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Uni Potsdam bestätigt mit neuen „Nature“-Publikationen Platz 6 in der deutschen Geoforschung

Das unabhängige Gutachtergremium von „Nature Index“ hat die Universität Potsdam als sechstbeste deutsche Forschungsinstitution im Bereich der Erd- und Umweltwissenschaften gekürt. „Wir sehen dies als einen Beleg für die erfolgreiche Förderung unseres universitären Forschungsschwerpunkts Erdwissenschaften“, sagt dessen Sprecher, Leibniz-Preisträger Prof. Manfred Strecker, PhD. „Diese hervorragende Platzierung gibt uns Rückenwind für unsere großen Forschungsvorhaben und die Bewerbung im Rahmen der DFG-Exzellenzstrategie“, so der Geologe.  

Die Universität Potsdam ist mit ihrem Forschungsschwerpunkt Erd- und Umweltwissenschaften im „Nature Index“ als drittbeste Universität hinter den Forschungsallianzen von Helmholtz, Leibniz und Max-Planck gelistet. Sie muss dabei lediglich den Universitäten Bayreuth und Bremen den Vorrang lassen, ist jedoch in einem weiten Feld sehr gut platzierter Hochschulen die einzige Universität, die ohne zusätzliche Mittel aus der Exzellenzinitiative den Nachweis herausragender Geoforschung erbringt. Dies zeigt sich auch in der erfolgreichen Arbeit in zwei neuen DFG-Graduiertenkollegs, zahlreichen BMBF- und EU-Großprojekten sowie stark beachteten Publikationen.
Gerade erst sind in den Forschungsmagazinen „Nature Communications“ und „Nature Scientific Reports“ drei aktuelle Beiträge erschienen: Zum einen wurde unter Federführung des Potsdamer Doktoranden der Geowissenschaften Alexander Rohrmann (inzwischen Postdoc an der Oregon State University, USA) eine Studie veröffentlicht, in der es um langzeitliche Klimaveränderungen in den argentinischen Anden geht. Rohrmann und Kollegen erbrachten den Nachweis, dass die tektonisch bedingte Heraushebung des Anden-Gebirges einen direkten Einfluss auf die Ablenkung von feuchtebringenden Luftmassen des Südamerikanischen Low-Level Jets als Quelle für erhöhte Niederschläge in den Anden hat. Anhand von stabilen  Isotopenmessungen in fossilen Blattwachsen und karbonatischen Böden in den heute sehr trockenen Gebirgsregionen konnten sie belegen, dass die seit mehr als zehn Millionen Jahren ostwärts wandernde Heraushebung der Anden dazu beigetragen hat, dass die internen Gebirgsregionen zunehmend ariden Klimabedingungen ausgesetzt wurden, während sich die Gebirgsbarrieren mit hohen Niederschlägen und dichter Vegetationsbedeckung immer weiter ostwärts verlagerten.
In einer zweiten Studie konnten Geologen der Universität Potsdam unter Federführung des Doktoranden Jürgen Mey neue Daten für eine Abschätzung der Hebung der Alpen seit dem Rückzug des Eises von seiner Maximalausdehnung vor etwa 21.000 Jahren vorlegen. In ihrer Studie entwickelten die Forscher ein Computermodell der ehemaligen Eisbedeckung und bezifferten deren Masse mit 62.000 Gigatonnen. Sie setzten diese Masse des inzwischen abgeschmolzenen Eises ins Verhältnis zur Menge des durch Erosion abgetragenen Materials und errechneten, dass etwa 90 Prozent der geodätisch ermittelten Gebirgshebung in den Alpen auf das Abschmelzen der Gletscher zurückgehen und nicht auf plattentektonische Prozesse.
Eine weitere Veröffentlichung in „Nature Communications“ stammt von Dr. Alexis Licht, der als Marie-Curie-Postdoc ebenfalls in der AG Allgemeine Geologie forschte und jetzt Professor an der Washington State University in Seattle ist. In seiner Arbeit konnte er zeigen, dass der heute sehr ausgeprägte Staubtransport aus China – Partikel gelangen bis nach Kalifornien – nicht erst seit etwa zehn Millionen Jahren existiert, sondern bereits seit 42 Millionen Jahren in dieser Form etabliert wurde. Er weist auf die Existenz von atmosphärischen Zirkulationssystemen in Zentralasien hin, die den heutigen Bedingungen sehr ähnlich sind.
„Die Fülle an Publikationen junger Geologen in hochrangigen Zeitschriften dokumentiert nicht nur die Exzellenz in der Forschung der universitären Erd- und Umweltwissenschaften, sondern auch deren erfolgreiche Modelle in der forschungsbasierten Nachwuchsausbildung“, so Manfred Strecker.


Kontakt: Dr. Andreas Bergner, Projektkoordinator Erd- und Umweltwissenschaften
Tel.  0331/977-5843
E-Mail: Andreas.Bergnergeo.uni-potsdamde

Quellen/ Verweise:
Nature-Index:  https://www.natureindex.com/annual-tables/2016/institution/all/earth-and-environmental/countries-Germany
Rohrmann et al.:
Rohrmann, A., Sachse, D., Mulch, A. Pingel, H., Tofelde, S. , Alonso, R.N., Strecker, M.R. Miocene orographic uplift forces rapid hydrological change in the southern central Andes. Sci. Rep. 6, 35678; doi: 10.1038/srep35678 (2016).
LINK: http://www.nature.com/articles/srep35678.epdf?author_access_token=Wh1nBCoJx_TGLB-lyI-COdRgN0jAjWel9jnR3ZoTv0PD5BsjOer80bP-rrN7mG1RNpfzXTOt1mKQRFMlHRy2FmG5ro82pVwyVR-CdHA9uWMIK1Rq1RoaroNL3KkRNdnL
Mey et al.:
Mey, J., Scherler, D., Wickert, A.D., Egholm, D.L., Tesauro, M., Schildgen, T.F., Strecker, M.R. Glacial isostatic uplift of the European Alps. Nat. Commun. 7, 13382 doi: 10.1038/ncomms13382 (2016).
Licht et al.:
Licht, A., Dupont-Nivet, G., Pullen, A., Kapp, P., Abels, A., Lai, Z., Guo, Z., Abell, J. & Giesler, D. Resilience of the Asian atmospheric circulation shown by Paleogene dust provenance, 2016; Nature Communications: DOI:10.1038/ncomms12390

 

Medieninformation 11-11-2016 / Nr. 165
Antje Horn-Conrad

Universität Potsdam
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Online gestellt: Daniela Großmann
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