DigiLAL - die digitale Lernausgangslage Kl. 7

Zusammenarbeit mit dem ISQ Berlin/Brandenburg und dem LISUM Berlin/Brandenburg

Mittelgeber:

  • Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) Berlin
  • Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) Brandenburg

Die Lernausgangslage Kl. 7 (LAL) ist ein diagnostisches Instrument zur Erhebung von Lernständen am Übergang in die Sekundarstufe. Sie bietet Aufgaben für die Fächer Deutsch, Mathematik sowie Englisch und Französisch und wurde bis 2020 vorwiegend analog sowie über den „Lernraum Berlin“ als Moodle-Test durchgeführt.

Aufgabe des DigiLAL Projektes ist es, das Erhebungsinstrument an die Kompetenzmodelle des Rahmenlehrplans Berlin/Brandenburg anzubinden und in Bezug auf die Niveaustufen des RLP neu zu konzipieren, zu digitalisieren und als Online-Arbeitsinstrument zur Verfügung zu stellen sowie die eingesetzten Aufgaben fachwissenschaftlich und fachdidaktisch adäquat zu konzipieren, zu pilotieren und testtheoretisch zu evaluieren. Dazu wurden im Fach Deutsch die folgenden drei Kompetenzmodule für das Schuljahr 2021/22 an der  Sprachdidaktik der Universität Potsdam erstellt und analog wie digital erprobt:

  • Lesen – Sach- und Gebrauchstexte erschließen
  • Umgang mit Texten und Medien – Literarische Text erschließen
  • Schreiben – Richtig schreiben

Für das Schuljahr 2022/23 erfolgt eine testtheoretische und psychometrische Evaluation der Erhebungsinstrumente in Zusammenarbeit mit dem ISQ Berlin/Brandenburg sowie neben der Digitalisierung mathematischer und fremdsprachlicher Kompetenzbereiche auch die Konzeption und Erarbeitung weiterer deutschdidaktischer Module, insbesondere:

  • Sprechen und Schreiben in unterschiedlichen Registern
  • Diskutieren, Argumentieren und Erörtern
  • Sprechen und Zuhören – Referate und Vorträge verstehen und planen
  • Sprachgebrauch reflektieren, grammatische Kenntnisse anwenden

Zusätzlich zu den diagnostischen und psychometrischen Untersuchungen wird auch die Interaktion der Lernenden und Lehrenden mit der digitalen Plattform analysiert und optimiert.

Web-Links:

BISS-Transfer - Bildung durch Sprache und Schrift: Evaluationsphase

Zusammenarbeit mit dem LISUM Berlin/Brandenburg und dem Departement für Grundschulpädagogik (Prof. Dr. Guido Nottbusch)

Mittelgeber:

  • Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) Brandenburg

BiSS-Transfer ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie zahlreichen angeschlossenen Bildungseinrichtungen und Instituten. Es bildet die zweite Phase des „BISS-Projektes“ („Bildung durch Sprache und Schrift“) und richtet sich an Schulen der Primar- und Sekundarstufe sowie an Schulen der beruflichen Bildung, die die Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen der Schülerinnen und Schüler in allen Fächern systematisch und bildungsetappenübergreifend weiterentwickeln möchten.

Die Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes durch die Sprachdidaktik am Institut für Germanistik und das Deapartement für Grundschulpädagogik liegt insbesondere in den folgenden Arbeitsbereichen:

  • Erhebung des aktuellen Entwicklungsstandes in Bezug auf die Ziele der ersten Projektphase, Bedarfsfeststellungen an den Verbundschulen des Projektgebietes Brandenburg,
  • Planung, Konzeption und Durchführung zweifach gestufter Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte der Primar-, Sekundar- und Berufsschule zu den Themen
    • Systematische Leseförderung: Leseflüssigkeit und Lesestrategien entwickeln (G. Nottbusch)
    • Systematische Schreibförderung: Schreibflüssigkeit und Schreibstrategien entwickeln (H.-G. Müller)
    • Unterrichtsentwicklung: Sprachsensibler Fachunterricht (H.-G. Müller)
  • Analyse, Evaluation, und Dokumentation der Fortbildungsergebnisse, Bedarfsfeststellung für zukünftige Weiterbildungsveranstaltungen im Projektgebiet Brandenburg.

