt im Institut für Physik ein neuer Forschungsschwerpunkt. Inzwischen haben die Partner mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums ein Folgeprojekt begonnen. Zunächst bis 2003 arbeiten die Partner gemeinsam an einem neuartigen Verfahren zur Klangeinstellung von Orgelpfeifen.

Hinweis an die Redaktionen:
Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung: Dr. Andreas Bohlen, UP Transfer Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer mbH an der Universität Potsdam, Tel.: 0331/977-1384, E-Mail: up-transfer@gmx.de und Dr. Detlef Zscherpel, Alexander Schuke Orgelbau Potsdam GmbH, Tel.: 0331/240028, E-Mail: info@schuke.de

 

zurück zur Übersicht

Copyright © 2000 Universität Potsdam, glaesmer@rz.uni-potsdam.de
[Letzte Aktualisierung 24.09.2001
Stefanie Knappe]