Ringvorlesung

Unsere Ringvorlesung findet, in Abwechslung zum Projektseminar im Sommer, immer im Wintersemester statt. Die Ringvorlesung setzt sich aus wöchentlich thematisch wechselnden Referenten*innen mit eigenen Vorträgen zusammen. Alle Vorträge befassen sich im größeren Rahmen mit Nachhaltigkeit und innerhalb den Kerngebieten Ökologie, Soziales und Ökonomie. Durch eine erfolgreiche Teilnahme an der Klausur ist es möglich 3 benotete oder unbenotete Leistungspunkte zu erreichen. Die Möglichkeit der Benotung hängt vom Studiengang ab, in dem das Modul eingebracht wird.

Wintersemester 2019/2020:

1.)    Nadja Kath – Universität Potsdam - Einführung zur Ringvorlesung

Frau Nadja Kath ist Doktorandin der Arbeitsgruppe Ökologie und Ökosystemmodellierung unter der Leitung von Frau Professorin Ursula Gaedke. Sie gestaltete seit mehreren Jahren den Weg von Studium Oecologicum bis hin zu einem Modul mit. Im ersten Vortrag der Ringvorlesungsreihe wurde das Studium oecologicum als Modul vorgestellt und ein zentraler Überblick über die Bandbreite des Themas Nachhaltigkeit gegeben.

2.)    apl. Prof. Dr. M.H. Trauth - Universität Potsdam - Klimawandel und Menschheitsentwicklung

Herr Dr. Martin Trauth ist Professor an der Universität Potsdam im Institut für Geowissenschaften und leitet die Arbeitsgruppe für Paläoklimadynamik. Diese arbeitet mit besonderem Augenmerk auf das Paläoklima der niederen Breiten und die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Biosphäre. Sein Vortrag gab im ersten Teil einen kurzen und interessanten Überblick über die Menschheitsentwicklung. Im zweiten Teil lag der Fokus auf der Darstellung der Forschungsarbeit der Geowissenschaften. So helfen sogenannte Proxi, welche zum Beispiel aus Bodenproben gewonnen werden, den Wissenschaftler frühere Klimaschwankungen und Extremereignisse nachzuvollziehen. Die untersuchten Zeiträume reichen hierbei von ein paar Millionen Jahren auf weniger als ein Jahr.

3.)    Dr. Lars-A. Brischke - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg – Die zweite Hälfte der Energiewende in Deutschland - (wie) schaffen wir das?  

Herr Dr. Lars-A. Brischke ist Themenleiter für das Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg für den Standpunkt in Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte gehen von der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, über Energieeffizienz und Suffizienz bis hin zu nachhaltigen Energiesystemen. Seit über 10 Jahren ist er ebenfalls Gastdozent im Fach für nachhaltige Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Mit seinem Vortrag legte er den aktuellen Stand der Energiewende in Deutschland dar und machte somit deutlich wie intensiv Kohle und Co. stets etabliert sind. Der Weg zu einer rein regenerativen Energieversorgung scheint noch in ferner Zukunft. Jedoch gibt es bereits Alternativen und die Forschung für weitere ebbt nicht ab. Vielleicht ist Wasserstoff die Idee der Zukunft. Heute jedoch sollte mit einem suffizienten Umgang mit Energie begonnen werden.

4.)    Dr. habil. Fritz A. Reusswig - Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung - 100% Masterplankommune Potsdam, Klimaneutral Leben

Herr Dr. Fritz A. Reusswig ist Mitarbeiter des Potsdamer Klima Institut – PIK. Er wirkte maßgeblich am Potsdamer Klimakonzept, dem Berliner Energie und Klimaschutzprogramm mit und initiierte die Machbarkeitsstudie „Klimaneutrales Berlin 2050“, wo im Rahmen eines 1 Jährigen Reallabors 100 Haushalte in Berlin ihren persönlichen CO2-Fußabdruck reduzierten. Neben der Präsentation des Projektes, stellte Herr Reusswig aus seiner Sicht als Soziologe dar, inwiefern es sich momentan um einen sehr fragmentierten und polarisierten Klimakurs handelt, unsere Gesellschaft gespaltet wird und der Populismus in der Energiewende immer mehr Einzug erhält. Eine große politische Schwierigkeit, welche mit dem angestrebten 1.5°C Ziel einher geht, ist das auch nach Ende der Emission, durch die Trägheit des Systems, der Klimawandel erstmal weiter voranschreitet. „Eine Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn zwei völlig radikalisierte Gruppen auf einander losgehen.“

