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Ein MRT kommt zum Patienten – Die Universität Potsdam ist an einem Kooperationsprojekt beteiligt, bei dem modernste medizinische Technik landesweit eingesetzt wird

Demnächst auf brandenburgischen Landstraßen unterwegs: der Truck des Klinikums Ernst von Bergmann Potsdam, in den ein MRT eingebaut ist. Foto: Klinikum EvB/Lang.

Demnächst auf brandenburgischen Landstraßen unterwegs: der Truck des Klinikums Ernst von Bergmann Potsdam, in den ein MRT eingebaut ist. Foto: Klinikum EvB/Lang.

Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann schickt ab Juli eine Radiologiestation auf Rädern zu kleineren Kliniken des Landes Brandenburg und an ein Krankenhaus in Berlin. Ziel ist es, die medizinische Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit modernster Diagnostik zu verbessern. Die Universität Potsdam beteiligt sich in Forschung und Lehre an dem Projekt. 

Die Idee hinter dem Vorhaben: Tagsüber wird untersucht, nachts der in einem Truck eingebaute Magnetresonanztomograph (MRT) an einen anderen Standort gebracht und früh an das neue Radiologie-Team übergeben. Das System ist speziell für diese hohe Mobilität ausgelegt. Es wird nicht nur an den Krankenhäusern in Bad Belzig, Forst/Lausitz und Waldfriede in Berlin-Zehlendorf zum Einsatz kommen, sondern auch am Bergmann-Klinikum selbst sowie an der Universität Potsdam. Weitere Orte sind geplant. „An dem Gerät ist das gesamte moderne Spektrum der klinischen MRT, einschließlich der sehr anspruchsvollen Protokolle möglich“, betont Alexander Huppertz, Facharzt für Radiologie und medizinischer Geschäftsführer der Poliklinik in Potsdam. Er hat an der hiesigen Universität habilitiert, erfüllt hier Forschungs- und Lehraufgaben.Gemeinsam mit ihm hat das Team der Hochschulambulanz unter Leitung von Prof. Dr. Frank Mayer ein innovatives Konzept entwickelt, wie das mobile System auch in Forschung und Lehre angewendet werden kann. Eine Arbeit, die Früchte trägt: Denn alle zwei Wochen macht das MRT nun zunächst für einen Tag an der Universität Potsdam Station. 

Am 12. Juli soll es losgehen. Dann steht der Lastzug direkt hinter der Hochschulambulanz. Aktuell laufen dafür die letzten Vorbereitungen. Mitarbeiter des Hochschulgebäudemanagements kümmern sich derzeit noch um eine funktionierende Stromversorgung und den Anschluss ans Netzwerk. Erste wissenschaftliche Forschungsprojekte bei der Betreuung von Nachwuchs- und Spitzensportlern des Olympiastützpunktes Brandenburg und der „Mobilen Brandenburger Kohorte zur Verbesserung der Morbidität und Mortalität von Patienten mit metabolischem Syndrom“ sind auch schon entwickelt. Aus ihnen sollen neue Erkenntnisse zu Therapiekonzepten und Präventionsmaßnahmen gewonnen werden. Außerdem findet das Gerät auch Eingang in die Lehre. So sollen Studierende der Fachrichtungen Sporttherapie, Lehramt Sport und Clinical Exercise Science an ihm lernen, wie man ein MRT anwendet und welche Möglichkeiten es bietet. Alle Untersuchungen, die mit ihm durchgeführt werden, finden jedoch ausschließlich innerhalb von Forschungsprojekten statt. Radiologisch wird Alexander Huppertz die Arbeiten unterstützen und sein Wissen aus über 20 Jahren wissenschaftlicher Projekte zur Bildgebung in die Kooperation einbringen. Für Frank Mayer, Ärztlicher Direktor der Hochschulambulanz, ist das auf insgesamt acht Jahre ausgelegte Projekt mit dem Titel „mobile MRT für Brandenburg“ ein weiterer Meilenstein in der Profilierung der Potsdamer Gesundheitswissenschaften. „Das MRT vervollständigt die Methoden der Bildgebung der Hochschulambulanz“, sagt er. „Damit gelingt es einerseits, Strukturanalysen in Forschungs- und Betreuungsprojekte einzubinden und andererseits Studierenden die grundlegende Technik des MRT und deren Anwendungsfelder zu vermitteln.“

Die MRT-Station auf dem Truck ist 35 Quadratmeter groß. Entwickelt hat sie das Unternehmen Philips, das dafür 1,5 Millionen Euro investierte. Der Betrieb der Station, so nimmt man im Bergmann-Klinikum an, wird über die gesamte Laufzeit mehr als drei Millionen Euro kosten. Viel Geld, durch das sich die medizinische Versorgung in den ausgewählten ländlichen Krankenhäusern, die sich eine so teure Technik stationär nicht leisten können, qualitativ stark verbessern wird. Den Patienten – etwa 30 können an einem Tag untersucht werden – bleiben zudem lange Wege erspart. Und was bringt die Kooperation mit dem Ernst von Bergmann Klinikum für die Universität? „Unsere Zusammenarbeit wird durch die Nutzung des MRTs in Forschung und Lehre vertieft“, so Frank Mayer. „Die interdisziplinäre Bearbeitung klinischer Forschungsfelder insbesondere bezüglich der Belastbarkeit von Athleten und Patienten wird weiter ausgebaut.“

Die Magnetresonanz Tomographie gilt als eine der größten technischen Innovationen der vergangenen 20 Jahre. Sie ist aus der Routine in Medizin und Sportmedizin nicht mehr wegzudenken. Auch in der medizinischen Forschung und in Fachrichtungen wie den Neurowissenschaften spielt sie eine entscheidende Rolle. 

Kontakt

Universität PotsdamProf. Dr. Frank Mayer, Ärztlicher Direktor der Hochschulambulanz /Professur für Sportmedizin und SportorthopädieAm Neuen Palais 10

E-Mail: fmayeruni-potsdamde

Text: Alexander Huppertz/Petra Görlich
Online gestellt: Alina Grünky
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde