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Würzburg - eine von drei Fallstudienstädte in ExTrass

Foto: Matthias Bucks /pixelio.de

Würzburg, in Bayern gelegen, ist seit vielen Jahren in den Themenfeldern Klimaschutz und Klimaanpassung tätig. Die Starkregenereignisse an verschiedenen Orten Deutschlands in den letzten Jahren und die Hitzewelle im Sommer 2018 zeigen, dass dieses Engagement hochaktuell und für die Bevölkerung wichtig ist. Mehr zu den Aktivitäten Würzburgs in diesem Bereich erfahren Sie hier.

In ExTrass arbeiten die Stadtverwaltung, Akteure des Katastrophenschutzes, Zivilgesellschaft und Wissenschaft eng zusammen, um die Anpassung an den Klimawandel zu stärken. 

Foto: Matthias Bucks /pixelio.de

Einige konkrete Handlungsfelder in ExTrass

  • Innenhofbegrünung: Wie kann ein Begrünungsprojekt umgesetzt werden und welche Entscheidungen sind dabei auf welcher Wissensgrundlage zu treffen? Die Stadt Würzburg hat hier bereits vielfältige Erfahrungen, da sie ein Förderprogramm für die Begrünung privater Innenhöfe aufgelegt hat. ExTrass unterstützt und begleitet die Begrünung eines Innenhofs in Würzburgs Innenstadt. Neben einer Abschätzung des Effekts der Begrünung auf das lokale Klima stehen auch die Wahrnehmung und Bewertung der Maßnahme in der Bevölkerung im Mittelpunkt der Untersuchung.
  • Klimaanpassung in der Stadtplanung: Welche Möglichkeiten bestehen derzeit, das Thema Klimaanpassung in der Stadtplanung aufzugreifen und wie werden diese in Würzburg konkret genutzt? Zur Beantwortung dieser Fragen werden in ExTrass zunächst verschiedene Bereiche (Bauleit- und Landschaftsplanung) und Phasen (rechtliche Rahmen bis Genehmigungsverfahren) der Stadtplanung analysiert. Darauf aufbauend werden bestehende Planungsinstrumente optimiert, damit die Risiken von extremen Wetterereignissen in Zukunft pro-aktiv reduziert werden können.
  • Daten und Wissen zum Stadtklima: Wie ist die Hitzeverteilung in der Stadt und wie kann zukünftig geplant und gebaut werden, sodass die Hitzebelastung für die Bevölkerung sinkt? Durch seine Tallage ist Würzburg besonders von Hitze betroffen. Deshalb hat die Stadt früh reagiert und verfügt bereits über eine stadtklimatische Karte. Bei der Umsetzung von baulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Kühlleistung von Flächen besteht jedoch zu wenig Wissen, wie sich solche Maßnahmen auf das Mikroklima in der Stadt auswirken. Daher werden in ExTrass an verschiedenen Plätzen in der Stadt mikroklimatische Messungen mit mobilen Geräten durchgeführt und somit die Datengrundlagen für Entscheidungen erweitert.
  • Auswirkungen und Wahrnehmungen von Hitze und Starkregen: Welche (gesundheitlichen) Auswirkungen haben extreme Wetterereignisse auf die Bewohner und Bewohnerinnen in Potsdam, Remscheid und Würzburg und mittels welcher Strategien und Maßnahmen schützt sich die Bevölkerung bereits gegen Belastungen? Im Rahmen von ExTrass werden Befragungen zu Hitzebelastungen in Würzburg durchgeführt. Zielgruppen sind dabei die Einwohner und Einwohnerinnen sowie das Personal im Gesundheitssektor und in sozialen Einrichtungen. Zudem wurde bereits die Hitzewahrnehmung und das hitzerelevante Verhalten der Besucher und Besucherinnen der Landesgartenschau 2018 untersucht. Letztendlich soll herausgearbeitet werden, welche Maßnahmen von Seiten der Bevölkerung und der Städte notwendig sind, damit Einwohner und Einwohnerinnen Würzburgs in Zukunft angepasster handeln (können).
  • Risikokommunikation: Welche Informationen und Anstöße benötigt die Bevölkerung, um sich bei Extremereignissen angepasster zu verhalten und eigene Schäden und Belastungen zu vermeiden? Welche Vermittlungsformen sind besonders geeignet, um die notwendigen Informationen langfristig zu vermitteln? In ExTrass werden zur Beantwortung dieser Fragen verschiedene Formen der Risikokommunikation auf ihre Effektivität hin getestet. Darauf aufbauend wird eine effektive und zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategie für Potsdam, Remscheid und Würzburg entwickelt.
  • Notfallpläne verbessern: Wie werden extreme Wetterereignisse in Notfallplänen der Stadt Würzburg und in Plänen sozialer Einrichtungen vor Ort bislang berücksichtigt und welche Ergänzungen scheinen ratsam? In Notfällen muss häufig schnell und koordiniert gehandelt werden, daher ist es wichtig, dass Abläufe und zu erfüllende Aufgaben allen relevanten Personen gut bekannt sind. In ExTrass wird der aktuelle Stand zur Regelung von Extremwetterereignissen in Notfallplänen in Potsdam, Remscheid und Würzburg herausgearbeitet; Erweiterungen und Konkretisierungen werden vorgeschlagen.

Die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen werden mit weiteren Groß- und Mittelstädten diskutiert. Im Fokus steht dabei das Lernen voneinander und der Transfer getesteter Maßnahmen und erfolgreicher Ideen zwischen Städten. Erarbeitete Handlungsempfehlungen sollen die kommunale Klimaanpassung stärken und die Arbeit von Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden bundesweit unterstützen. Sie richten sich zudem an Städteverbände und -netzwerke sowie an die Bundesländer und die Bundesebene.