5.)    Extinction Rebellion Potsdam - Fakten über die Klimakrise und die ökologische Krise und Was macht XR? Unsere Forderungen, Prinzipien und Aktionsformen

Extinction Rebellion (XR) heißt übersetzt etwa: Aufstand gegen das Aussterben. Sie sind eine internationale gesellschaftspolitische Bewegung. Ihr Ziel ist es, den für das Klima nötigen umfassenden und tiefgreifenden Wandel herbeizuführen. Damit wollen Sie das Risiko der Auslöschung der Menschheit und des Kollapses unserer Ökosysteme verkleinern. Neben den beiden Forderungen an die Politik, die Wahrheit zu sagen und zu Handeln, stellten Sie uns ebenfalls die dritte Forderung eine neue Politik zu leben dar. Durch die Etablierung einer Bürger*innenversammlung soll eine „neue Demokratie“ realisiert werden.

6.)    Peter Schmidt – Universität Potsdam - Umweltökonomie und Nachhaltigkeit, die zentrale Rolle des Verständnisses von Wirtschaft

Containern, die krumme Gurke kaufen statt der geraden, oder eher die Milch kaufen, welche näher am MHD ist, statt einer anderen, ist alles vertane Liebesmüh. Mit solch gewohnt provokanten Worten startete Dr. Peter Schmidt seinen Vortrag. Er legte uns ein ganz anderes Bild der Wirtschaft und des Konsums nahe und machte deutlich, dass nicht nur der Konsument Schuld an der Zerstörung der Umwelt hat, sondern vielmehr unser heutiges Produktionssystem. Die Wirtschaft wird schon lange nicht mehr von Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Verschwendung ist bereits in der Produktion systematisch angelegt und der maximale Gewinn ist das Ziel. Es müsste somit eine Produktion nach Vernunft und Nachhaltigkeit statt nach Gewinn eingeführt werden.

7.)    Nicole van Maanen und Emily Theokritoff – Humboldt Universität Berlin - Adaption to change - how far we can go?

Nicole van Maanen und Emily Theokritoff sind beide Doktorandinnen in Geografie an der Humboldt Universität Berlin, Mitglieder des IRI THESys graduierten Programmes und wissenschaftliche Mitarbeiter bei Climate Analytics. Mit Ihrem spannenden Vortrag über die menschlichen Anpassungsstrategien an den Klimawandel und warum diese irgendwann nicht mehr ausreichen werden, machten die beiden deutlich wo sich unsere Grenzen der Anpassung an den Klimawandel befinden werden. Ebenfalls machten Sie eindrücklich darauf aufmerksam, wie wichtig das 1.5°C Ziel ist. Inselstaaten würden niemals ein 2°C Ziel unterschreiben, da Sie damit quasi ihr eigenes Todesurteil unterschreiben würden.  

8.)    Prof. Dr. Nina Langen – TU Berlin - Lebensmittelverschwendung

Frau Professorin Dr. Nina Langen ist Fachgebietsleiterin der Technische Universität Berlin für das Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre mit dem Fachgebiet Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft. Lebensmittel sind Güter die ausschließlich für den menschlichen Verzehr produziert werden. Die Lebensmittelverschwendung/ Food Waste ist seit 2011 ein fortwährendes Thema in Deutschland. Dieser Zeitpunkt geht auf die ARD-Themenwoche zur nachhaltiger Ernährung im Oktober dieses Jahres und dem Film von Valentin Thurn mit „Taste the Waste“ zurück. Neben den aktuellen Zahlen und Fakten rund um Lebensmittelverschwendung, war es zunächst interessant zu erfahren, welche Methoden es zur Vermeidung von Verschwendung entwickelt werden. So existieren bspw. Aufkleber, welche durch UV-Licht aktiviert werden, es möglich das Lebensmittel von der Produktion bis zum Verbraucher zu überwachen.

