Erfahrungsbericht – Auslandssemester WiSe 2017/18 an der Hebrew University of Jerusalem!

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Wegen eines besonderen Abkommens im Rahmen eines Hochschulpartnerschaftsprogramms zwischen der Universität Potsdam und der Hebrew University of Jerusalem ist es zwei Studierenden der Universität Potsdam möglich zum Wintersemester ein Semester in Jerusalem zu verbringen. Vor dem Semester ist jedoch zu beachten, dass viel Bürokratie bzw. Papierkram, Formulare, Auswahlgespräche, Sprachtests, etc. anstehen – vorab: der wirklich immense Stress im Voraus lohnt sich!
Nach der Nominierung durch die Universität Potsdam lief die Kontaktaufnahme durch die Gastuni sehr schnell, zu beachten bei dem „eigentlichen Bewerbungsprozess“ nach der Nominierung ist, dass die Hebrew University nicht den DAAD Englisch Test akzeptiert, sondern entweder TOEFL oder IELTS.
Wer sich in Israel länger als drei Monate aufhalten möchte, muss bei der israelischen Botschaft in Berlin ein A2-Visum beantragen – hier ist zu beachten, sich früh darum zu kümmern und so früh wie möglich einen Termin mit der Botschaft zu vereinbaren, damit alles reibungslos funktioniert. Es gibt zwei Möglichkeiten das Visum zu beantragen: entweder alles postalisch oder persönlich in der Botschaft, ich empfehle den persönlichen Weg. Eine separate Krankenversicherung ist eigentlich nicht nötig, die Krankenversicherung wird von der Gastuni übernommen.


Studienfach: Jüdische Studien

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Hebrew University of Jerusalem

Gastland: Israel

Studium an der Gastuniversität

Wie der Studienbeginn bzw. der generelle Beginn des Aufenthaltes abläuft, hängt von zwei individuellen Entscheidungen noch vor dem Aufenthalt ab: möchte man einen vorsemesterlichen Ulpan (Intensivhebräischkurs – 4 Wochen, jeden Tag) absolvieren? Möchte man im Studentenwohnheim (Meonot) in Campusnähe oder in einer gemieteten Wohnung / einem gemieteten Zimmer wohnen? Diese Entscheidungen hängen von individuellem Interessen ab – ich kann den Ulpan vorab absolut empfehlen: man verbringt einen noch längeren Zeitraum im Gastland und das Konzept des Ulpans ist vorzüglich, man lernt schnell und gut Hebräisch. Zu beachten ist jedoch, dass dieser aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Die Wohnungssituation in Jerusalem ist ähnlich wie in Berlin... teuer.
Die Kurse der Rothberg International School sind in Undergraduate (Bachelor) und Graduate (Master) Kurse unterteilt, man ist automatisch im Undergraduate System. Da aber durch die verschiedenen Kommilitonen mit ihren jeweiligen unterschiedlichen Studiensystemen an ihren Heimuniversitäten eine Mischung aus „allem“ in den Undergraduate Kursen entsteht, sollte man auf alle Fälle die Optionen ausnutzen Graduate Kurse oder sogar englischsprachige Fakultätskurse zu besuchen! In den Fakultätskursen studiert man als zusätzlichen Bonus mit israelischen Studenten zusammen, und nicht wie an der Rothberg School nur mit anderen Internationals. Im Undergraduate System finden die Kurse zwei Mal die Woche (3 credits) statt, im Graduate System einmal die Woche (2 credits). Dieses Studiensystem ist in dem Sinne unterschiedlich zu unserem deutschen, dass es in jedem Kurs so etwas wie eine „Modulprüfung“ gibt – bedeutet: jeder Kurs ist nur bestanden, wenn eine Prüfung (Hausarbeit, Klausur, etc.) abgelegt und bestanden wurde. Außerdem gibt es an der Rothberg School Anwesenheitspflicht mit Teilnehmer- und Strichlisten. Die Anforderungen an der Rothberg School sind jedoch im mittleren Bereich – nicht niedrig, aber auch nicht hoch.
Falls man mit dem System nicht klar kommt und Fragen hat, beantworten diese die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des International Office, die sehr hilfsbereit sind und auch auf E-Mails sehr schnell antworten. Zusätzlich erhält jeder Student einen Academic Advisor, der / die einem immer helfend zur Seite steht und auch bei anderen Belangen unterstützend hilft. Für private und freizeitliche Angelegenheiten gibt es die sogenannten Madrichim und Madrichot, die Ausflüge, Kurzreisen und viele, viele Veranstaltungen unternehmen. Sie sind auch 24/7 via Mail, Handy, Facebook, etc. für alle Fragen da und helfen immer gern.

