Hintergrund

Logo KINGS 1.0
Bild: ATB

Nach einem erfolgreichen ersten KINGS Förderzyklus startet das WVL-(Wissenschaftliches Verbundsystem Leistungssport) Projekt nun mit KINGS 2.0 in eine weitere Runde. Im Zuge des ersten KINGS Förderzyklus wurden bereits viele offene Forschungsfragen zu den Wirkungen von Krafttraining auf die Leistungsentwicklung und Gesundheit von Nachwuchsathlet*innen in interdisziplinären Forschungsverbünden des KINGS-Konsortiums erfolgreich bearbeitet und bedeutsame Erkenntnisse zu den Effekten und physiologischen Anpassungen von Krafttraining im Nachwuchsleistungssport gewonnen. So konnten beispielsweise die Effekte unterschiedlicher Krafttrainingsmaßnahmen im Nachwuchsleistungssport in Längsschnittstudien untersucht und spezifische Krafttrainingsprogramme und -übungen im Sinne der Belastungsgestaltung und unter Berücksichtigung von Geschlecht, biologischem Reifegrad und Expertiseniveau charakterisiert werden. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde das KINGS-Modell entwickelt, welches unter Berücksichtigung des biologischen Reifegrads und der individuellen Krafttrainingskompetenz spezifische Krafttrainingsmethoden in die Etappen des langfristigen Leistungsaufbaus von Nachwuchsathlet*innen zuordnet. Darüber hinaus wurden die Effekte individueller Prädispositionen (z. B. immunologischer und orthopädischer Status) auf die erzielten biologischen Adaptionen und Leistungssteigerungen spezifischer Krafttrainingsprogramme in der KINGS-Studie geprüft. Schließlich konnten neben den bereits beschriebenen physischen (leistungsbezogenen) Komponenten auch Aspekte der psychischen Gesundheit, wie z. B. Symptome von Angst und Depression in Relation zur biologischen Reife analysiert werden.

Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie der intensive Austausch mit der Sportpraxis brachten weitere spezifische Forschungsfragen zum Thema „Krafttraining im Nachwuchsleistungssport“ hervor. Nach einer Verlängerung durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) im Frühjahr 2020 startet das KINGS-Projekt im ersten Halbjahr 2020 in einen neuen Förderzyklus. Dabei gilt es, die bereits erzielten Erkenntnisse zu nutzen und weiter zu entwickeln. So soll zum einen das KINGS-Modell weiter ausdifferenziert werden. Hierfür soll ein Fragebogen zur Ermittlung der individuellen Krafttrainingskompetenz von Nachwuchsleistungssportler*innen entwickelt und dessen Reliabilität und Validität überprüft werden. Darüber hinaus sollen die Wirkungen von kombiniertem Kraft- und Ausdauertraining (sog. „Concurrent Training“) im Nachwuchsleistungssport erforscht werden. Letztlich wird mittels einer vereinfachten und mobilen Messmethodik der Ansatz einer individualisierten und präzisen Trainingssteuerung für die ausgewogene Entwicklung von Muskel und Sehne in der sportlichen Praxis evaluiert.

In den kommenden vier Jahren wird ein interdisziplinäres wissenschaftliches Projektteam in Kooperation mit leistungssportrelevanten außeruniversitären Praxispartnern dieses Forschungsvorhaben durchführen. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den beteiligten Spitzenverbänden und Schulen soll im Anschluss ein valides und praktikables Instrument für die Gestaltung von Krafttraining im Nach-wuchsleistungssport geschaffen und die Übertragung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis gesichert werden.

konzeptionelles Modell
Bild: ATB
konzeptionelles KINGS-Modell zur Implementierung verschiedener Krafttrainingsformen in die Etappen des langfristigen Leistungsaufbaus