9.)   Dr. Nicole Stroncik - Argumente der Klimaskeptiker, Klimawandel aus der Sicht der Geologie

Frau Dr. Nicole Stroncik ist Wissenschaftlerin für die Geochemie der Erdoberfläche am Geoforschungszentrum Potsdam. Ihre Hauptforschungsinteressen liegen auf Fluid/ Rock Interaktionsprozesse und Rückkopplungsmechanismen, Reaktion der Erdoberfläche auf tektonische Prozesse und Mantelbildung und Evolutionsprozesse. Zusammen mit Ihren Kollegen Herrn Dr. Alexander Rocholl, hielt Sie Ihren Vortrag im Rahmen der Public Climate School November 2019. Es war uns eine Freude, dass wir Frau Stroncik mit Ihrem Vortrag auch für unsere Ringvorlesung gewinnen konnten. Ihr Vortrag gab uns eine Reihe an grundlegenden physikalischen und geologischen Informationen und Fakten über den Klimawandel. Damit ist es möglich Argumenten der Klimaskeptiker entgegen zu treten und auf wahre Fakten zu verweisen.  

10.) Prof. Dr. Benjamin Nölting – Hochschule für eine nachhaltige Entwicklung Eberswalde - Nachhaltigkeitstransfer in der Lehre, Hochschulkooperationen

Herr Dr. Benjamin Nölting ist Professor und Studiengangleiter für den Masterstudiengang Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Er wirkt neben, der Forschung an Konzepten und Methoden transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung und Nachhaltigkeitstransfer von Hochschulen, ebenso an Forschungsprojekten zur Regionalentwicklung in den Bereichen Landnutzung, Landwirtschaft & Ernährung, Energiepolitik, Umweltpolitik, ländliche Entwicklung mit. Mit seinem Vortrag, im Rahmen unserer Ringvorlesung, wurden den Studierenden wichtige Grundzüge von Lehr- Lern Formate im Nachhaltigkeitstransfer nahegebracht. Insbesondere wurde deutlich, welche Schwierigkeiten auftreten bei der Umsetzung können und welche Akteure einbezogen werden müssen für eine funktionierende Praxis- Hochschul- Kooperation.

11.) Prof. Dr. Birgit Schneider – Universität Potsdam - Medienkommunikation von Klimawandel und Umweltschutz

Birgit Schneider lehrt als Professorin für Wissenskulturen und mediale Umgebungen an der Universität Potsdam. Die aktuellen Veröffentlichungen der Bild- und Medienwissenschaftlerin befassen sich mit Bildern und Wahrnehmungsweisen des Klimawandels, Informationsvisualisierungen und Karten sowie mit Bildern der Ökologie. In den letzten Jahren war sie Dilthey-Stipendiatin der Fritz-Thyssen-Stiftung, Senior Fellow am Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie in Weimar, sowie Fellow am Rachel Carson Center for Environment and Society an der LMU München. Ihre Monographie „Klimabilder. Eine Genealogie globaler Bildpolitiken von Klima und Klimawandel“ erschien 2018 bei Matthes & Seitz.

12.) Dr. Jennifer Schulz – Universität Potsdam - Urbane Waldgärten als neue, langfristige Form des urbanen Gärtners  

Jennifer Schulz ist Diplom-Ingenieurin der Landschaftsplanung. Im Jahr 2016 und 2017 gab sie neben Ihrer Tätigkeit als Dozentin und Wissenschaftlerin an der Uni Potsdam selbstständig Kurse zur Planung von Waldgärten sowie zur Umweltmodellierung. Seit Juli 2018 leitet sie das E+E Vorhaben Urbane Waldgärten an der Universität Potsdam. Im Rahmen der Ringvorlesung stellte Sie uns das Projekt Urbane Waldgärten vor und dass Waldgärten eine Möglichkeit zur langfristigen, multifunktionalen Flächennutzung im urbanen Raum darstellen. Egal, wohin man in Deutschlands in den Ballungsräumen blickt: Urban Gardening wird immer beliebter, warum dann nicht auch ein urbaner Waldgarten. www.urbane-waldgaerten.de

13.) Prof. Dr. Reinhold Leinfelder – FU Berlin - Von der Umwelt zur Unswelt - Das Potenzial des Anthropozän-Konzepts nachhaltige Entwicklung

