Psychotherapeutische Kompetenzen
In diesem Forschungszweig gehen wir der Frage nach, was psychotherapeutische Kompetenzen sind, und wie man sie messen kann.
Entwicklung von Fertigkeiten im Studienverlauf
Wir untersuchen folgende Fragestellungen im Längsschnitt: 1) Inwieweit entwickeln Studierende des Masterstudiengangs Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie im Studienverlauf therapeutische Kompetenzen (d.h. klinisches Wissen, praktische Fertigkeiten)? 2) Inwieweit ist diese Kompetenzentwicklung ausbildungsspezifisch (d.h. auf die Zugehörigkeit zum Masterstudiengang zurückzuführen und nicht bspw. auf eine zunehmende Lebenserfahrung)?
Kontakt: M.Sc. Klara Eisert (Studiendurchführung), Dr. Ulrike Maaß, Prof. Dr. Franziska Kühne
Kooperation: Prof. Dr. Michael Witthöft (Ruhr-Universität Bochum)
Präregistrierungen: Eisert, K., Maaß, U., Kühne, F., & Witthöft, M. (2023). Professional Competence Development of Psychotherapy Students - A Pilot Study. https://doi.org/10.17605/OSF.IO/TDEX5
Eisert, K., Maaß, U., Kühne, F., & Weck, F. (2024). The Reformed Psychotherapy Master's Program from the Perspective of Lecturers and Teaching Therapists. https://doi.org/10.17605/OSF.IO/ZR5T7
Simulationspatienten in Training und Supervision zur Evaluation psychotherapeutischer Kompetenzen
Wichtige Strategien zur Vermittlung psychotherapeutischer Kompetenzen stellen Trainingsmaßnahmen und Supervisionen dar. Im ersten Experiment wurde eine Trainingsbedingung, in der ein Therapeut modellhaft in einem Video die Anwendung der kognitiven Umstrukturierung bzw. des Aktivitätenaufbaus zeigte (Experimentalbedingung), mit einer Kontrollbedingung (Lesen eines entsprechenden Fachtextes) verglichen. Teilnehmer:innen in der Experimentalbedingung erzielten einen deutlicheren Zuwachs an unabhängig eingeschätzten, therapeutischen Kompetenzen als Teilnehmer:innen, die nur den Fachtext gelesen hatten. Im zweiten Experiment wurden zwei Supervisionsformate miteinander verglichen. Hierbei erhielten Studierende der Psychologie eine Supervision, die entweder auf ihrem verbalen Bericht oder auf der Videoaufzeichnung einer simulierten Therapiesitzung basierte. Beide Supervisionsformate trugen zu einer vergleichbaren Zunahme psychotherapeutischer Kompetenzen bei. Das Forschungsvorhaben leistete einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Methoden der Ausbildungsforschung und trägt so zur Verbesserung der psychotherapeutischen Ausbildung sowie zur effektiven Verbreitung von psychotherapeutischen Behandlungsmethoden bei.
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (Projektbeschreibung), Prof. Dr. Florian Weck, PD Dr. Franziska Kühne (PIs, 2019 - 2023)
Hauptpublikationen: Weck, F., Maaß, U., Paunov, T., Heinze, P. E., & Kühne, F. (2024). Clinical supervision based on video vs. verbal report: A randomized controlled trial. Cognitive Behaviour Therapy. https://doi:10.1080/16506073.2024.2434016
Kühne, F., Heinze, P.E., Maaß, U., & Weck, F. (2022). Modeling in psychotherapy training - A randomized controlled proof-of-concept trial. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 90, 950-956. https://doi.org/10.1037/ccp0000780
Kühne, F., Heinze, P. E., & Weck, F. (2020). Standardized patients in psychotherapy training and clinical supervision: Study protocol for a randomized controlled trial. Trials, 21(276). https://doi.org/10.1186/s13063-020-4172-z