Forced Displacement and Migration from an International and Global Perpective

Lehrende

  • Prof. Dr. Britta Freitag-Hild/Susanne Gnädig - Teaching English as a Foreign Language / Didaktik der Anglistik und Amerikanistik mit dem Schwerpunkt interkulturelles Lernen, Universität Potsdam (UP)
  • Gretel Werner Rodriguez - Professor, Training Program in Intercultural Competences,Universidad de Monterrey, Nuevo Leon, Mexico (UDEM)
  • Dr. Gigi Peterson - Associate Professor of History and Coordinator, Adolescence Education Social Studies, State University of New York Cortland, USA (SUNY)
  • Philip Bothma – Lecturer, Faculty of Law, North-West University, Potchefstroom, South Africa (NWU)

Förderung und Partnering

Ausgangspunkte für die Projektidee seitens der Potsdamer Projektpartnerinnen waren das eigene Forschungsinteresse sowie bereits bestehende COIL-Kontakte am Lehrstuhl „Didaktik der Anglistik und Amerikanistik“. Die finanzielle Förderung durch das Programm KoUP ermöglichte den Besuch der Partner:innen im COIL SUNY Network, im Rahmen dessen erste Ideen ausgetauscht wurden.


Kooperationsformat

FULL COIL
An den kooperierenden Hochschulen fanden separate Kurse mit unterschiedlichen fachlich-thematischen Ausrichtungen statt. Im Zeitraum zwischen Februar und Mai 2020 erfolgte begleitend zu diesen Kursen die gemeinsame Projektarbeit.

  • UP Course: "Global Education in the EFL Classroom: Narratives of Forced Migration" / 6 Lehramtsstudierende im Fach Englisch (Master)
  • SUNY Course: HIS 429 "Special Topics: Migrations in US History" / 5 Studierende im Fach Geschichte (Upper Level)
  • UDEM Course: "Intercultural Competences" / 35 Studierende Studienbereich: Intercultural communication & sensitivity
  • NWU Course: IURI 174 "Language Skills in the Legal Context 1" / 22 Jura-Studierende (first year students)

Ziele und Inhalte der Kooperation

Die Grundidee bestand darin, Studierenden aus mehreren Ländern die Möglichkeit zu geben, sich aus verschiedenen fachlichen Perspektiven mit dem globalen Thema der Zwangsvertreibung und Migration zu befassen.

Seitens der Universität Potsdam richtete sich das Kooperationsprojekt an Lehramtsstudierende im Fach Englisch (Master). Aus Sicht der Dozierenden sind internationale und interkulturelle Erfahrungen hier von besonderer Bedeutung. Neben dem Unterrichten einer Sprache nehmen zukünftige Fremdsprachenlehrer:innen auch die Rolle von „Kulturvermittlern“ in einer globalisierten, kulturell vielfältigen Welt ein. Wenn Schüler:innen kommunikativ-interkulturelle Kompetenzen entwickeln und sich zu global denkenden und verantwortungsbewussten Menschen entwickeln sollen, setzt dies entsprechende Kompetenzen aufseiten zukünftiger Lehrkräfte voraus.

Eingebettet in eine internationale Kooperation bieten Thema und Szenario den angehenden Lehrkräften die Möglichkeit

  • im Austausch mit Studierenden aus anderen Ländern (inter-/trans-)kulturelle Erfahrungen zu machen und Kompetenzen zu entwickeln.
  • die globalen Phänomene von Vertreibung und Migration aus verschiedenen fachlichen Perspektiven zu betrachten (Diskurse, Repräsentationsformen, kulturelle Wahrnehmung).
  • eine eigene Untersuchung zu einem Schwerpunkthema zu entwickeln und durchzuführen und die Rechercheergebisse auf einer gemeinsamen Webseite zu präsentieren.
  • die Einbindung unterschiedlicher Perspektiven in den Fremdsprachenunterricht zu diskutieren.

Didaktische Gestaltung

Die Art der Einbindung des COIL-Projektes in den jeweils eigenen Kurs entschieden die beteiligten Dozierenden.


Begleitveranstaltung an der UP
Der Kurs "Global Education in the EFL Classroom: Narratives of Forced Migration" an der Universität Potsdam stellte die Projektarbeit mit den Partner:innen gegenüber den eigenen separat bearbeiteten Inhalten in den Vordergrund. Zwar gab es seitens der Dozierenden Inputblöcke für die Potsdamer Studierenden zu Themen wie Teaching Culture, zu kulturdidaktischen Aspekten, zum Thema Lehrmaterialien im Unterricht oder spezieller Literatur. Der Fokus lag jedoch auf dem erfahrungsbasierten Lernen im Projekt sowie der begleitenden Reflexion und der Diskussion der Projekt-Erfahrungen innerhalb der Potsdamer Gruppe.


Gestaltung des Kooperationsprojektes
Der grundlegende Aufbau der Kooperation folgte den klassischen Komponenten eines COIL-Szenarios.

1. Gegenseitiges Kennenlernen und Vertrauensaufbau
In zwei sogenannten Ice-Breaker Aktivitäten stellten sich die Studierenden einander vor, antworten auf im Vorfeld gemeinsam gesammelte Fragen und diskutierten ihre Antworten.

