Promotionsprojekt: Abenteuer und Arbeit

Foto: Rockwell Kent [Public domain]

In diesem Projekt soll den Verbindungen und Überschneidungen in der literarischen Darstellung von Arbeit und Abenteuer, zweier auf den ersten Blick stark unterschiedlicher Bereiche menschlicher Erfahrung, nachgegangen werden.

Abenteuerromane versprechen neben Exotik, Geheimnissen und Ausnahmesituationen auch einen Fokus auf Aktivität im Angesicht des Risikos, etwas, das sich nicht nur narratologisch in spannungsbetonten Handlungsstrukturen, sondern auch im impliziten Wertesystem der Texte niederschlägt. Ob Offizier zur See oder Waisenkind - es entstehen gerade in den Romanen westeuropäischer SchriftstellerInnen Protagonisten, die sich über ihre Handlungen, praktisches Wissen oder sogar über professionelle Tugenden definieren. Innerhalb der Texte werden agency, Performanz und Arbeit zu dem Mittel im Umgang mit einer Kontingenzerfahrung und zum Zentrum der Selbstidentifikation des Individuums. Dabei werden gerade in ihren Schwerpunkten oder Leerstellen immer auch Arbeitsvorstellungen des jeweiligen sozioökonomischen Kontextes verhandelt.

Das Projekt möchte zunächst die Verbindung zwischen bestimmen Vorstellungen der Arbeit und ‚ihren‘ Abenteuern nachzeichnen, um anschließend in der umgekehrten Bewegung zu prüfen, ob Arbeit auch in jedem Fall Verbindungen zum Abenteuer aufweist und seine Spuren in jenen Arbeitsschilderungen suchen, wo man es gerade nicht erwartet.

Foto: Rockwell Kent [Public domain]