Inklusion im Grundschulunterricht (Projekt PING)


Dr. Anna Gronostaj, Prof. Dr. Miriam Vock, Andrea Westphal, Julia Kretschmann

Seit die UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist, hat jedes Kind in Deutschland das selbstverständliche und uneingeschränkte Recht auf Zugang zu allen Bildungsangeboten. Das bedeutet, dass alle Kinder das Recht haben, in „einer Schule für alle“ inklusiv gemeinsam unterrichtet und bestmöglich individuell gefördert zu werden, statt bei Vorliegen eines sonderpädagogischen Förderbedarfs an Förderschulen separat unterrichtet zu werden. Zwar mehren sich die empirischen Befunde dazu, dass Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf an Regelschulen bessere schulische Leistungen erzielen als an Förderschulen, weniger eindeutig ist die Befundlage jedoch zu motivationalen und sozialen Effekten der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf an Regelschulen. Eine günstige Entwicklung der sozialen Integration, des akademischen Selbstkonzepts, der Lernmotivation sowie fachspezifischer Interessen ist ein eigenständiges schulisches Erziehungsziel, da diese Entwicklung die akademischen Leistungen positiv beeinflussen und förderlich für das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler sind.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Pilotprojekts "Inklusive Grundschule" (PInG) untersuchten wir dementsprechend die motivationale und soziale Entwicklung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in inklusiven Lernsettings. Insgesamt standen uns längsschnittliche Daten von N = 1435 Schülerinnen und Schüler in 61 inklusiven Grundschulklassen in Brandenburg zur Verfügung.