Reinhold Leinfelder ist ein Paläntologe und Geobiologie und darüber hinaus seit 2013 Mitglied der Anthropocene Working Group der International Commission on Stratigraphy, die einen Vorschlag zur geologischen Definition des Anthropozäns erarbeiten. Zu seinen Forschungsgebieten gehören die Evolution und Ökologie von Riffen, Meeresspiegelschwankungen in der Erdgeschichte und viele weitere. Sein derzeitiger Forschungsschwerpunkt ist die interdisziplinäre Anthropozän-Forschung. In seinem Blog Der Anthropozäniker vertritt R. Leinfelder die These, dass der Mensch vom Begriff "Umwelt" zur Bezeichnung „Unswelt“ übergehen sollte, also „... vom Dualismus (gute) Natur versus (böser) Mensch (samt seiner Technik und Kultur) wegkommen und statt dessen den Menschen und seine Aktivitäten als Teil der Natur verstehen lernen müssen ...“.

14.) PD Dr. Achim Brunnengräber – FU Berlin - Klimaschutz durch Elektromobilität

Achim Brunnengräber ist Privatdozent am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der FU Berlin und leitet gemeinsam mit Miranda Schreuers am Forschungszentrum für Umweltpolitik das Projekt „Nukleare Entsorgung aus Multi Level Governance- Perspektive“. Dabei geht es um eine vergleichende Analyse der Endlagerungs- Governance unter besonderer Berücksichtigung von Akteuren, Politikinstrumenten und Institutionen. Mit seinen Vortrag zu Klimaschutz und Elektromobilität gab er viele interessante Ansätze zu folgenden Gebieten, wie bspw. „Die Automobilität in der (Klima-)Krise – oder nur kurz im Stau?,  „Elektrifizierend“ - mit dem E-Auto in die klimafreundliche Zukunft und die Externalisierungsgesellschaft - Leben und mobil sein auf Kosten anderer“.

Wintersemester 2018/19:

1.)    Herr Dr. Joachim H. Spangenberg – SERI – Nachhaltigkeit, die Weltrettungsformel?

Wir befinden uns im Anthropozän. Die Welt befindet sich in einer wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und institutionellen Krise. Mit diesem Vortrag erklärte uns Dr. Spangenberg die Grundzüge der Idee zur Nachhaltigkeit und wie dieser Begriff historisch geprägt wurde. Ebenso brachte er uns die Ursachen der Umweltzerstörung, grundlegende Konzepte des nachhaltigen Denkens und Lösungsvorschläge näher. Somit war dieser Vortrag ein gelungener Auftakt für unsere Veranstaltung, um ein Verständnis und Überblick über das komplexe Thema „Nachhaltigkeit“ zu erlangen.

2.)    Herr Dr. Rainald Borck – Universität Potsdam – Umweltökonomie

Ein allgemeines Problem ist heutzutage, dass es für eine saubere Umwelt kein Preissignal gibt, welches zum bewussteren Umgang führen würde. Auch in diesem Jahr unterstützte uns wieder. Dr. Borck mit seinem Vortrag zur Umweltökonomie. Den Studenten*innen wurde ein sehr guter Überblick rund um das Thema geben sowie ein kleiner Crash-Kurs in VWL im Voraus. In dem Vortrag wurden gut die Konflikte, welche bei der Schadensbewertung von Umweltschäden entstehen, und deren Einbezug in Produktionskosten und Kosten für den Verbraucher dargestellt. Ebenso wurden Lösungsvorschläge konstruktiv von allen Seiten betrachtet.

3.)    Frau Ursula Klingmüller – Fachhochschule Potsdam – bedingungsloses Grundeinkommen

Jeder Mensch sollte eine Grundlage haben, um sich entfalten zu können (vgl. Erich Fromm). Die Fürsorge macht den menschlichen Wert aus, nicht seine Arbeit (vgl. Juli Zeh). Warum sollte das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert werden? Frau Klingmüller unterstützt uns ebenfalls schon ein zweites Mal mit ihrem Vortrag zum bedingungslosen Grundeinkommen, eine nachhaltige Grundlage für ein nachhaltige Wirtschaft. Sie stellte kritisch drei wesentliche humanistisch orientierte oder neoliberale Modelle zur Umsetzung des BGE vor und setzte sie in den Kontext der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt.

