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Forschung - aktuelle Projekte

Simulationspatienten in Training und Supervision zur Evaluation psychotherapeutischer Kompetenzen

Psychotherapie gilt als hoch wirksame und anerkannte Methode zur Behandlung vielfältiger psychischer Störungen. Weit weniger gut erforscht sind hingegen Maßnahmen zur Vermittlung effektiver psychotherapeutischer Ansätze und Kompetenzen. Zwei wichtige Strategien zur Kompetenzvermittlung stellen in diesem Zusammenhang Trainingsmaßnahmen und Supervisionen dar. Eine Methode, die bereits in der Medizin international weit verbreitet ist und eine systematische Untersuchung von Trainingsmaßnahmen ermöglicht, sind standardisierte Rollenspiele, in denen Simulationspatienten (trainierte Personen, die ein Störungsbild darstellen) eingesetzt werden. In der Klinischen Psychologie und Psychotherapie hingegen werden standardisierte Rollenspiele bisher kaum genutzt, haben jedoch das Potential, zur Systematisierung der Ausbildungs- und Supervisionsforschung beizutragen. In der ersten Phase des Forschungsvorhabens werden standardisierte Rollenspiele für den klinisch-psychologischen Bereich adaptiert, um die Erfassung psychotherapeutischer Kompetenzen zu ermöglichen. In der zweiten Phase werden standardisierte Rollenspiele zur Evaluation von Trainings- und Supervisionsmaßnahmen angewendet. In zwei Experimenten sollen zunächst zentrale Behandlungsansätze vermittelt werden, die im Rahmen der Depressionsbehandlung von Bedeutung sind (kognitive Umstrukturierung und Aktivitätenaufbau). Im ersten Experiment wird eine aktive Trainingsstrategie (Modelllernen) mit einer passiven Trainingsstrategie (Lesen eines Manuals) verglichen. Im zweiten Experiment werden zwei Methoden der Supervision (verbaler Bericht vs. Videoanalyse) miteinander vergleichen. In beiden Experimenten sollen jeweils 68 Masterstudierende der Psychologie randomisiert den Experimental- und Kontrollbedingungen zugeordnet werden. Die Kompetenzerfassung in den standardisierten Rollenspielen erfolgt anhand etablierter Kompetenzskalen auf der Basis von Videoaufnahmen durch zwei unabhängige Rater sowie zu drei Messzeitpunkten (prä-, post- und 3-Monats-Follow-up). Das Forschungsvorhaben soll einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Methoden der Ausbildungsforschung in der Klinischen Psychologie leisten und Erkenntnisse zu spezifischen Trainings- und Supervisionsmethoden liefern und so zur Verbesserung der psychotherapeutischen Ausbildung sowie zur effektiven Verbreitung von psychotherapeutischen Behandlungsmethoden beitragen.

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Förderzeitraum: 06/2019 bis 05/2022

Leitung: Prof. Dr. Florian Weck, Dr. Franziska Kühne

Die Bedeutung eines Kompetenz-Feedbacks für den Therapieerfolg: eine randomisierte kontrollierte Studie

Psychotherapeutischen Kompetenzen wird eine wichtige Bedeutung für den Erfolg einer Behandlung beigemessen. Empirische Arbeiten, die den Zusammenhang zwischen psychotherapeutischen Kompetenzen und Behandlungserfolg untersuchten, basieren jedoch ausschließlich auf korrelativen Analysen und sind somit ungeeignet, kausale Zusammenhänge zu überprüfen. In vorangegangenen Studien erwies sich ein Feedback zu den Kompetenzen eines Therapeuten als geeignete Maßnahme, um diese zu erhöhen. In dem vorliegenden Forschungsprojekt soll ein Kompetenz-Feedback genutzt werden, um therapeutische Kompetenzen systematisch zu steigern und deren kausale Bedeutung für den Therapieerfolg zu überprüfen. In einem randomisierten kontrollierten Design sollen n = 58 Behandlungen von Patienten mit Depression unter einer Feedback-Bedingung durchgeführt werden, in der die behandelnden Therapeuten innerhalb von 20 Behandlungssitzungen fünfmal ein Kompetenz-Feedback erhalten. Das Kompetenz-Feedback besteht in einer ausführlichen schriftlichen Rückmeldung zu 14 verschiedenen Aspekten des Therapeutenverhaltens. Als Kontrollbedingung dienen weitere n = 58 Behandlungen, Kompetenz-Feedback durchgeführt werden (treatment as usual, TAU). Um eine Vergleichbarkeit der Bedingungen hinsichtlich einer Beobachtungssituation zu gewährleisten, erfolgt auch in der TAU-Bedingung ein Feedback nach Ende der Behandlungen. Es wird erwartet, dass die Feedback- der TAU-Bedingung überlegen ist und zu signifikant besseren Therapieergebnissen führt. Mittels Mediatoranalysen soll zudem geprüft werden, ob psychotherapeutische Kompetenzen und die Güte der therapeutischen Beziehung den Zusammenhang zwischen den Bedingungen (Feeback vs. TAU) und dem Behandlungserfolg mediieren. Die Ergebnisse der Studie sind von hoher Relevanz für die klinische Prozessforschung, für die Ausbildung zum/r Psychologischen Psychotherapeuten/in sowie für die Verbreitung von Behandlungsansätzen in die klinisch-psychologische Praxis.

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Förderzeitraum: 08/2015 bis 12/2019

Mitarbeiter: Prof. Dr. Florian Weck, Yvonne M. Junga, M.Sc