Black History Month

Black History Month
Quelle: pixabay

„Nur tagsüber sind Universitäten weiße Institutionen [...] Beide Exklusionsmuster [Rassismus und Sexismus] sind im deutschsprachigen Raum in der höheren Bildung nach wie vor sehr wirksam. Die Zahl weiblicher Professorinnen bleibt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern konstant niedrig. Von der Zahl von Schwarzen und People-of-Color Professor*innen oder wissenschaftlichem BPoC-Personal in dauerhaften Anstellungen an den Fachhochschulen und Universitäten brauchen wir gar nicht erst zu reden.Prof.' Dr.' Maisha-Maureen Auma. Tagesspiegel 18.12.2020 

 

Zum historischen Kontext und Bedeutungsgeschichte des sog. Black History Month:

Weltweit werden die Errungenschaften Schwarzer Menschen im Black History Month gefeiert. Erstmals in Deutschland wurde der Black History Month im Februar 1990 von der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland e.V. (ISD) zelebriert. Seine Ursprünge liegen in den USA. Dort gründeten Carter G. Woodson und Jesse E. Moorland die heutige ASNLH, mittlerweile: Association for the Study of African American Life and History, ASALH, welche sich der Forschung und Förderung von Afroamerikaner*innen und Menschen mit afrikanischem Hintergrund widmet. Erstmals 1926 als einwöchige Veranstaltung abgehalten, entwickelte sich der Black History Month.

Schwarze Menschen in Deutschland haben eine lange Geschichte, die jedoch kaum im öffentlichen Bewusstsein verankert ist. z.B. thematisieren Schulbücher für Geschichte oder Deutsch die afrodeutsche Bewegung unzureichend bis gar nicht. Die Bewegung wurde stark inspiriert von der Afroamerikanischen Feministin Audre Lorde (Filmhinweis), welche in den 1980er Jahren in Berlin lebte. Das Schwarze deutsche Selbstverständnis revolutionierten zudem May Ayim & Katharina Oguntoye 1986 in ihrem Buch:  „Farbe bekennen – afrodeutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“. Der Widerstand gegen rassistische Fremdbezeichnungen und die Stärkung einer afrodeutschen Gemeinschaft ist ebenso wesentlicher Teil Schwarzer deutscher Geschichtsschreibung wie der Widerstand gegen den Kolonialismus und seine Erbe in der heutigen Gesellschaft, wie z.B. aktuell bei der Umbenennung von Straßennamen. Bestehende Defizite in den Bildungsstrukturen und im gesamtgesellschaftlichen Wissen zu Schwarzer deutscher Geschichte, in Vergangenheit und Gegenwart, verlangen nach Aufmerksamkeit: Über die 28 Tage des Black History Month hinaus.

Quellen:

https://gender-mediathek.de/de/black-history-month

https://www.eoto-archiv.de/neuigkeiten/der-black-hi-story-month-2021-bei-eoto-und-friends/

https://missy-magazine.de/blog/2019/02/28/black-herstory-month/

 

Weiterführende Links:

Solidarität mit Prof.' Dr.' Maisha-Maureen Auma. Ein Offener Brief: Wir brauchen eine kritische Rassismusforschung. 09.02.2021 hier

Each On Teach One e.V. Informationen und Veranstaltungshinweise im Februar 2021 hier 

Videobeitrag von RosaMag (2020)  - Lifestylemagazin für afrodeutsche Frauen* und Freund*innen -  "Rosapedia: Was ist der Black History Month?"

Online-Diskussionsveranstaltung zu "Rassismus in der Wissenschaftssystem" am 24.02.2021 weitere Informationen hier