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Schwerpunkt 3: Inklusion und Heterogenität

Der Schwerpunkt Inklusion und Heterogenität fokussiert darauf, Lehr-Lern-Formate zu entwickeln, die langfristig inklusionspädagogische Expertise verschiedener Lehrstühle der Universität Potsdam als Ressource für das gesamte Lehramtsstudium erschließen. In der zweiten Förderphase wird der gemeinsame Inklusionsbegriff breiter angelegt und schließt sowohl die Vorbereitung der Lehramtsstudierenden auf die Gestaltung gemeinsamen Unterrichts von Schüler*innen mit und ohne diagnostizierten Förderbedarf, als auch die allgemeine Sensibilisierung für den Umgang mit Heterogenität in pädagogischen Handlungsfeldern ein.

Die in der ersten Förderphase der Qualitätsoffensive Lehrerbildung erarbeiten Seminarkonzepte legten einen starken Fokus auf die Methode des videobasierten Micro-Teachings und waren vor allem im Praxissemester Masterstudiengangs angesiedelt. Inhaltlich standen die Kompetenzaspekte Diagnostik und Klassenmanagement der Studierenden im Vordergrund. Neben hochschuldidaktischen Szenarien wurden auch Instrumente zu deren empirischer Überprüfung entwickelt, die für die zweite Förderphase projektübergreifend bereitstehen. Parallel wurde die nachhaltige Verankerung handlungsbezogenen Wissens zum Umgang mit sprachlicher Heterogenität vorangetrieben und im Rahmen eines Pflichtpraktikum im Bachelorstudium Sek I/II integriert.

Insgesamt wurden die entwickelten Formate als förderlich bewertet und zeigten spezifische Effekte auf Einstellungen und Handlungskompetenzen. Als bleibende Herausforderungen ergab sich jedoch ein z.T. geringes Vorwissen im Bereich diagnostischen Vorgehens in Schule und Unterricht sowie Skepsis gegenüber der Videographie. Daraus wurde für PSI-II eine stärkere Fokussierung auf diagnostische Kompetenzen abgeleitet. Darunter wird allgemein ein kritischer Umgang mit der Beziehung zwischen diagnostischem Vorgehen und daran anschließenden Interventionen verstanden, der über orchestrierte Lerngelegenheiten früher und kontinuierlich im Studium verankert werden soll.

Die vertiefende Fokussierung der Schwerpunktarbeit auf diagnostische Kompetenzen zielt auf eine Vermittlung sowohl diagnostischen Wissens als auch eines Repertoires an Handlungsstrategien ab. Beides soll im Studienverlauf eine Grundlage für die spätere Integration pädagogisch-psychologischer und fachdidaktischer Inhalte im Praxissemester und auch perspektivisch im Vorbereitungsdienst bilden. Diagnostisches Handeln richtet sich dabei auf drei Aspekte:

·         Schülermerkmale im Hinblick auf lern- und leistungsrelevante sowie psychosoziale Aspekte,

·         Anforderungsniveaus von Aufgabenstellungen auch im Sinne sprachlicher Hürden und die

·         Erfassung von Barrieren für Lernen und Teilhabe im situativen Kontext eines komplexen „Falls“.

Zur Verstetigung von Ergebnissen werden zwei Strategien verfolgt.

Zum einen sollen Materialien als webbasierte Lernmaterialien und -module im Sinne von Open Educational Ressources (OER) konzipiert werden und systematisch verfügbar gemacht werden. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Zentrum für empirische Inklusionsforschung (ZEIF) geplant. Die avisierten Implementationsmöglichkeiten reichen von Online- über Blended-Learning-Szenarien bis zur Nutzung in Präsenzverantstaltungen. Zum anderen sollen auf der Ebene der Lehrenden der Hochschule systematische Hospitationen und Fallbesprechungen Integration der erarbetieten Materialen sowohl in bildungswissenschaftliche als auch fachdidaktische Veranstaltungen ermöglichen. Für eine langfristig nachhaltige Umsetzung der diagnostischen Kompetenzförderung im Lehramtsstudium wird abschließend ein Konzept für die Verankerung dieses Aspekts in verschiedenen Studienordnungen erarbeitet.