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Abschlussreise zur DHd2026 in Wien

„Nicht nur Text, nicht nur Daten“? – Rückschau auf die DHd 2026 in Wien

Ein Bericht von Nina Zellerhoff, DH.UP-Early Career Fellow 2025/2026

Mit knapp 600 Teilnehmenden fand sich für fünf Tage – vom 23. bis 27. Februar 2026 – die DH-Community zur zwölften Jahrestagung der DHd (Digital Humanities im deutschsprachigen Raum) in Wien zusammen. Elf Jahre nach der letzten Ausrichtung in Österreich (2015 in Graz) war die Freude sowohl bei den Organisator*innen als auch bei den Teilnehmenden groß. Die malerische Kulisse Wiens, begleitet von frühlingshaften Temperaturen, trug zweifellos zur positiven Stimmung bei. Auch der Veranstaltungsort der Konferenz unterstütze maßgeblich die gelungene Atmosphäre: Die Universität Wien – nicht nur älteste, sondern auch größte Universität im deutschsprachigen Raum – bot einige eindrucksvolle räumliche Highlights. Dazu gehörte unter anderem der große Festsaal des Universitätsgebäudes, der als Austragungsort sowohl für die Kaffeepausen als auch die Postersession diente. Ebenso beeindruckte der prachtvolle Saal des Rathauses, in dem am Donnerstagabend zum Empfang geladen wurde.

Doch selbstredend boten nicht nur die Räumlichkeiten Highlights sondern auch das umfangreiche Programm der DHd. Dieses war geprägt von einer Vielzahl an Vorträgen, Workshops und Posterpräsentationen, die sich mit den Themen Digitalisierung, Datenanalyse und Visualisierung beschäftigten. Im Vordergrund stand dabei der Einsatz von LLMs und KI sowie deren kritische Hinterfragung in Hinblick auf Chancen und Grenzen und mögliche Entwicklungen in diesem Feld. Dazu zählten u.a. die Präsentation neuer Methoden und Werkzeuge für die Analyse und Visualisierung von Daten, die es Forschenden ermöglichen, komplexe Fragestellungen zu bearbeiten, die Diskussion über die Rolle der Digital Humanities in der Wissenschaft sowie die Präsentation von Projekten, die die Schnittstelle zwischen Digital Humanities und anderen Disziplinen wie der Geschichtswissenschaft, der Literaturwissenschaft und den Sozialwissenschaften erforschen.

Diese Themen wurden durch die Opening Keynote, von Mariah Meyer “Data As _______: Exploring the Plurality of Data in Visualization” und der Closing Keynote von Katharina Kinder-Kurlanda “Digital Humanities Unpacked: The Politics and Practices of Data Work” aufgegriffen. Ein persönliches Highlight stellte für mich der Workshop „Vom Audio zum Text: Automatisierte Transkriptionen mit Whisper“ dar bei dem die Arbeit mit Python-Code in Jupyter-Notebooks im Vordergrund stand und mir wichtige Impulse für meine Arbeit mit verschiedenen Interviewsammlungen und deren Transkription bot. Für mich weitere wichtige Impulse lieferten einzelne Vorträge für meine Vorhaben im Bereich der digitalen Netzwerkanalyse, aber auch der Texterkennung sowie dem Projektmanagement im DH-Bereich, das häufig bei der Projektplanung zu kurz kommt. Eine willkommene Abwechslung im dichten Programm bot die am Donnerstagnachmittag stattfindende Postersession, die mit über 80 Postern umfangreich ausfiel und eine Einsicht in aktuelle Projekte in den DH gab. Ein Großteil der Poster wurde bereits in der Zenodo-Community des Verbands veröffentlicht: https://zenodo.org/communities/dhd/records

Das Ziel der Konferenz sollte darin bestehen, die wachsenden Möglichkeiten der Nutzung nicht-textueller Daten in digitalen Forschungsprozessen zu demonstrieren und gleichzeitig die Entwicklung von Werkzeugen, Algorithmen und Code zur Verarbeitung dieser Daten zu beleuchten. Dabei wurde insbesondere die Notwendigkeit in den Vordergrund gerückt, textzentrierte Ansätze in einen breiteren Kontext einzubetten, wobei Algorithmen und Methoden, die für die Analyse entscheidend sind, erhalten bleiben sollten. Deutlich wurde insbesondere, dass Standards und Best Practices für die Digital Humanities von enormem Wert sind. Auch bei dieser Konferenz war KI Topthema ebenso wie Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen dieser, die (weiterhin bedeutsame) Rolle des „Human in the loop“ sowie Nachhaltigkeit und Reproduzierbarkeit von Methoden. Im gesamten eine gelungene Konferenz, die einen für mich wichtigen Austausch und Überblick zu aktuellen Entwicklungen im Bereich bot.

Zum Schluss möchte ich mich beim Netzwerk Digitale Geisteswissenschaften der Universität Potsdam bedanken, dass mir durch den Digital Humanities Microgrant 2026 die Teilnahme an der Dhd 2026 ermöglicht wurde.