 

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Der Kontakt zu ausländischen und einheimischen Studierenden hängt von der eigenen Einstellung und Persönlichkeit ab. Von der Rothberg International School ist zwangsläufig durch das eigene verkürzte Semester, die eigenen englischsprachigen Kurse und das eigene separate Gebäude auf dem Campus kein allzu reger Kontakt zu einheimischen Studenten möglich. Umso empfehlenswerter ist es an Fakultätskursen teilzunehmen und offen auf dem Campus herumzulaufen. Israelis sind sehr offen und kontaktfreudig, sodass es außerhalb der Rothberg School einfach ist, Menschen kennenzulernen. Von den Madrichim/ot werden aber auch Programme und Veranstaltungen angeboten, bei denen man Locals kennenlernen kann. Sollte man sich jedoch nur unter ausländischen Studenten aufhalten und von der eigenen Einstellung her „unoffen“ sein, wird es schwierig sich aus seinem eigenen Dunstkreis zu entfernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Bezüglich der Sprachkompetenz vor und nach dem Aufenthalt ist zu sagen, dass von der Hebrew University bestimmte hohe Englischkenntnisse vorausgesetzt werden (die Kurse finden logischerweise auf Englisch statt!), so dass sich das Englisch nur noch verbessern kann! Das Hebräische hängt vom individuellen Interesse ab: ich habe vorher schon Hebräisch gelernt, war mehrmals in Israel, habe am vorsemesterlichen Ulpan teilgenommen und an einer Vorlesung auf Hebräisch teilgenommen und habe versucht mich so viel wie möglich von der Internationals-Community fernzuhalten und mit israelischen Kommilitonen und Freunden Zeit zu verbringen: das hat unheimlich geholfen meine Hebräischkenntnisse zu verbessern!

Studienfach: Jüdische Studien

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Hebrew University of Jerusalem

Gastland: Israel


Weitere Tipps

Das Leben in Israel ist sehr teuer. Von der Miete einer Wohnung / eines Zimmers bis hin zu Lebensmitteln im Supermarkt. Man sollte sehr gut mit dem Geld haushalten und sich vorher bezüglich Stipendien oder anderen finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten informieren.

Falls man nicht im Studentenwohnheim wohnen möchte, findet man Wohnungs- und Zimmerangebote größtenteils in speziellen Facebookgruppen, es ist zu empfehlen nicht allzu weit vom Campus zu wohnen, da die Verkehrssituation in Jerusalem... chaotisch und sehr, sehr staulastig ist.

Für die öffentlichen Verkehrsmittel in Israel ist die Anschaffung der Rav Kav zu empfehlen und demnächst auch zwingend nötig: eine Karte, auf die man Geld läd und so im Bus und im Rakevet Kala (Straßenbahn) mit der Karte und ohne Bargeld bezahlt. Als Student erhält man 33% Rabatt, es lohnt sich.

Es ist möglich, aber nicht zwingend nötig, sich eine israelische Kreditkarte anzuschaffen. Wichtig ist nur zu wissen, dass man eine Kreditkarte benötigt, da EC-Karten an einigen Bankautomaten und vor allem in Geschäften nicht funktionieren und Gebühren entstehen können.
Ich kann das Semester an der Hebrew University of Jerusalem in Israel absolut empfehlen, es ist eine singuläre Lebenserfahrung, man lernt verschiedene interessante Menschen kennen und hält sich nicht nur in der interessantesten Stadt der Welt, sondern auch in dem interessantesten Land der Welt auf!

Israel

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