4.)    Herr Dr. Peter Schmidt – Universität Potsdam – Umweltökonomie und Nachhaltigkeit, die zentrale Rolle des Verständnisses von Wirtschaft

Containern, die krumme Gurke kaufen statt der geraden, oder eher die Milch kaufen, welche näher am MHD ist, statt einer anderen, ist alles vertane Liebesmüh. Mit solch gewohnt provokanten Worten startete Dr. Peter Schmidt seinen Vortrag. Er legte uns ein ganz anderes Bild der Wirtschaft und des Konsums nahe und machte deutlich, dass nicht nur der Konsument Schuld an der Zerstörung der Umwelt hat, sondern vielmehr unser heutiges Produktionssystem. Die Wirtschaft wird schon lange nicht mehr von Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Verschwendung ist bereits in der Produktion systematisch angelegt und der maximale Gewinn ist das Ziel. Es müsste somit eine Produktion nach Vernunft und Nachhaltigkeit statt nach Gewinn eingeführt werden.

5.)    Herr Dr. Manuel Rivera - IASS Potsdam – Von Radwegen und Tiefseemineralien – Nachhaltigkeit „glokal“ erzählen

Zurzeit leitet Dr. Rivera das Projekt „Narrative und Bilder der Nachhaltigkeit“ mit einem Fokus auf wissenschaftliche und politische Nachhaltigkeitsdiskurse. In diesem Jahr durften wir ihn bereits zum zweiten Mal als Referenten in unserer Vortragsreihe begrüßen. Er verdeutlichte verstärkt eine neue Denkweise im Diskussionsfeld der Nachhaltigkeit, dass nicht nur die Information und Bericht über Umweltschäden und sozialen Missstand etc. ausreichend sind, um zu polarisieren. Vielmehr ist es die Geschichte drum herum und die Art und Weise, wie sie erzählt wird. Erst durch eine richtige Erzählweise kann die Aufmerksamkeit wirksam auf Probleme und vor allem deren Lösungen gelenkt werden.

6.)    Frau Marie-Luise Glahr - Bürgerstiftung Potsdam - Projekt PotsPresso: Mehrweg statt mehr Müll

Die Bürgerstiftung ist eine Plattform für Engagement. Sie hilft Dir bei der Umsetzung und nimmt vor allem Verwaltungsarbeit ab. Sie kann Spenden verwalten, Spendenbescheinigungen ausstellen und die Projekte bewerben. Unter ihrem Dach können vielfältigste Projekte realisiert werden. Der Stiftungszweck umfasst fast alles, was gemeinnützig ist: Projekte für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Integration, Kunst, Natur, Energiesparen. Frau Glahr stellte PotsPresso als eins dieser Projekte im Rahmen unserer Ringvorlesung vor und verdeutlichte: Mehrwegbecher ist nicht gleich Mehrwegbecher! Es handelt sich um ein Projekt zur Etablierung eines Pfandsystem an Mehrzweck Bechern in Potsdam und damit zur Verringerung des Mülls, welcher Tag für Tag anfällt. Es ist ein funktionierendes System gegen die Plastikflut, die unsere Umwelt verschmutzt und gefährdet.

7.)    Cradle to Cradle e.V. Berlin

2012 wurde der gemeinnützige Verein Cradle to Cradle e.V. gegründet, um die Cradle to Cradle Denkschule in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Warum? Weil die enormen Herausforderungen von heute und morgen nur mit einem kulturellen und gesellschaftlichen Wandel gelöst werden können. Kern dieses umfassenden Wandels ist ein anderes Menschenbild, bei dem wir uns als Nützlinge auf der Erde sehen. Im Rahmen der Vorlesung stellte sich das Cradle to Cradle Team aus Berlin vor und brachte mittels einer anschaulichen Präsentation und Denkaufgaben das Konzept und die Grundgedanken einer Kreislaufwirtschaft näher, mit allen Möglichkeiten und Problemen.

