Zum Hauptinhalt springen

Hydrologie aktuell

Auf dieser Seite gibt es:

  • eine grafische Aufbereitung des Zustands des Grundwassers in Brandenburg und 
  • Links zu aktuellen hydrologischen Daten verschiedener Institutionen,
  • Beiträge von Expert*innen des WaterHub zu tagesaktuellen Themen.

Aktuelle hydrologische Daten

https://www.ufz.de/index.php?de=37937
Foto: Irene Hahn

Dürre

Im Dürremonitor stellt das Helmholtzzentrum für Umweltforschung (UFZ) tagesaktuelle Daten zur Bodenfeuchte, flächendeckend für ganz Deutschland zur Verfügung. 

https://niwis-online.de/karte/189
Foto: Andreas Bauer

Niedrigwasser

Das Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) ist Deutschlands erstes bundesweit einheitliches Portal zur Beobachtung und Bewertung von Niedrigwasserlagen. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) betreibt die im Juli 2026 gestartete Plattform.

https://apw.brandenburg.de/?feature=showNodesInTree%7c%5b%5b256.399,256.444,256.411,256.445%5d,true&th=zr_gw_me#
Foto: Irene Hahn

Grundwasser

Hier geht es zur Auskunftsplattform Wasser des Landes Brandenburg mit aktuellen Daten aus mehr als 1000 Grundwassermessstellen.  

https://www.dwd.de/DE/Home/home_node.html
Foto: Irene Hahn

Niederschlag

Hier finden sie die aktuellen Niederschlagsmuster für Deutschland des Deutschen Wetterdienstes inklusive einer kurzfristigen Vorhersage.


Sturzflut in Nepal

Was ist passiert?

Aus ersten Satellitenbildern kann man erkennen, dass ein großer Teil einer steilen Gletscherzunge im nepalesischen Teil des Himalaya abgebrochen ist. Vermutlich löste sich auch das unter und neben dem Gletscher anstehende Grundgestein mit ab. Das Gemisch aus Eis und Stein stürzte viele Hunderte Meter über einen Abhang in die Tiefe. Die hohe Energie sorgte vermutlich dafür, dass das eingeschlossene Eis geschmolzen ist, wodurch sich aus der ürsprünglichen Eis-Geröll-Lawine eine Art Murgang bis Flut entwickelte. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass das Gemisch mehrere Hundert Millionen Kubikmeter an Material umfasste, und durch die steile Topographie Geschwindigkeiten von über 50 Metern pro Sekunde (!) erreichte. Die Flut passierte nach wenigen Minuten den Grenzübergang zu China, der vollständig zerstört wurde. Erste Pegelauswertungen zeigten, dass selbst nach mehreren Zehnerkilometern die Wasserstände immer noch 10 m höher als üblich waren, während der Scheitel der Flutwelle die Pegelstationen passierte. Erhöhte Pegel konnten selbst in Indien festgestellt werden, das heißt, dass sich die Welle weit mehr als 100 km ausbreiten konnte. Es ist also eine Katastrophe von multinationalem Ausmaß.  

Was ist über die Ursachen bekannt?

Sehr wenig. Das Gebiet wurde meines Wissens nicht spezifisch für ein mögliches Auftreten eines solchen Ereignisses überwacht. Erste Analysen zum Fließverhalten des Gletschers in den letzten Monaten und Jahren weisen vorerst keine erheblichen Unregelmäßigkeiten auf. Anfangs wurde noch über ein Erdbeben als Auslöser diskutiert; dies wurde mittlerweile revidiert: es ist die hohe Energie der aufprallenden Eis- und Gesteinsmasse gewesen, die ein seismisch detektierbares Signal erzeugt hat. Nun müssen Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Forschungsbereichen - Glaziologie, Geologie, Seismologie, Meteorologie - zusammenarbeiten um die Gründe besser zu verstehen und dadurch ein besseres Montoring und Vorhersagen zu ermöglichen. 

Wie häufig sind solche Ereignisse?

Ereignisse mit derartigen Magnituden, gemessen am losgelösten Gletscher- und Gesteinsvolumen und den hohen Abflüssen, sind selbst für den Himalaya mit seinen großen Gletschern und schroffen Gebirgstälern selten. Außergewöhnlich sind sie jedoch nicht: in den vergangenen Jahren konnten immer wieder ähnliche Ereignisse entlang des Himalaya-Karakorum Gebirgsbogen dokumentiert werden, z.B. 2021 im Chamoli Distrikt im indischen Himalaya. Solche Extremereignisse treten also mit einer gewissen Wiederholrate auf, wenn auch nicht unbedingt jährlich.

Müssen wir damit rechnen das soetwas in Zukunft öfter passiert?

Ich denke ja. Durch die globale Erwärmung taut der Permafrost in den Gebirgshängen, was die Festigkeit von Fels herabsetzt. Zudem schmelzen die Gletscher immer weiter in steilere Bereiche zurück, wodurch sich im Gletschereis Spannungen und Risse aufbauen können. Beides zusammen bildet - rein theoretisch - die Voraussetzung, dass bei fortschreiteder, möglicherweise sogar beschleunigter Entwicklung dieser Prozesse solche Ereignisse häufiger, womöglich auch größer werden. Hinzukommt eine häufige Erdbebenaktivität und der jährliche Monsun, die sowohl die Auslösung als auch den Transport solcher Massen begünstigen. 

Wie kann man sich davor schützen?

Wir brauchen auf jeden Fall besseres, flächendeckenderes Monitoring. Lokale Lösungen können hilfreich sein, aber für die Größe des Himalaya-Bogens braucht es Methoden, die flächendeckend in nahezu Echtzeit funktionieren. Dazu bietet sich ein dichtes Netzwerk an Seismometern an, die gebenenfalls auch vor dem eigentlichen Ereginisse erste Veränderungen und Schwingungen erkennen können. Auch tägliche, hochaufgelöste Satellitenbilder könnten helfen, Risse im Gletscher und im Gestein zu erkennen. In der Theorie bestehen diese Möglichkeiten um ein präzises Monitoring und dadurch auch Frühwarnsysteme zu ermöglichen. In der Praxis bräuchte es, gerade auch durch den multinationalen Kontext, ein koordiniertes Vorgehen um sich auf solche Extremereignisse besser vorzubereiten. Einen technischen Schutz, im Sinne von Deichen oder Barrikaden, halte ich für kaum realisierbar und würde daher eher dafür plädieren, Flussauen von der Bebauung auszuschließen.  

Dr. Georg Veh

Geohazards | Wissenschaftlicher Mitarbeiter