Ziel des Transferprojektes ist die Analyse des aktuellen Standes zur Sprachförderung und sprachlichen Bildung im Projektgebiet, die gezielte Fortentwicklung der Lehrkompetenzen in Bezug auf sprachliches Lernen sowie Evaluation der Projektergebnisse im Hinblick auf die Ziele des Gesamtprojektes.

Learning Analytics und Diskriminierung (LADi)

Zusammenarbeit mit der HTW-Berlin,

Mittelgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Das Projekt „LADi - Learning Analytics und Diskriminierung“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Diskriminierung nach Geschlecht, Alter, Herkunft oder Lerntyp durch den Einsatz von algorithmischen Auswertungen in digitalen Lernsystemen und -prozessen begünstigt oder verhindert werden kann. Die Verwendung digitaler Lernumgebungen liefert zunehmend große Datenkorpora, die

  • den Lernprozess und -erfolg,
  • demographische und soziographische Lerndaten und
  • die Interaktion zwischen Lernenden, Lehrenden und Lernmaterialien transparent machen.

Diese im Lern- und Lehrprozess anfallenden Daten können algorithmisch ausgewertet werden, um den Lernerfolg zu messen bzw. vorherzusagen sowie um das Lehrmaterial anzupassen (Learning Analytics). Dabei kann es zu Diskriminierung kommen, beispielsweise wenn:

  • Lernenden mit niedrigerem sozialen Status oder eines bestimmten Geschlechts ein niedrigerer Lernerfolg prognostiziert wird.
  • Die Bewertung nicht allein auf dem Ergebnis sondern auch auf dem dokumentierten Lernprozess beruht.
  • Lehrmaterial auf Grund von prognostiziertem Lernerfolg angepasst wird, so dass Lernende mit schlechter Prognose keine Chance haben, ein hohes Lernniveau zu erreichen.

Im Abschlussteil des Projektes werden auch Lern- und Verhaltensdaten des Orthografietrainer-Korpus analysiert. Dabei wird untersucht, inwiefern die Algorithmen anfällig für Diskriminierung unterschiedlicher Lerngruppen sind. Darüber hinaus wird experimentell untersucht, wie die Datenfülle über Lernende auf Lehrende wirkt und inwiefern hieraus ein zusätzliches Diskriminierungspotential entsteht.

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Katharina Simbeck, HTW-Berlin

Projekthomepage:

Deutschunterricht und Digital Data Mining

Zusammenarbeit mit der HTW-Berlin, Prof. Dr. Katharina Simbeck, Nathalie Rzepka

Das Projekt „Deutschunterricht und Digital Data Mining“ untersucht das Lern- und Übungsverhalten im Rechtschreib- und Grammatikerwerb von Lernenden des gesamten deutschsprachigen Raumes. Dazu werden Daten zur Interaktion zwischen Lernenden und digitalen Lernangeboten mit Methoden des Data Mining und Learning Analytics auf spezifische Muster untersucht, welche

  • Lernwege, Lerntypen und Lernpräferenzen unterscheidbar machen,
  • soziale, persönliche und institutionelle Einflüsse auf den Lernprozess herausstellen,
  • Ursachen für Aufgabenschwierigkeiten und Lernwiderstände analysieren und
  • längerfristige Lernentwicklungen modellieren.

Die Ziele der Untersuchungen sind neben einem genaueren Verständnis für die Interaktion zwischen Lernenden und digitalem Lernmaterial insbesondere

  • die Unterscheidung und programmgesteuerte Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzung,
  • die Optimierung digitaler Übungsszenarien zum muttersprachlichen Kompetenzerwerb,
  • die Entwicklung adaptiver Lernszenarien unter Betrachtung quantitativer wie qualitativer Aspekte sowie
  • die datengetriebene Kategorisierung und Klassifizierung der Aufgabenstimuli.

Das Projekt zielt damit gleichzeitig auf das tiefere Verständnis von Erwerbswegen und -problemen im schriftsprachlichen und grammatischen Lernen wie auf die Optimierung digitaler Lern- und Übungskonzepte ab.

