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Potsdam - eine von drei Fallstudienstädten in ExTrass

Foto: A. Thieken

Potsdam, die Landeshauptstadt Brandenburgs, ist seit vielen Jahren in den Themenfeldern Klimaschutz und Klimaanpassung tätig. Das Starkregenereignis in Potsdam 2017 und die Hitzewelle im Sommer 2018 zeigen, dass dieses Engagement hochaktuell und für die Bevölkerung wichtig ist. Mehr zu den Aktivitäten Potsdams in diesem Bereich erfahren Sie hier.

In ExTrass arbeiten die Stadtverwaltung, Akteure des Katastrophenschutzes, Zivilgesellschaft und Wissenschaft eng zusammen, um die Anpassung an den Klimawandel zu stärken. 

Foto: A. Thieken

Einige konkrete Handlungsfelder in ExTrass

  • Gartenstadt Drewitz: Wie können die bereits im Rahmen des preisgekrönten Projektes zur Stadtteilsanierung „Gartenstadt Drewitz“ realisierten Maßnahmen aktuell erhalten und ihre nachhaltige Unterhaltung gesichert werden? In ExTrass gilt es mit den städtischen Akteuren sowie der lokalen Bevölkerung, Lösungen zur erfolgreichen Überführung aus einer mit externen Mitteln gut unterstützten Umsetzungsphase in die bestehenden Strukturen der Stadt Potsdam zu finden. Zudem wurden im Sommer 2019 Messstationen in einigen Höfen in Drewitz angebracht und eine Messkampagne durchgeführt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier
  • Klimaanpassung in der Stadtplanung: Welche Möglichkeiten bestehen derzeit, das Thema Klimaanpassung in der Stadtplanung aufzugreifen und wie werden diese in Potsdam konkret genutzt? Zur Beantwortung dieser Fragen werden in ExTrass zunächst verschiedene Bereiche (Bauleit- und Landschaftsplanung) und Phasen (rechtliche Rahmen bis Genehmigungsverfahren) der Stadtplanung analysiert. Darauf aufbauend werden bestehende Planungsinstrumente optimiert, damit die Risiken von extremen Wetterereignissen in Zukunft pro-aktiv reduziert werden können.
  • Daten und Wissen zum Stadtklima: Wie ist die Hitzeverteilung in der Stadt und wie kann zukünftig geplant und gebaut werden, sodass die Hitzebelastung für die Bevölkerung sinkt? Die Stadt Potsdam verfügt bereits über eine Stadtklimakarte. Mit der Errichtung mobiler und stationärer Messstationen in ExTrass können die Datengrundlagen für diese Karte erweitert und validiert werden. Die stationären Klimastationen sollen zudem durch eine Kooperation aus Stadt, Universität und Schulen in ein Unterrichtskonzept zum Klimawandel in der Geographie integriert werden.
  • Auswirkungen und Wahrnehmungen von Hitze und Starkregen: Welche (gesundheitlichen) Auswirkungen haben extreme Wetterereignisse auf die Bewohner und Bewohnerinnen in Potsdam, Remscheid und Würzburg und mittels welcher Strategien und Maßnahmen schützt sich die Bevölkerung bereits gegen Belastungen? Im Rahmen von ExTrass werden Befragungen zum Starkregenereignis 2017 und zu Hitzebelastungen in Potsdam durchgeführt. Zielgruppen sind dabei die Einwohner und Einwohnerinnen sowie das Personal im Gesundheitssektor und in sozialen Einrichtungen. Zudem wird untersucht, wie verschiedene Grünanlagen Potsdams in Hitzeperioden genutzt werden und wie deren Aufenthaltsqualität verbessert werden kann. Letztendlich soll so herausgearbeitet werden, welche Maßnahmen von Seiten der Bevölkerung und der Städte notwendig sind, damit Potsdamer und Potsdamerinnen in Zukunft angepasster handeln (können).
  • Risikokommunikation: Welche Informationen und Anstöße benötigt die Bevölkerung, um sich bei Extremereignissen angepasster zu verhalten und eigene Schäden und Belastungen zu vermeiden? Welche Vermittlungsformen sind besonders geeignet, um die notwendigen Informationen langfristig zu vermitteln? In ExTrass werden zur Beantwortung dieser Fragen verschiedene Formen der Risikokommunikation auf ihre Effektivität hin getestet. Darauf aufbauend wird eine effektive und zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategie für Potsdam, Remscheid und Würzburg entwickelt.
  • Notfallpläne verbessern: Wie werden extreme Wetterereignisse in Notfallplänen der Stadt Potsdam und in Plänen sozialer Einrichtungen vor Ort bislang berücksichtigt und welche Ergänzungen scheinen ratsam? In Notfällen muss häufig schnell und koordiniert gehandelt werden, daher ist es wichtig, dass Abläufe und zu erfüllende Aufgaben allen relevanten Personen gut bekannt sind. In ExTrass wird der aktuelle Stand zur Regelung von Extremwetterereignissen in Notfallplänen in Potsdam, Remscheid und Würzburg herausgearbeitet; Erweiterungen und Konkretisierungen werden vorgeschlagen.

Die Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen werden mit weiteren Groß- und Mittelstädten diskutiert. Im Fokus steht dabei das Lernen voneinander und der Transfer getesteter Maßnahmen und erfolgreicher Ideen zwischen Städten. Erarbeitete Handlungsempfehlungen sollen die kommunale Klimaanpassung stärken und die Arbeit von Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden bundesweit unterstützen. Sie richten sich zudem an Städteverbände und -netzwerke sowie an die Bundesländer und die Bundesebene.