Auf den Spuren der Antike – Erschwerte Anreise und Tag 1 in Cagliari

Studien- und Forschungsreise nach Sardinien
Das Bild zeigt Reisende auf dem Bahnhof Basel. Foto: Dr. Nina Mindt
Das Bild zeigt den Eingang zur Grotte della Vipera in Sardinien. Foto: Dr. Nina Mindt
Das Bild zeigt die Basilika San Saturnino in Sardinien. Foto: Dr. Nina Mindt
Das Bild zeigt Menschen am wolkenverhangenen Strand von Cagliari. Foto: Dr. Nina Mindt
Das Bild zeigt neun Menschen auf dem "Elefantenturm" in Sardinien. Foto: Dr. Nina Mindt
Photo : Dr. Nina Mindt
Auf dem Bahnhof Basel
Photo : Dr. Nina Mindt
Eingang zur Grotte della Vipera in Sardinien
Photo : Dr. Nina Mindt
Basilika San Saturnino
Photo : Dr. Nina Mindt
Am wolkenverhangenen Strand von Cagliari
Photo : Dr. Nina Mindt
Die Gruppe auf dem "Elefantenturm"

Erschwerte Anreise

Cagliari, wir kommen. Oder doch nicht? Einen Tag vor unserer Abreise nach Sardinien erscheint die Push-Nachricht auf unseren Handys: Streik am BER, unser erster Gabelflug fällt aus. Kein Grund für uns, den Kopf in den Sand zu stecken. Schnell wurde eine Alternative gefunden. 14 Stunden Zugfahrt liegen vor uns, von Berlin nach Mailand über Mannheim und Basel, um anschließend mit dem Flieger nach Cagliari überzusetzen. Dementsprechend müde kommen wir an unserem Zielort an und fallen erschöpft in unsere Betten.

 

Tag 1 in Cagliari

Heute geht die Exkursion endlich richtig los. Wir, das Team der Denkfabrik und von EDUC, sind zehn Studierende der Studiengänge Latein und Geschichte sowie unsere wissenschaftlichen Betreuer, Forschende und Lehrende. Wir machen uns auf dem Weg zu unserem ersten Besichtigungsort, die Grotta della Vipera. In der frühen Neuzeit wurde die „Viperngrotte“, deren Eingang mit Schlangen verziert ist, für ein Martyrium von christlichen Heiligen gehalten. Doch diese Interpretation ist falsch. Es handelt sich um das Grab der Atilia Pomptilla und ihres Ehemannes Lucius Cassius Philippus, das im Laufe des zweiten Jahrhunderts n. Chr. erbaut wurde. Lucius und Atilia wurden nach Sardinien ins Exil getrieben. Als ihr Mann erkrankte, hatte Atilia die Götter darum gebeten, an der Stelle ihres Mannes zu sterben. So geschah es tatsächlich. Ihr Mann Lucius erfreute sich bald wieder bester Gesundheit und schrieb ehrwürdige Texte über seine Frau, die im Grab noch heute – wenn auch sehr schwer – an den Wänden zu lesen sind.

Anschließend geht es hinauf auf den Elefantenturm, von wo aus wir einen weiten Blick über das Meer genießen, auch wenn es wolkig und windig ist. Der Elefantenturm ist Teil der pisanischen Befestigungsanlage aus den Anfangsjahren des 14. Jahrhunderts. Unter den Spaniern fungierte der Turm als Gefängnis, die Freifläche davor angeblich als Hinrichtungsplatz. Seit der letzten Renovierung 1999 dient er als Aussichtsturm. Der Name „Elefantenturm“ leitet sich von dem kleinen Marmorelefanten über dem Tor ab. Doch warum und seit wann dieser dort steht, ist nicht klar.

Danach besuchen wir die Basilika San Saturnino. Santurninus ist ein Martyrer, der im Jahre 304 im Zuge der Großen Verfolgung Diokletians starb. Es heißt, er sei enthauptet worden, weil er sich geweigert habe, seinen Gott zu verleugnen. Der heutige Kuppelbau der Basilika, die nach der Tradition auf der Grabstätte Saturninus steht, ist wahrscheinlich im 6. Jahrhundert im byzantisch-proto romanischen Stil erbaut worden und galt als die größte und wichtigste Kirche der Insel.

Schon am ersten Tag unserer Exkursion haben wir viel über die Geschichte Sardiniens und insbesondere unserer Partnerstadt Cagliari gelernt, sodass unsere Köpfe rauchen und der Magen knurrt. Doch bevor der Abend standesgemäß mit frischer Pizza beendet wird, gehen wir noch an den Strand. Während in Potsdam keine Wolke am Himmel zu sehen ist – so wird es uns jedenfalls berichtet –, bleibt es hier heute für uns, dank kalter steifer Brise und dichter Wolkendecke, nur bei einem kleinen Spaziergang.