Rechtschreibförderung in der Sekundarstufe

Mittelgeber:

Das Projekt „Rechtschreibförderung in der Sekundarstufe“ eruiert neue Wege des Orthografieerwerbs im Rahmen des fach- und muttersprachlichen Schreibunterrichts der Sekundarstufe. Es berücksichtigt dabei neben schriftlinguistischen und rechtschreibdidaktischen Konzepten insbesondere auch lern- und motivationspsychologische Modelle und daraus abgeleitete institutionell verursachte Erwerbsszenarien. Aufbauend auf dieser Grundlage wird ein Erwerbs- und Entwicklungsmodell ausgearbeitet, das die konkrete schulische Lernsituation berücksichtigt und mithilfe von Fortbildungsveranstaltungen an Berliner Schulen implementiert wird. Dabei spielen insbesondere die folgenden fachinhaltlichen, fachdidaktischen, pädagogischen und unterrichtspraktischen Fragen eine zentrale Rolle:

  • Inwieweit wirken sich schriftstrukturelle Aspekte auf die Problematik des Orthografieerwerbs in der Sekundarstufe aus?
  • Welche Schwierigkeiten und Chancen ergeben sich für die Entwicklung orthografischer Kompetenzen im Rahmen der schulischen Schreibpraxis?
  • Mit welchen kognitiven und motivationalen Widerständen muss bei Schülerinnen und Schülern mit Rechtschreibproblemen in der Sekundarstufe gerechnet werden und mithilfe welcher pädagogischer Strategien lassen sie sich überwinden?
  • Welchen Ort kann Rechtschreibförderung im Konzert mit anderen sprachlichen Kompetenzzielen im Rahmen des Fach- und Deutschunterrichts haben und welche methodischen Aspekte sind dabei zu berücksichtigen?
  • Wie können Rechtschreibprobleme durch die gezielte Zusammenarbeit mit Eltern und die Organisation häuslicher orthografischer Übungen gefördert werden?

Das Projekt mündet in einer Fortbildungsreihe für Lehrkräfte, Referendare und LRS-Beauftragte der Berliner Schulen sowie in einer Handreichung „Rechtschreibung – Didaktische Hinweise für die Sekundarstufe“ und einer Ratgeber-Veröffentlichung für Eltern in der häuslichen Rechtschreibarbeit („Jedes Kind kann richtig schreiben lernen“, Duden 2020).

FORTE - Forschungsprojekt Orthografieerwerb

FORTE ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Bremen in Kooperation mit der Universität Potsdam.

Zum Projektteam gehören:  

Prof. Dr. Matthis Kepser (Universität Bremen)
Dr. habil. Hans G. Müller (Universität Potsdam)
Dr. Stefan Schallenberger (Universität Bremen)

Zielsetzungen des Forschungsprojektes

Ziel von FORTE ist eine umfassende empirische Untersuchung des Orthografieerwerbs. Zu diesem Zweck werden die Daten der Online-Übungsplattform Orthografietrainer.net, auf welcher Lernende unterschiedlicher Altersstufen Übungen zu nahezu allen Teilbereichen der deutschen Orthografie finden, ausgewertet und mit verschiedenen statistischen Verfahren untersucht (IRT, Kompetenzstufenbildung, Längsschnittuntersuchungen etc.). Im Fokus des Forschungsinteresses stehen insbesondere die folgenden Ziele:

  • Feststellung zentraler Fehlerschwerpunkte im Orthografieerwerb
  • Empirische Modellierung spezifischer Erwerbsverläufe
  • Unterscheidung unterschiedlicher Lernertypen 
  • Analyse grammatischer und außergrammatischer Einflussfaktoren auf den Orthografieerwerb
  • Entwicklung und Evaluation technischer Unterstützungssysteme zum Orthografieerwerb
  • Erprobung der medialen Umsetzung von Lernszenarien

Die Online-Plattform Orthografietrainer.net 

Die Online-Plattform Orthografietrainer.net, auf der mittlerweile über 300.000 NutzerInnen angemeldet sind, wurde und wird von Hans-Georg Müller entwickelt und weiter gepflegt. Studierende der Universität Potsdam können im Rahmen ihrer Modularbeiten zur Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik Übungen entwickeln, didaktisch kommentieren und zur allgemeinen Verwendung freigeben. Auch die Untersuchung orthografischer Spezialthemen im Rahmen von Graduierungsarbeiten ist vorgesehen.

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