Feedback

Die Bezeichnung ‚Feedback‘ stammt aus dem englischsprachigen Raum und bedeutet so viel wie ‚Rückkopplung bzw. Rückmeldung‘. Sowohl Feedback-Geber als auch Feedback-Nehmer geben Informationen von sich preis, die zur Weiterentwicklung als auch zur Verhaltensänderung beim Feedback-Nehmer beitragen sollen.

Eine kontinuierliche Feedback-Kultur findet statt, wenn regelmäßige Rückmeldungen über Gefühle, Eindrücke und Erfahrungen des Einzelnen oder der Gruppe mit weiteren Bezugspersonen ausgetauscht werden. Diese Bezugspersonen können weitere Mitschüler, aber auch die Lehrpersonen sein.

Es entsteht dadurch eine geregelte und von allen akzeptierte Kommunikationskultur, die sowohl im Unterrichtsgeschehen als auch in persönlichen Kommunikationssituationen hilfreich sein kann. Die Rolle des Feedback-Gebers und Feedback-Nehmers wird immer der gewünschten Situation angepasst.

Je nach Situation kann zwischen Individual- und Gruppefeedback unterschieden werden. Das Individualfeedback wird eingesetzt, als Hilfe zur Selbsthilfe. Es wirkt daher fördernd und aufbauend. Das Gruppenfeedback dient der erleichterten Vermittlung und Vereinbarung von Gruppennormen. Durch das Gruppenfeedback melden Gleichaltrige themengebunden subjektive Sichtweisen auf Schülerebene unabhängig vom Lehrerurteil wieder.

Wie gebe ich ein Feedback?

Allgemein gilt für den Feedback-Geber:

  • Sandwich-Methode (positiv-negativ-positiv)
  • Unmittelbar
  • möglichst so, dass Sie selbst Ihr Feedback annehmen würden,
  • keine Vorwürfe und Anweisungen geben
  • keine Verallgemeinerungen verwenden
  • möglichst auch mit einem Verbesserungsvorschlag,
  • Ich-Botschaften geben
  • möglichst in kleinen Schritten
  • Rückfragen stellen, Wie siehst du das?

Allgemein gilt für den Feedback-Nehmer:

  • Keine Rechtfertigung geben
  • Feedback annehmen

Beim Individualfeedback sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Freiwilligkeit und ausdrücklicher Wunsch danach, kein Aufdrängen,
  • Unmittelbarkeit,
  • So konkret wie möglich, keine Verallgemeinerungen und Pauschalaussagen,
  • Beschreibungen, keine Bewertungen oder Interpretationen,
  • Darf nie ohne Reaktion und Konsequenz bleiben.

Beim Gruppenfeedback sollten folgende Punkte beachtet werden:
Gruppen-Feedback sollte reziprok angelegt sein: Nur diejenigen kritisieren, die sich auch selbst der Kritik aussetzen.

Gruppen-Feedback sollte konstruktiv sein:
Machen Sie auf Fehler aufmerksam, aber betonen Sie unbedingt auch die günstigen Aspekte[...]. Sie verstärken dadurch positive Verhaltensweisen und fördern die Motivation. Gruppen-Feedback sollte sich auf Fakten konzentrieren: Vermeiden Sie Vorwürfe und Urteile (z.B. „Es war schlecht, so viele Details zu bringen.“). Sagen Sie lieber, was passiert ist (z.B. „Inmitten der vielen Einzelheiten habe ich den Überblick verloren.“)
(Bauer, Th.: URL: http://www.mathematik.uni-marburg.de/~tbauer/Kurzvortraege.pdf (Stand: 11.12.2013))

Warum ist Feedback geben sinnvoll?

Eine positive Feedback-Kultur im Unterricht fördert die Persönlichkeit, den Lernwillen, sowie die Leistungsfähigkeit und -freude der Lehrenden und Lernenden. Sie unterstützt den Klassenzusammenhalt und gewährleistet einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander.

