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Zu Fuß in die 16 Hirtensiedlungen Rimellas – 7. Juni 2017

Studierende der Kulturwissenschaften auf Exkursion in den italienischen Alpen
Panorama aus dem kleinen Walsdorf Rimella. Foto: Scharnow

Panorama aus dem kleinen Walsdorf Rimella. Foto: Scharnow

Der Wecker klingelt um 4.30 Uhr. Heute startet unsere Forschungsreise nach Rimella, in ein im 12. Jahrhundert gegründetes kleines Walserdorf, gelegen im oberen Sesiatal im italienischen Piemont. Die Reise ist Teil des Seminars „Lebensraum und Lebensweise: Gestaltung, Eroberung, Vermarktung und Zerstörung“, in dem wir den Zusammenhang von Lebensraum und Lebensweise erforschen wollen. 

7.25 Uhr, unser Flieger hebt pünktlich ab. Wir überfliegen die Alpen, die schneebedeckt unter uns liegen. BUON VIAGGIO! Noch mehr Fragen gehen uns durch den Kopf: Wie wird es in Rimella sein? Welche vormodernen Lebensformen werden uns begegnen? Wie lebten die Bewohner früher und wie heute? Besteht das Tal wirklich aus einer Einöde aus verlassenen und brachliegenden Häusern? 

Wir sind in Italien gelandet und reisen mit dem Zug weiter von Busto Arsizio nach Novara und von dort nach Varallo, unserer ultima stazione. Schon sind die weißen Bergkuppen zu sehen und die großen Städte liegen hinter uns. Es wird ruhiger, die Bergstraßen enger, die Luft klarer. Mit dem Flexibus geht es gegen 18 Uhr aus dem Tal hinauf nach Rimella in einer Höhe von 1.181 Metern. In Interviews, die wir mit der Kamera festhalten, wollen wir mehr über die Lebensweise in den Bergen erfahren. An welchen Erfahrungen lassen die verbliebenen Einwohner uns teilhaben? Wie sieht ihr Alltag aus? Was werden sie über Handwerk, traditionelle Arbeitsweisen, Almbetrieb und Viehwirtschaft berichten? 

Nach einer Stunde erreichen wir Rimella. Unsere Koffer werden per Seilwinde in das kleine, familiär geführte Albergo Fontana hinaufgezogen. Franca und Renata führen gemeinsam das Albergo und begrüßen uns auf das Herzlichste. Beim gemeinsamen Abendessen klingt der Tag aus und wir planen den morgigen Aufstieg zur Bocchetta di Campello. Dafür bekommen wir letzte Instruktionen, was in Sachen Trittfestigkeit zu beachten ist, und weitere Hinweise, um Unfälle zu vermeiden. Im steilen und uns unbekannten Gelände wird vor unbedachten Selfie-Aktionen gewarnt, und auch die Sonnenstrahlung, die morgen zu erwarten ist, ist auf der Südseite der Alpen nicht zu unterschätzen. Nico, unser Kameramann, hat seine Ausrüstung gecheckt. In der Dunkelheit erscheint uns der Sternenhimmel in Rimella viel klarer und heller als in Berlin. Die Kirchturmglocken läuten zur Nacht. Sonst ist es sehr still im kleinen Dorf, in dem es nur das Albergo mit einem kleinen Lebensmittelladen gibt.

Text: Fleur-Christine Schröder
Online gestellt: Agnetha Lang
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de

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