Link für genauere Informationen: c2c-ev.de

8.)    Carolin Schönborn - Maßvoll- einfach unverpackt, der erste verpackungsfreie Lebensmittelladen in Potsdam

Im Rahmen der Ringvorlesung stellte Frau Schönborn ihren Laden Maßvoll- einfach unverpackt vor und brachte uns die Problematik rund um die Plastiküberflutung näher, mit allen Ursachen und Folgen. Im Geschäft “maßVoll” in der Zeppelinstraße 1 gibt seit dem 9. Juni 2018 für euch die Möglichkeit, eure Einkäufe bedarfsgerecht und ohne zusätzliches Verpackungsmaterial zu gestalten. Die ersten Monate seit der Eröffnung haben gezeigt, dass die Potsdamer dafür bereit sind, etwas für sich und unsere Umwelt zu tun. Also bringt bitte (weiter) eure Dosen, Tupperware, Gläser, Tüten, Säcke, Beutel oder was auch immer mit und füllt euch eure Lebensmittel selbst ab.

www.facebook.com/Ma%C3%9FVoll-einkaufen-unverpackt-1060164730789948/

 9.)   Frau Prof. Ursula Gaedke - Universität Potsdam - Regulation ökologischer Prozesse

Prof.  Gaedke brachte uns einzelne grundlegende Inhalte der Ökologie näher und die Regulation ökologischer Prozesse und wie diese ein mögliches Vorbild für unsere Population und Wirtschaftsform sein könnte.

10. )   Herr Dr. Jörn Knobloch - Universität Potsdam- Nachhaltigkeit und eine legitime Zukunft

Dr. Knobloch erläuterte uns eindrucksvoll und verständlich, dass die Nachhaltigkeit auch ein Konzept der politischen Theorien ist. Der Gedanke nach Nachhaltigkeit ist heutzutage alltäglich, zielt auf Veränderungen und trägt seine Wurzel in der Sorge um die eigene Zukunft. Das Konzept behandelt den Versuch die Probleme in der Zukunft zu vermindern und in der Gegenwart kontrollieren zu wollen. Die Gegenwart selbst wird dabei nicht hinterfragt, sondern die künftige Gesellschaft soll die Lösung der Probleme der Gegenwart darstellen.

11.)   Herr Prof. Pierre Ibisch - Hochschule Eberswalde für nachhaltige Entwicklung - Naturschutz aus wissenschaftlicher Sicht - Forst oder Wald?

Professor Ibisch informierte uns mittels seines Vortrages über den kritischen Zustand der Waldökosysteme, indem er die beiden Fragen „Forst oder Wald?“ und „Holz oder Ökosystem?“  näher betrachtete. Er verdeutlichte anschaulich, dass Wald, ein dreidimensionaler Raum, welcher seine eigenen Standortbedingungen produziert, kaum bis gar nicht mehr in Deutschland existiert. In Deutschland dominiert der Forst. Eine nachhaltige Forstwirtschaft muss auf ein Waldmanagement zielen, welches garantiert, dass über alle Generationen hinweg noch Wald vorhanden ist.

 

Wintersemester 2017/18:

Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer Ringvorlesung. Auch in diesem Semester wird es interessante Vorträge aus verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit geben. Die Vorlesung gibt dabei denen einen Überblick, die gerade erst anfangen, sich mit der Thematik zu beschäftigen, bietet aber auch spannende Einblicke in konkretere Themen für diejenigen, die sich schon in der Nachhaltigkeit auskennen.

  • Diskussion über praktische Nachhaltigkeit. Nadja Kath von der Uni Potsdam.
  • Regulierung ökologischer Systeme. Prof. Dr. Ursula Gaedke von der Uni Potsdam.
  • Planspiel Global Compact. AG Balderjahn der Uni Potsdam.
  • Genossenschaften. Hans-Günther Petersen.
  • Umweltökonomie. Prof. Borck von der Uni Potsdam.
  • Bedingungsloses Grundeinkommen – Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt ?! Ursula Klingmüller.
  • Anthropogene Stoffeinträge in die Umwelt. Prof. Oswald von der Uni Potsdam.
  • Diskussion über Begriffe der ökon. Nachhaltigkeit. Dr. Peter Schmidt von der Uni Potsdam.
  • Nachhaltige Ernährung. Mario Sitte vom BUND Brandenburg.
  • Erfindungen, Grenzen, Gerechtigkeit. Von den Schwierigkeiten, Nachhaltige Entwicklung zu ‚erzählen‘. Dr. Manuel Rivera vom IASS.

 

Sommersemester 2015:

Wieder war Ringvorlesungszeit und die Auftaktveranstaltung lief sogar unter dem Motto "Hochschultage".