Nicht nur für die Schüler/innen ist eine kontinuierliche Rückmeldung über ihre Lern- und Arbeitsprozesse wichtig. Auch die Lehrenden erfahren einen Einblick in die Güte ihres Unterrichts. Soziale und personale Kompetenzen werden gestärkt und gefördert, sodass in späteren Lebenslagen der Umgang mit Feedback gut gelingt. Nicht nur der demokratische schülerinterne Umgang wird gestärkt, auch erhält das Schüler-Lehrer-Verhältnis ein demokratisches Fundament, da gegenseitiger Respekt und Toleranz ausschlaggebend sind für gute Feedbacks.

Wie setze ich Feedback in einer prozessorientierten Didaktik ein?

Die Feedback Phasen sind grundlegend für einen prozessorientierten Unterricht. Erst durch regelmäßiges kontinuierliches Feedback kann ein Lernprozess diagnostiziert und gefördert werden.

Das Feedback kann zu verschiedenen Zwecken und Phasen eingesetzt werden. Auch unterstützt es die weiteren Unterrichtsphasen und hilft der Lehrkraft und den Schüler/ innen den gemeinsamen Unterricht zu gestalten und zu verbessern.

Umgang mit Fehlern

Der konstruktive Umgang mit Fehlern wird quasi durch Feedbackphasen gewährleistet. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung und die gegenseitige Akzeptanz können Fehler aufgezeigt werden. Ob in personalen Bereichen, in Bereichen die das Fachwissen belangen oder sogar in organisatorischen Bereichen können Fehler auftreten.

Dabei ist es dann sehr wichtig, diese nicht mit einem ‚roten Stift‘ zu markieren und das Lernen defizitorientiert auszurichten, sondern mit Individualfeedbacks auf Problembereiche hinzuweisen. Der Lernende bekommt damit den Hinweis auf Lernbereiche, die er noch nicht so gut kann und auf die er sich schlussfolgernd im Speziellen verstärkt konzentrieren sollte. Gehen Sie "könnensorientiert" vor und haben Sie Geduld! Lernen braucht Zeit und stetige positive und konstruktive Rückmeldung

Lernwiderstände aufdecken/analysieren

Durch gemeinsame Feedbackphasen lernen Sie sich und ihre Klasse kennen. Kontinuierliche Rückmeldungen schaffen eine Vertrauensbasis, die allen Teilnehmern einen offenen Austausch ermöglicht. Dieses demokratische und tolerante Klassenklima wird Ihnen die Möglichkeit bieten, auch Lernwiderstände leichter aufdecken zu können.

Die Schüler/ innen geben Ihnen direkt oder auch indirekt eine Rückmeldung über Ihren Lern- und Arbeitsprozess, wobei sie erkennen können, wo eventuell Widerstände liegen könnten. Die diagnostischen Kompetenzen der Lehrkraft sind dabei ausschlaggebend. Hören Sie ihren Schüler/ innen zu.

Kompetenzen überprüfen

Anhand der Art und Weise, wie ihre Schüler/ innen das Feedback geben und auch an der Qualität des Feedbackinhaltes können Sie bereits angeeignete Kompetenzen erkennen.

Schülerorientierung

Seien Sie Begleiter und Moderator und überlassen Sie ihren Schüler/ innen die Verantwortung für die Feedbackphasen. Erst wenn Sie auch in der eigenen Handlung zeigen, dass Sie ihren Schüler/ innen vertrauen, vertrauen diese auch Ihnen und können sich öffnen.

Die Stärkung des Klassenzusammenhaltes beispielsweise durch Kooperationsspiele ist dabei sehr wichtig. Planen Sie Feedbackphasen als Rituale ein, die die Schüler/ innen selbst organisieren und seien Sie selbst Teilnehmer an diesen Runden. Das Feedback soll schließlich für die Lernenden und Lehrenden als Qualitätsdiagnoseinstrument dienen.

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