Sprachbildung und -förderung im mehrsprachigen/inklusiven Kontext (Deutschdidaktik im inklusiven Kontext und Didaktik DaF/DaZ)
„Service Learning – Bühne frei!"
Ein Theaterprojekt zur Förderung der Lesekompetenz und des sozialen Miteinanders in inklusiven Lernsettings“
Im Rahmen der Maßnahme „Service Learning – Bühne frei! Ein Theaterprojekt zur Förderung der Lesekompetenz und des sozialen Miteinanders in inklusiven Lernsettings“ werden Lehramtsstudierende der Universität Potsdam und der University of Education in Winneba (Ghana) in Leseforschung, Theaterpädagogik und szenischer Inszenierung geschult. Diese Inhalte werden auf der digitalen Lernplattform OpenUP verfügbar gemacht. Das Projekt nutzt Theaterskripte, um Leseflüssigkeit und -verständnis bei Schüler*innen (10-14 Jahre) zu verbessern. Dabei werden Rollen angepasst bzw. doppelt besetzt, Lesecoaches eingesetzt und Teile als Lesetheater aufgeführt. Das Potsdamer Inklusionsdidaktische Unterrichtsmodell wird für internationale Kontexte adaptiert, und unterstützt die Planung und Durchführung des Theaterprojekts. Studierende erhalten Online-Lectures, eine internationale Ringvorlesung und einen Theater-Workshop. Die Theaterstücke thematisieren „Ausgrenzung und Diskriminierung in Schulen“ und fördern den kommunikativen Austausch und die Suche nach Lösungen zur Inklusion. Während der Praxisphase erhalten die Studierenden ein wöchentliches Online-Coaching.
News: Das Teilprojekt wurde von UNESCO Deutschland für den UNESCO International Literacy Prize 2026 nominiert!
Der UNESCO International Literacy Prize zählt zu den renommiertesten und bedeutendsten internationalen Auszeichnungen im Bereich der Literacy-Förderung und würdigt weltweit herausragende Projekte, die zur Verbesserung von Lese-, Schreib- und Bildungskompetenzen beitragen. Die Nominierung stellt eine besondere Anerkennung des Teilprojekts für die innovative Verbindung von Theaterpädagogik, inklusiver Leseförderung und internationaler Lehrkräftebildung in Kooperation mit der German Unit an der University of Education, Winneba, in Ghana dar und unterstreicht die Relevanz dieser Arbeit für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Weitere Informationen zum Preis gibt es hier: https://www.unesco.org/en/prizes/literacy
„Education for Service“ mit „Service Learning“
Mit einer Reise nach Ghana vom 14. bis 27. Februar 2026 intensivierten Prof. Dr. Winnie-Karen Giera und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Karen Kölling die Kooperation mit der University of Education, Winneba . Während der Projektreise nach Ghana standen zahlreiche Gespräche mit zentralen Partnerinstitutionen im Mittelpunkt. Ein besonderer Höhepunkt war das Treffen mit der Universitätsleitung sowie Vertreterinnen und Vertretern Fakultäten der University of Education, Winneba (UEW). In Gesprächen mit Vice-Chancellor Stephen Jobson Mitchual und Pro-Vice-Chancellor Prof. Esther Yeboah Danso-Wired sowie der Dekanin der Faculty of Foreign Languages Education (FFLE) Prof. Charlotte Fofo Lomotey, dem Dekan der School of Creative Arts Prof. Emmanuel Obed Acquah und dem Head of Department (HoD) des Department of Theatre Arts Prof. Ernest Kwasi Amponsah wurden Perspektiven für die zukünftige Zusammenarbeit ausgelotet und bestehende Partnerschaften weiter vertieft. Die Gespräche dienten dazu, gemeinsame Lehr- und Forschungsaktivitäten weiterzuentwickeln und neue Formen der akademischen Kooperation zu prüfen.
Auch mit dem Centre for International Programmes der UEW wurden konkrete nächste Schritte beraten. Dabei standen insbesondere internationale Mobilitätsformate für Studierende und Forschende sowie gemeinsame wissenschaftliche Publikationen im Fokus. Darüber hinaus wurden die Kooperationen mit dem Department of Special Education weiter ausgebaut. Diskutiert wurde unter anderem die Möglichkeit einer engeren wissenschaftlichen Betreuung von Promotions- und Postdoc-Projekten in gemeinsamer Verantwortung beider Partnerinstitutionen.
Neben der Zusammenarbeit mit der UEW konnten auch neue Kontakte geknüpft werden. Mit dem Institute of Education der University of Cape Coast wurden Gespräche über eine Erweiterung der Kooperation geführt. Den Abschluss des Besuchs bildete ein Aufenthalt an der German International School Accra (GISA). Dort wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Schule eine Festansprache gehalten. Der Besuch bot zudem Gelegenheit, bestehende Kontakte zu Schulen vor Ort weiter zu stärken.
Lehrveranstaltungen und Workshops:
Die Reise umfasste zudem mehrere Lehr-, Vortrags- und Fortbildungsangebote, die die Ziele des Teilprojekts konkret umsetzten, u. a.:
- Vortrag von Prof. Dr. Giera als Ehrengast im Rahmen des „Launch of Departmental Theatre Colloquium Series“ am Department of Theatre Arts der School of Creative Arts unter dem Motto „Drama to the rescue: The imperative of Drama Strategies in Education“.
- Lehrveranstaltungen im Deutsch-als-Fremdsprache-Seminar (DaF) der DAAD-Lektorin Anett Geithner (Level 3000 (A2/B1) und Level 100 (A1)) zu qualitativer und quantitativer Forschung, Mixed Methods, Design-Based Research (DBR), Inklusion, Lesekompetenz, dem deutschen Schulsystem und angewandter Leseförderung. Praktische Arbeit mit Szenen und Texten zum Thema Mobbing, inklusive chorischem und rhythmischem Lesen, Aussprachearbeit, Interpretation und Präsentation.
- Seminar „Drama Strategies for Teaching Subjects“ im Department of Theatre Arts für Studierende der Bereiche Kunst, Musik und Theater von Prof. Ernest Kwasi Amponsah zu theaterpädagogischen Methoden und Embodied Learning für angehende Lehrkräfte.
- Fortbildung für Lehrkräfte der German Unit und weitere Beteiligte zu dem Thema Aussprachetraining mithilfe von körperbasierten, theaterpädagogischen Methoden (Embodied Learning) im DaF/DaZ-Unterricht.
- Lehrveranstaltung für Promovierende und Studierende im Seminar von Prof. Mavis Amo-Mensah (School of Communication and Media Studies, UEW) zu Forschungsmethoden: Qualitative und quantitative Forschung und DBR.
Insgesamt trug die Reise wesentlich dazu bei, bestehende Partnerschaften zu vertiefen, neue Kooperationsfelder zu identifizieren und die internationale Vernetzung des Projekts weiter auszubauen.
Sprachsensibler Fachunterricht
Eine Kooperation mit der Deutschen Schule Accra
In einem neuen Vorhaben der Deutschen Schule Accra werden 15 ghanaische Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren mit einem Stipendium gefördert und zum Mittleren Schulabschluss oder bis zum Abitur ausgebildet. Hierfür erwerben die ghanaischen Kinder Deutschkenntnisse. Im Rahmen eines Seminars arbeiten Potsdamer Studierende diesbezüglich mit den entsprechenden Lehrkräften vor Ort sowie den ghanaischen Schülerinnen und Schülern zusammen. Die Studierenden der UP erweitern so ihre fachsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen, besonders für mehrsprachige Klassenzimmer.