  • Green and inclusive economy. Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher von der Uni Ulm.
  • Ist Nachhaltigkeit hinreichend? Ein Plädoyer für den Eigenwert der Natur.Dr. Dr. Martin Gorke von der Uni Greifswald.
  • Cradle to Cradle. Cradle to Cradle e.V.
  • Anthropogene Stoffeinträge in die Umwelt.Prof. Dr. Sascha Oswald von der Uni Potsdam.
  • Ökologie und Nachhaltigkeit weiter denken – Krise, Kollaps und Emerging Future.Ulrich Grober von der deutschen Umweltstiftung.
  • Regulierung ökologischer Systeme – ein mögliches Vorbild für unsere Wirtschaftsform.Prof. Dr. Ursula Gaedke von der Uni Potsdam.
  • Urban Gardening. Dr. Christa Müller von anstiftung.
  • Die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Braunkohleabbaus am Beispiel der Lausitz. Felix Hermann.
  • Mit Barbie auf Safari? Postkoloniale Perspektiven auf Nachhaltige Entwicklung.Glokal e.V.
  • Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft.Mario Parade.
  • Nachhaltigkeit und Demokratie – Wie passt das zusammen?Denkzentrum|Demokratie
  • Mir die Frischluft – Dir den Dreck: Globale Nachhaltigkeit als Januskopf. apl. Prof. Dr. habil. Oswald Blumenstein.

Wintersemester 2013/14:

Studium oecologicum fand erstmals als interdisziplinäre Ringvorlesung mit abschließendem Blockseminar an der Universität Potsdam statt und richtete sich an Studierende aller Fachrichtungen. Das waren unsere Themen und Vortragenden:

  • Mir die Frischluft – dir den Dreck! Globale Nachhaltigkeit als Januskopf. Prof. Dr. Oswald Blumstein lehrt seit 2002 an der Uni Potsdam am Institut für Geoökologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört unter anderem die Entwicklung nachhaltiger Problemlösungen für die Sanierung und Renaturierung von Geosystemen unter verschiedenen physisch-geographischen Randbedingungen.
  • Historisch-philosophische Sicht auf Wirtschaftssysteme.Prof. Dr. phil. Andreas Stefan Büttner ist seit 2006 als Privatdozent und seit 2012 als Professor an der Universität Potsdam tätig. Außerdem ist er Dozent bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Im Rahmen seines Projekts denkInform widmet er sich unter anderem Fragen nach der Übernahme ökologischer Verantwortung oder nach Rechten von Tieren.
  • Wachstum in der Ökologie. Prof. Dr. Ursula Gaedke ist Leiterin der Arbeitsgruppe Ökologie/Ökosystemmodellierung und lehrt an der Universität Potsdam. Sie promovierte im Bereich der Theoretischen Ökologie. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Anpassungsfähigkeit ökologischer Systeme auf verschiedenen hierarchischen Ebenen und deren Auswirkung auf ihre Reaktion auf externe Störungen.
  • Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit. glokal e.V. ist ein Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit, der seit 2006 in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig ist. Ein elementarer Bestandteil ihrer Seminare und Bildungsveranstaltungen sind Nord-Süd-Beziehungen, die in ihren Augen bis heute vor allem von ihren kolonialen Wurzeln und den darauf basierenden asymmetrischen und rassistischen Machtbeziehungen geprägt sind. Es geht ihnen darum, zur Kritik der eigenen Position in Deutschland und im globalen Kontext anzuregen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
  • Gendergerechtigkeit. Daniela Gottschlich leitet die Nachwuchsgruppe „PoNa – Politiken der Naturgestaltung. Ländliche Entwicklung und Agro-Gentechnik zwischen Kritik und Vision“ an der Leuphana Universität Lüneburg. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für internationale Politik am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück. Zu ihren Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten gehören Theorien Internationaler Politik, nachhaltige Entwicklung, feministische Theorien. In ihrer Promotion hat sie Gerechtigkeits-, Politik- und Ökonomieverständnisse im Nachhaltigkeitsdiskurs analysiert. Im Rahmen der sozial-ökologischen Forschung beschäftigt sie sich mit Agro-Gentechnik im politischen Mehrebenensystem und untersucht in ihrer Habilitation, inwiefern Politiken nachhaltiger Naturgestaltung einen Beitrag zur Demokratisierung der Demokratie liefern können. Sie hat in zahlreichen lokalen, nationalen und transnationalen Nachhaltigkeits-Projekten gearbeitet.
  • Einführung in die Nachhaltigkeit – Geschichte, Begriff, Konzepte; Verhältnis von Nachhaltigkeit und Ökologie. Ulrich Grober studierte Germanistik und Anglistik an den Universitäten in Frankfurt am Main und in Bochum. Er arbeitet als freier Journalist und Publizist, schreibt Bücher, Essays und arbeitet für Zeitungen (u. a. Die Zeit). Er macht Reportagen, Radiosendungen und Dokumentationen. Bevorzugte Themen sind Kulturgeschichte und Zukunftsvisionen, Naturerfahrung und Nachhaltigkeit, Ökotourismus und Kunst des Wanderns. Ulrich Grober gilt als Experte für Nachhaltigkeit. 2012 wurde sein Werk über die Nachhaltigkeit “Die Entdeckung der Nachhaltigkeit. Kulturgeschichte eines Begriffs.” ins Englische übersetzt.
  • Nachhaltigkeit im Innovationsmanagment. Prof. Dr. Katharina Hölzle ist seit dem 1. Mai 2011 Lehrstuhlinhaberin des Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Entrepreneurship. Zuvor hatte sie eine Stiftungs-Juniorprofessur der Deutschen Telekom Laboratorien an der Technischen Universität Berlin inne. Sie lehrt die Fächer Entrepreneurship, Innovations- und Technologiemanagement im Bachelor- und Masterbereich. Gleichzeitig ist sie Dozentin an der Hasso-Plattner School of Design Thinking, am Hasso-Plattner-Institut und an der Technischen Universität Berlin. Ihre Forschungsgebiete sind Innovationsbarrieren, individuelles Innovationsverhalten, Kundenintegration in den Innovationsprozess, Open Innovation und Strategic Foresight. Sie berät Unternehmen in Fragen des strategischen Technologie- und Innovationsmanagements.
  • Zum Zusammenhang zwischen sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit. Dr. Brigitta Ketz arbeitet seit 1993 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich der Sozialpsychologie an der Universität Potsdam und gehört zur Auswahlkommission der Studienstiftung des Deutschen Volkes.
  • Postwachstumsökonomie. Dr. Tadzio Müller ist Politologe, Globalisierungskritiker und Post-Doktorand beim Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er war 2009 bei den Klimaschutzprotesten in Kopenhagen Sprecher des Netzwerk Climate Justice Action (CJA). Auch die Castor-Proteste 2010 im Wendland hat er maßgeblich mitorganisiert. (Quelle: http://www.taz.de)
  • Ökologisches Grundeinkommen. Dipl.-Ing; Dr.rer. pol Ulrich Schachtschneider ist Energieberater, freier Sozialwissenschaftler und Autor (Attac, Institut Solidarische Moderne, Gesprächskreis Nachhaltigkeit der RLS Berlin).
  • Klimawandel. Prof. Dr. Stefan Rahmstorf ist ein deutscher Ozeanograph und Klimaforscher. Er gehört zu den Leitautoren des 2007 veröffentlichten Vierten Sachstandsberichtes des Weltklimarates (IPCC). Stefan Rahmstorf studierte Physik in Konstanz und Ulm sowie physikalische Ozeanographie an der University of Wales, Bangor. Im Jahr 2000 übernahm er die Professur für das Fach Physik der Ozeane an der Universität Potsdam, wo er Vorlesungen zu den Themenfeldern Paläoklimatologie und Ozeanzirkulation hält. Außerdem bietet er Online-Videovorlesungen im Rahmen der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit im E-Learning-Programm der Universität Bremen an.
  • Biodiversität. Dr. Katrin Vohland ist Expertin des Leibniz Verbundes Biodiversität.  Seit 2009 forscht sie am Museum für Naturkunde Berlin – Leibniz-Institut für Evolutions- und Diversitätsforschung – u. a. zu den Themen Biodiversität und Klimawandel sowie zur Wissenschaftskommunikation. Ihr Aufgabengebiet umfasst vor allem auch Maßnahmen zur Vernetzung der deutschen Biodiversitätsforschung.