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Bewohnbare Planeten und extraterrestrisches Leben – Leibniz-Kolleg an der Universität Potsdam

Gibt es Leben außerhalb der Erde? Und welche Voraussetzungen müssten dafür erfüllt sein? Dieser Frage geht der renommierte Mineraloge und Astrobiologe Prof. Robert M. Hazen auf den Grund. „What makes a planet habitable?“ lautet die Überschrift seines Vortrages, den der Wissenschaftler am 21. Mai 2015 als Hauptredner im Rahmen des diesjährigen Leibniz-Kollegs hält. Es steht unter dem Motto „Living Planets“ und wird am 19. Mai mit Eröffnungsvorträgen auf das Thema einstimmen. Die Veranstaltungen des Leibniz-Kollegs sind öffentlich.

Der Hauptredner des diesjährigen Kollegs, das die Universität Potsdam in Kooperation mit dem Deutschen GeoForschungZentrum (GFZ) und der UP Transfer GmbH veranstaltet, arbeitet an der Carnegie Institution of Washington's Geophysical Laboratory und ist Clarence Robinson Professor für Erdwissenschaften an der George Mason University in den USA. In seinem in englischer Sprache gehaltenen Vortrag geht er der Frage nach, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um Leben auf einem Planeten zu ermöglichen. Forscher des Instituts für Erd- und Umweltwissenschaften der Uni Potsdam, des GFZ und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) werden in ihren Eröffnungsvorträgen davon berichten, wie sich Wissenschaftler der Frage nach außerirdischem Leben annähern. Sie beleuchten etwa den Einfluss von Mineralen auf die Entwicklung irdischen Lebens und der Klimageschichte der Erde. Außerdem wird die Astrobiologie als Forschungsfeld vorgestellt.
Traditionell werden im Rahmen des Leibniz-Kollegs wissenschaftliche Preise verliehen, so der Publikationspreis an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie der Sonderpreis für einen herausragenden Beitrag zur Interaktion zwischen Biologie, Mineralogie und/oder Planetologie in Berlin und Brandenburg.

Das diesjährige Kolleg knüpft thematisch eng an das 13. Leibniz-Kolleg an, das sich im Jahr 2009 ebenfalls der Suche nach außerirdischem Leben widmete. Sowohl Uni Potsdam als auch GFZ sind aktuell an einem interdisziplinären Forschungsprojekt der European Space Agency (ESA) beteiligt. Für das BIOMEX-Projekt (Biology and Mars Experiment) werden zahlreiche verschiedene Mikroorganismen zur Internationalen Raumstation ISS geschickt, um zu untersuchen, wie sich terrestrisches Leben unter extraterrestrischen Bedingungen verhält. Bakterien, Algen, Flechte und Moose werden an der Außenhülle der ISS 18 Monate lang dem Vakuum und der Strahlung ausgesetzt. Nach ihrer Rückkehr zur Erde untersuchen Forscher, ob sich Zellstrukturen, Pigmente und DNA der Organismen verändert haben. Während die Forscher um Uni-Professorin Jasmin Joshi alpine Moose in den Weltraum schickten, entschieden sich die Wissenschaftler um Prof. Dirk Wagner der GFZ-Sektion Geomikrobiologie für methanbildende Mikroorganismen aus dem sibirischen Permafrostboden. „Diese Organismen bilden ein Modell für potenzielles Leben auf dem Mars. Die Untersuchung ihrer Biosignaturen unter simulierten Marsbedingungen ist von entscheidender Bedeutung für die Weltraumforschung“, sagt Paloma Serrano, Doktorandin am GFZ.
Wissenschaftliche Expertise auf dem Gebiet der astrobiologischen Forschung können neben der Uni Potsdam, dem GFZ und dem PIK auch das mit der Uni Potsdam kooperierende Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) vorweisen. Im Rahmen von BIOMEX schickt etwa auch Dr. Thomas Leya vom Fraunhofer IZI Algen auf die ISS. Das AIP wird durch die Begleitung der ESA/PLATO-Mission als auch durch den Einsatz des größten Teleskops der Welt (LBT) mit einem Polarimeter (PEPSI) direkt an die Suche von extraterrestrischen Biomarkern herangehen.

Das Leibniz-Kolleg findet bereits zum 19. Mal statt und verfolgt das Ziel, auch Fachfremden einen wissenschaftlichen Einblick in Forschungsthemen zu bieten. Für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrer besteht die Möglichkeit, an der Lab-Tour: Minerale „unter der Lupe“ teilzunehmen. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Erforschung von Mineralen an der Uni Potsdam. Verschiedenste Minerale werden chemisch-physikalisch mit Methoden der Spektroskopie und der Mikroanalytik untersucht und ihr Alter bestimmt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Um Anmeldung bis zum 13. Mai wird gebeten unter obrienuni-potsdamde.
Medienpartner des Leibniz-Kollegs sind die Potsdamer Neuesten Nachrichten.

Zeit: Hauptvortrag: 21.05.2015, 16.00 Uhr, Eröffnungsvorträge: 19.05.2015, 9.15 bis 12.00 Uhr, Lab-Tour: 12.15 Uhr
Ort: Hauptvortrag: Campus Am Neuen Palais, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, Auditorium maximum, Haus 8
Eröffnungsvorträge: Campus Golm, Karl-Liebknecht-Str. 24–25, 14476 Potsdam, Haus 27, Hörsaal 0.01
Lab-Tour: Campus Golm, Karl-Liebknecht-Str. 24–25, 14476 Potsdam, Haus 27, Hörsaal 0.01,Treffpunkt im Foyer
Kontakt: Prof. Dr. Patrick O´Brien, Institut für Erd- und Umweltwissenschaften
Telefon: +49 331 977-2960
E-Mail: obrienuni-potsdamde, leibnizuni-potsdamde

Medieninformation 29-04-2015 / Nr. 052
Heike Kampe

Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel.: +49 331 977-1447
Fax: +49 331 977-1130
E-Mail: presseuni-potsdamde
Internet: www.uni-potsdam.de/presse

Online gestellt: Edda Sattler
Kontakt zur Onlineredaktion: onlineredaktionuni-potsdamde