Lexikalische Verarbeitung und semantisches Wissen

Die Projekte zur lexikalischen und semantischen Verarbeitung beschäftigen sich mit dem Aufbau des mentalen Lexikons, d.h. dem Wissen über Wortformen und der Repräsentation von Wortbedeutungen. Wir untersuchen dabei Patienten mit Aphasie und dementiellen Erkrankungen sowie sprachgesunde  Erwachsene.

Für die Ermittlung von Bedeutungsassoziationen interessieren wir uns auch für die lexikalisch-semantische Verarbeitung bei sprachgesunden Probanden und leiten daraus Normdaten für die Einstufung von aphasischen Leistungsprofilen ab.

Ein Fokus besteht in der Entwicklung von Untersuchungsverfahren, die sich an psycholinguistischen Modellen zur Sprachverarbeitung orientieren. Weiterhin arbeiten wir an der Verfeinerung diagnostischer Verfahren, die auf die Überprüfung semantischer Differenzierungsfähigkeiten einzelner Bedeutungskategorien abzielen.

Schließlich sind wir auch an der Effektivität von Behandlungsmethoden bei lexikalisch-semantischen Beeinträchtigung in der mündlichen Wortproduktion interessiert. Hierbei geht es um die Ermittlung verschiedener Faktoren, die den Behandlungserfolg bei einzelnen Patienten mit Aphasie beeinflussen.

Ein wesentlicher Aspekt in den einzelnen Teilprojekten besteht im Transfer von Forschungsergebnissen in die sprachtherapeutische Praxis.

Ergebnisse und Beiträge

Hanne, S.  & Stadie, N. (2019) Aktuelle Evidenzen, diagnostische Herausforderungen und evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen. Fokus Mündliche Wortproduktion. Posterpräsentation am 20. Jubiläumssymposium des Deutschen Bundesverband für akademische Sprachtherapie (dbs), Halle, Deutschland. 

Stadie, N., & Hanne, S.  (2019) Aktuelle Evidenzen, diagnostische Herausforderungen und evidenzbasierte Aufgaben für die Behandlung lexikalisch-semantischer Störungen. Fokus Hörverständnis. Posterpräsentation am 20. Jubiläumssymposium des Deutschen Bundesverband für akademische Sprachtherapie (dbs), Halle, Deutschland. 

Stadie, N., Hanne, S. & Lorenz, A. (2019).  Lexikalische und semantische Störungen bei Aphasie(Reihe Forum Logopädie). Stuttgart: Thieme Verlag.

Bethge, A., & Stadie, N. (2018). Semantic complexity in the treatment of naming deficits in Alzheimers´s  disease. Posterpräsentation an der XIX Science of Aphasia (SOA), Venedig, Italien.

Schröder, A., Hausmann, N., & Stadie, N. (2014). Semantisches Wiederholungspriming in der Therapie von Wortabrufstörungen. Aphasie und verwandte Gebiete, 37, 27-38.

Schröder, A., Gemballa, T., Ruppin, S., & Wartenburger, I. (2012). German norms for semantic typicality, age of acquisition, and concept familiarity. Behaviour Research Methods, 44, 380-394.

Höger, M., Stadie, N., & Schröder, A. (2011). Wirksamkeit von semantischer Komplexität bei der Therapie von Wortabrufstörungen? In: S. Hanne, T. Fritzsche, S. Ott, & A. Adelt (Hrsg.) Spektrum Patholinguistik 4 - Lesen lernen: Diagnostik und Therapie bei Störungen des Leseerwerbs. Potsdam: Universitätsverlag.

Stadie, N. (2010). LeMo (Lexikon Modellorientiert). Einzelfalldiagnostik bei Aphasie, Dyslexie und Dysgraphie. In G. Blanken & W. Ziegler (Hrsg.) Klinische Linguistik und Phonetik. Ein Lehrbuch für die Diagnose und Behandlung von erworbenen Sprach- und Sprechstörungen im Erwachsenenalter. Mainz: Hochschul-Verlag.

Thieke, J. Schröder, A., & Stadie, N. (2010). Semantische Komplexität in der Behandlung von Wortabrufstörungen: Eine Einzelfallstudie. In: M. Wahl, C. Stahn, S. Hanne & T. Fritzsche (Hrsg.) Spektrum Patholinguistik 3 - Von der Programmierung zur Artikulation: Sprechapraxie bei Kindern und Erwachsenen. Potsdam: Universitätsverlag.

Schröder, A., & Stadie, N. (2010). Semantic complexity in the treatment of aphasic naming disorders. Posterpräsentation, The Science of Aphasia Conference, Potsdam, Deutschland.

Stadie, N. & Rilling, E. (2006). Evaluation of lexically and non- lexically based reading treatment in a deep dyslexic. Cognitive Neuropsychology, 23, 643–672.

Bohn, C. & Stadie, N. (2005). Unterstützen perzeptuelle Schlüsselmerkmale die ganzheitliche Worterkennung? Die Sprachheilarbeit, 5, 212-220.