2. Diskussionen und Team-Building
Es wurden 5 international gemischte Gruppen mit 10 bis 15 Teilnehmenden gebildet (s. Abbildung). Innerhalb der Gruppen wurde zunächst das zu bearbeitende Thema diskutiert. Für die Projektarbeit wurden Guidelines erstellt,dennoch bestand für die Studierenden ein großer Spielraum für die selbstorganisierte Arbeit.

3. Kollaboration in Projektgruppen
Die Projektarbeit erfolgte entlang mehrerer aufeinanderfolgender Aktivitäten, von der Definition des zu bearbeitenden Themas/Problems über die Informationsrecherche, die Diskussion relevanter Aspekte (z.B. Rolle der Medien), Vorschläge zur Problemlösung und der abschließenden Darstellung der Projektarbeitsergebnisse im Form einer Webseite zum bearbeiteten Schwerpunktthema. Zu den einzelnen Aktivitäten erhielten die Studierenden inhaltliche Hinweise und thematisch ergänzende Materialien.

4. Präsentation der Projektarbeiten
In einer Abschlusssitzung wurden die Ergebnisse vorgestellt und die gemeinsame Arbeit und der Austausch im Projekt reflektiert.

COIL-Arbeitsgruppen

Abb.: Schwerpunktthemen der internationalen Arbeitsgruppen - zum Vergrößern klicken

Das folgende Schaubild verdeutlicht den Verlauf des Kooperationprojektes, die verschiedenen Phasen und Aktivitäten.

Verlauf des Kooperationsprojektes - zum Vergrößern klicken

Tools

Mehrere Werkzeuge kamen für die Organisation und die Durchführung des Projektes zum Einsatz.

Padlet als Lernplattform
Als zentraler Ort, an dem alle wichtigen organisatorischen Kursinformationen, alle Sitzungen und Arbeitsphasen sowie Aktivitäten, Aufgaben und zusätzliche Erläuterungen und Materialien hinterlegt waren, fungierte Padlet. Aufgrund der vielfältigen Gestaltungsoptionen hinsichtlich der Oberfläche, der Möglichkeit, Materialien in Form von Links, Dateien oder Bild/Audio/Video einzubinden sowie vorhandener Interaktionsmöglichkeiten (via Likes und Posts) eignete sich Padlet als allen Beteiligten frei zugängliche niedrigschwellige Kursplattform.

Zoom für synchrone Meetings
Das Webconferencing-Tool wurde sowohl von den kooperierenden Lehrenden für Absprachen und Organisation des Projektes genutzt als auch von allen Beteiligten für die gemeinsamen Eröffnungs- und Abschlusssessions. Ebenso verwendeten die gemischten Projektgruppen Zoom für ihre Arbeitstreffen. Aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Restriktionen kam Zoom (mit Ausnahme der SUNY Cortland) auch für die separaten Kurssitzungen innerhalb der einzelnen Universitäten für die zum Einsatz.

Wordpress für die Gestaltung einer Webseite
Das frei zugängliche Open-Source System Wordpress wurde für die Gestaltung der Ergebniswebseite gewählt. Mit relativ geringem Aufwand und ohne Programmierkenntnisse ist es möglich, ansprechende Webseiten zu erstellen und dabei den Schutz der Beitragenden zu gewährleisten, indem der Zugang auf eine bestimmte Personengruppe begrenzt wurde. Der technische Support wurde durch studentische Mitarbeiter:innen der Universität Potsdam übernommen.

WhatsApp zur Kommunikation
Als Anwendung für kurzfristige Absprachen sowohl in der Gruppe der kooperierenden Lehrenden als auch in den Projektarbeitsgruppen wurde der Messengerdienst WhatsApp genutzt.


Erfahrungen

Die Organisation und Zusammenarbeit von vier Projektpartner:innen ist sehr aufwändig, jedoch bieten vier kooperierende Seiten insbesondere für dieses Thema eine größere Perspektivenvielfalt.

Trotz dieses hohen Aufwandes war das Projekt aus Sicht der Potsdamer Partnerinnen eine lohnenswerte „außergewöhnliche Erfahrung“. Die Beteiligung der Studierenden war allein gemessen an den Arbeitsergebnissen „faszinierend“, so dass ein tieferer Einblick in die internen Arbeitsgruppenprozesse wünschenswert gewesen wäre. Bereichernd ist ebenfalls der fachliche Diskurs mit den Kolleg:innen der beteiligten Universitäten und das Kennenlernen verschiedener akademischer Kulturen gewesen.

Die geplanten Aktivitäten sind gut angenommen worden. Insbesondere die Icebreaker und die Erstellung von Videos haben gut funktioniert. Ebenso waren Tool-Entscheidungen angemessen, insbesondere die Wahl von Padlet als zentrale Informations- und Materialplattform.

Herausforderungen während der Vorbereitung und Durchführung

  • das Finden von gemeinsamen Zeiten für Meetings aufgrund der Zeitunterschiede
  • sehr heterogene Gruppen hinsichtlich der Studienphase und damit der akademischen Ansprüche
  • sehr große Gruppen mit einem aktiven „harten Kern“ von nur 5 bis 6 Mitgliedern

Mögliche Veränderungen am Konzept bei einer erneuten Durchführung

  • die Zahl der Kooperationspartner:innen verringern (2-3)
  • kleinere Gruppen führen zu mehr Verantwortungsübernahme und Diskussion
  • Moderator:innen in den Arbeitsgruppen zu Beginn festlegen und den Gruppen späteren Wechsel vorschlagen