Portfolio

Das Portfolio in der Schule ist „eine zielgerichtete Sammlung von Schülerarbeiten, welche die Anstrengungen des Lernenden, den Lernfortschritt und die Leistungsresultate auf einem oder mehreren Gebieten zeigt. Die Sammlung schließt die Beteiligung des Schülers bei der Auswahl der Inhalte, Kriterien für die Auswahl zur Beurteilung sowie selbstreflexive Gedanken ein.“ (Rahn 2010)


Somit ist ein Portfolio keine willkürliche Sammlung von Schülerarbeiten.  Ein Schülerportfolio beinhaltet eine Auswahl von Arbeitsergebnissen, die über einen längeren Zeitraum gesammelt wurden und Aufschluss darüber geben, ob der Schüler bestimmte Ziele (einer größeren Unterrichtseinheit) erreicht hat. Dabei müssen die vorgegebenen Ziele für die Schüler transparent und einsichtig sein, damit sie die Auswahl ihrer Arbeitsergebnisse selbst vornehmen können.


ZielgerichtetheitAuswahl und selbstreflexive Betrachtung und Kommentierung des eigenen Lernfortschritts und gleichzeitig Transparenz der Beurteilungskriterien sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale gegenüber einer Sammelmappe.

Portfolioarten:

Portfolios lassen sich generell in zwei Arten unterscheiden, auch wenn es zahlreiche Mischformen gibt.

Man unterscheidet:

  • Prozessorientierte Portfolios
  • Produkt- oder ergebnisorientierte Portfolios

Prozessorientierte Portfolios: Dokumentieren den Prozess des Lernens und die damit verbundenen Lernfortschritte. Inhaltlich umfasst dieser Portfoliotyp schriftlich fixierte Vorüberlegungen, erste Entwürfe, Reflexionen über den Lernprozess und Hindernisse im Lernprozess. Neben dem Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten ist ein Ziel dieses Portfoliotyps die Entwicklung metakognitiver Fähigkeiten, mit denen der Lernende das eigene Lernen steuern lernt. 


Produkt- oder ergebnisorientierte Portfolios: Dokumentieren die Qualität des Ergebnisses, d.h. sie sind eine Sammlung von Schülerarbeiten, die besonders gut gelungen oder für den Lernprozess bedeutsam sind.  Die Auswahl der Arbeiten die in das Portfolio eingehen, stellen eine hohe Anforderung an den Schüler. Zur Entwicklung der Qualitätsmaßstäbe brauchen die Schüler eine starke Unterstützung.


Portfolios können das Ergebnis einer Gruppenarbeit oder das Ergebnis einer Einzelarbeit sein.

Kompetenzförderung

Zur Förderung möglichst vieler Kompetenzen bietet sich eine Kombination aus Prozess- und Präsentationsportfolio an. Die Arbeit besteht aus sechs Komponenten:
Die nachfolgenden Ausführungen sind auch für die Schüler gedacht.
Um Kopien und Kopierarbeit zu sparen, könnte der Lehrer den älteren Schülern die angehängten Bewertungsbögen zur Sammlung auf USB-Stick geben oder per E-Mail schicken.

Die Schritte der Portfolioarbeit

1. Die Sammlung:
Du wählst Material aus (Texte aus Büchern, Zeitschriften, Zeitung, Internet, Bilder, Fotos, Musik, Filmausschnitte, Statistiken, Karikaturen, Theaterszenen usw.). 
2. Die Auswahl: 
Du wählst das Material aus, das nach deiner Ansicht unbedingt notwendig ist, um dein Thema gut darzustellen.
Deine Auswahl begründest du im mittleren Teil deines Kommentarbogens.
Du musst dir immer die Frage stellen: „Was würde meinem Portfolio fehlen, wenn ich dieses Dokument nicht aufnehmen würde?“
3. Die Bearbeitungsphase:
Das ausgewählte Material muss bearbeitet werden.
Den Text musst du vielleicht kürzen oder in Schaubilder umwandeln, 
von der passenden Musik möchtest du nur einen kurzen Abschnitt auswählen, Filmausschnitte müssen gekürzt werden, wenn der zeitliche Rahmen nicht ausreicht.
4. Die Reflexion (Nachdenken):
Diese Phase begleitet die gesamte Portfolioarbeit. Lehrer, Mitschüler, Eltern und die Schülerinnen und Schüler selbst sollten sich immer wieder Gedanken machen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Dazu gibt es die Portfoliogespräche, die auf dem Protokoll des Portfoliogesprächs dokumentiert werden müssen. 
5. Der Ausblick:
Am Ende der Arbeit wird ein Nachwort angefertigt, in dem deutlich werden sollte, wie der Schüler nach der Bearbeitung zu dem Thema steht.
Was sollte beim nächsten Mal besser sein?
6. Die Präsentation:

  • Plakat
  • Powerpointpräsentation
  • Overheadfolien
  • CD
  • DVD

Verwendete Literatur:

  • Rahn, Jochen (2010): Die Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz. München: GRIN Verlag GmbH.