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Tora präsentiert

Bei der feierlichen Präsentation der Neu-Edition der zweisprachigen Philippson-Tora sprach für die Herausgeber Prof. Dr. Rüdiger Liwak,  Benno-Jacob-Gastprofessor für Hebräische Bibel und Exegese an der School of Jewish Theology der Universität Potsdam. Foto: Tobias Barniske

Bei der feierlichen Präsentation der Neu-Edition der zweisprachigen Philippson-Tora sprach für die Herausgeber Prof. Dr. Rüdiger Liwak, Benno-Jacob-Gastprofessor für Hebräische Bibel und Exegese an der School of Jewish Theology der Universität Potsdam. Foto: Tobias Barniske

Das Abraham Geiger Kolleg hat nach zweijähriger Arbeit eine Neu-Edition der Fünf Bücher Mose in der populären Übersetzung von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson (1811-1889) im Verlag Herder herausgebracht. Die Publikation wurde kürzlich in der Berliner Repräsentanz der Kultusministerkonferenz präsentiert. An der Veranstaltung nahmen rund 150 Gäste teil, unter ihnen Uni-Präsident Prof. Oliver Günther, Ph.D., der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, und der Bevollmächtigte des Rates der EKD, Prälat Dr. Martin Dutzmann.

„Die Bibel ist den Juden abhanden gekommen – sie müssen sie wieder haben!“. Mit diesen Worten beschrieb Rabbiner Ludwig Philippson den Hintergrund seiner Tora-Übersetzung. Er legte sie 1845 vor, im 19. und 20. Jahrhundert war sie in den Synagogen, Schulen und Haushalten deutschsprachiger Juden weit verbreitet. Ihre eindringliche Sprache überträgt den hebräischen Text nach Ansicht von Experten kongenial. Über Generationen hinweg hat die Arbeit die jüdische Glaubenspraxis geprägt.

Mit der revidierten Neu-Edition liegt jetzt erstmals nach der Schoa wieder eine zweisprachige Ausgabe der Fünf Bücher Mose einschließlich der im Gottesdienst gebräuchlichen Prophetenlesungen vor. Enthalten sind zudem kurze Einführungstexte eines internationalen Autorenkreises von renommierten Rabbinern und Bibelwissenschaftlern. Die Resonanz der jüdischen Gemeinden auf dieses bedeutende Werk deutschsprachiger Literatur- und Geistesgeschichte, das jetzt endlich wieder seinen verdienten Platz im jüdischen Alltagsleben und im interreligiösen Dialog erhält, ist groß.

Rabbiner Dr. Ludwig Philippson war als Gründungsmitglied der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und Herausgeber der Allgemeinen Zeitung des Judenthums eine prägende Gestalt des liberalen deutschsprachigen Judentums des 19. Jahrhunderts.

Text: Hartmut G. Bomhoff
Online gestellt: Agnes Bressa
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.de