Planung und Abstimmung

Informationsaustausch zu Beginn

Nach erfolgreicher Partner:innensuche ist es empfehlenswert, untereinander Informationen auszutauschen, auf Basis derer die gemeinsame Entwicklung des COIL-Kurses erfolgen kann. Dazu können Gegebenheiten, Wünsche und individuelle Vorstellungen zu folgenden Themenbereichen gehören: 

  • Allgemeine Kontaktinformationen 
  • Zeitliche Aspekte 
  • Sprachliche Aspekte 
  • Kursinhalte 
  • Bewertung des Lernens 
  • Technologie 
  • Institutionelle Kulturen und Erwartungen 
  • Administrativer und institutioneller Support 

Für die Abstimmung und gemeinsame Planung Ihrer Lehrkooperation sind insbesondere für Full-COIL Szenarien Zeit und regelmäßiger Austausch erforderlich,  um gemeinsame Vorstellungen über Lernziele, Prüfungsformen sowie Lehr-Lernaktivitäten und Methoden zu entwickeln. Dazu gehört die Diskussion unterschiedlicher Ideen und das Finden von Kompromissen. 

Faktoren für einen erfolgreichen Abstimmungs- und Planungsprozess

Gleiches Engagement 

Um das Potenzial von Multiperspektivität, Interkulturalität und ggf. Interdisziplinarität für die gemeinsame Veranstaltung voll auszuschöpfen, bedarf es eines vergleichbaren Engagements und verbindlichen Agierens beider Partner*innen. Letzteres gilt vor allem für eine verlässliche und regelmäßige Kommunikation in der Planungsphase. Wenn beide/alle Seiten ihre Zugänge zu einem Thema und ihre Vorstellungen über die didaktische Umsetzung einbringen, werden ein Ungleichgewicht in den Perspektiven, dominierende Verständnisse von Inhalten und eine unausgewogene Durchführung verhindert. Dies ist einerseits für alle Beteiligten eine Herausforderung, gleichsam aber auch ein lohnendes Ziel, da nicht nur Studierende von einer internationalen Kollaboration profitieren.

Aufgeschlossenheit 

Für Einsteiger:innen in die internationale Lehre kann es ratsam sein, an der Anreicherung existierender Kurse mit internationalen, kollaborativen Elementen anzusetzen und nach Partner*innen zu suchen, die im gleichen Feld vergleichbare Kurse geben. Generell am Syllabus der eigenen Lehre festzuhalten und zu versuchen, diese 1:1 in internationale Lehrformate zu überführen, würde die spezifischen Vorteile von COIL-Kursen jedoch ungenutzt lassen: die Themenfelder des eigenen Kurses mithilfe der Angebote an anderen Universitäten zu erweitern und gemeinsam über die jeweils ursprünglichen Kursinhalte hinaus weiterzuentwickeln. Offenheit für neue Themen, Formate und Perspektiven auf Lehren und Lernen ist eine Grundvoraussetzung, die (nicht nur) Lehrenden im internationalen Kontext eine große Hilfe sein kann.

Gemeinsame Kursplanung 

 In Abhängigkeit von den Ideen und vom Erfahrungsschatz der beteiligten Partner*innen kann über die Anreicherung bestehender Kurse hinaus die gemeinsame Erarbeitung einer neuen Kursstruktur das Ziel von Internationalisierung von Lehrveranstaltungen sein. Im Fokus stehen dann die gewinnbringende Verknüpfung von (unterschiedlichen) Fachinhalten mit Elementen des interkulturellen Austausches, der Nutzung digitaler Werkzeuge und des Einsatzes spezifischer Methoden und Formen der internationalen Zusammenarbeit. Die kooperative Konzeption und Erarbeitung eines Syllabus ermöglicht die Diskussion und etwaige Zusammenführung von zunächst unterschiedlichen Lehr-Lernzielen, eine ausgewogene inhaltliche Ausrichtung, bei der beide Partner:innen ihre relevanten Kursinhalte einbinden können und die Bündelung von Lehrerfahrungen und didaktischen Kompetenzen. Schwierigkeiten in der Umsetzung (inhaltlich, technisch, zeitlich) können bestenfalls frühzeitig identifiziert und bearbeitet werden.

Kommunikation als Schlüsselelement

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit hängt von regelmäßiger, auf gegenseitigem Vertrauen fußender Kommunikation ab. Da in der Regel die Partner:innen an räumlich mitunter weit voneinander entfernten Institutionen arbeiten, ist die Nutzung digitaler Kommunikationstechnologien notwendig und insbesondere in der jüngsten Vergangenheit alltäglich geworden. Vor allem Videokonferenz- und Virtual Classroomsysteme wie Zoom, Microsoft Teams, Adobe Connect oder Skype eignen sich hervorragend, um die räumliche Distanz zu überbrücken und bieten gleichzeitig den enormen Effizenzvorteil der direkten verbalen Kommunikation. Die auch visuelle Verbindung der Gesprächspartner:innen hilft dabei, in regelmäßigen (Online-)Treffen eine Vertrauensbasis aufzubauen. So wird es auch leichter fallen, die jeweils eigenen Ideen und Erwartungen für den Kurs zu formulieren, Herausforderungen und Lösungen zu diskutieren sowie einen Umgang miteinander in unbekannten oder konfliktreichen Situationen zu finden. Eine früh errichtete stabile Arbeitsgemeinschaft, die auf Engagement, Aufgeschlossenheit und Vertrauen aufbaut, kann die spätere Umsetzung erheblich erleichtern und das maximale Potential einer COIL.UP Kooperation nutzbar machen.

Tipps für die Online-Kommunikation im internationalen Raum 

  • Einigen Sie sich auf eine angemessene Antwortzeit für E-Mails. Diese kann je nach Phase unterschiedlich sein. Bspw.: eine Woche zu Beginn der Kursplanung, 1-2 Tage während des gemeinsamen Semesters. 
  • Setzen Sie Termine für regelmäßige Onlinetreffen, bestenfalls als Videokonferenz. 
  • Sollte der Kontakt erstmalig hergestellt werden, planen Sie Zeiträume für technische Schwierigkeiten ein. 
  • Gemeinsam erstellte Regeln zur Kommunikation (vor und hinter den Kulissen des Seminars) können Missverständnisse vorbeugen. 
  • Sprechen Sie Probleme offen und frühzeitig an. 
  • Verständigen Sie sich auf gemeinsame Reflexion der und regelmäßiges Feedback zu den Sitzungen des Kurses und der Arbeitsweise innerhalb der Kooperation.

Interkulturelle Kommunikation - Antizipieren, sensibilisieren, lernen

Der Austausch, die Diskussion und die gemeinsame Arbeit im Rahmen von COIL-Kursen bringen das Aufeinandertreffen unterschiedlicher kultureller Auffassungen, Hintergründe und Besonderheiten mit sich. Diese betreffen sowohl die sich unterscheidenden Lehr-Lernkulturen als auch eine Vielzahl weiterer kulturbedingter Unterschiede. Im Rahmen des Austauschs Lehrender und Studierender sowie insbesondere der Studierenden untereinander können Unsicherheiten und Missverständnisse entstehen, die zum Teil bereits in der Planung mitgedacht werden können. Dies kann die Interpretation von präsentierten Materialien betreffen, aber auch den direkten Austausch. Humor, Sarkasmus und Ironie können so zu Stolpersteinen werden, sollte der kulturelle Hintergrund unbeachtet bleiben. Eine Sensibilisierung zwischen Ihnen und Ihrem/Ihrer Partner:in bereits in der Abstimmungsphase, aber im Besonderen auch die Sensibilisierung Ihrer Studierenden zu Beginn des Kurses können unangenehmen Situationen vorbeugen. 

Gleichwohl kann (je nach Kursinhalt) ein im Umgang miteinander respektvoller "Clash of Cultures / Kulturschock" auch zur Generierung neuen Wissens beitragen. Irritationen und Momente des Missverständnisses zwischen den teilnehmenden Gruppen bieten potenzielle Lernanlässe, die durch die Kursleitung moderierend und begleitend fruchtbar gemacht werden können. Eine gute Vorbereitung der Lektüre/Materialien und der Austausch zwischen den Lehrkräften können die Unsicherheiten der interkulturellen Kommunikation begrenzen. Ebenso sollte immer eine doppelte Abfrage des Verstandenen stattfinden; nach der ersten intuitiven Einschätzung über eine Aussage sollte auch eine kulturelle Perspektive eingenommen werden, die helfen kann den Inhalt der Aussage einzuordnen.