30 Jahre Uni Potsdam – 4 Studierende erzählen: Leonie Ball

„Ich kenne meine Kommilitonen digital“
Leonie Ball | Foto: privat
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Leonie Ball

Vier Mensch, vier Jahrzehnte, vier Studienfächer und alle haben etwas gemeinsam: Sie waren oder sind Studierende der Universität Potsdam. Sie schauen auf die Vergangenheit ihrer Universität und wagen einen Blick in die Zukunft. Hier stellen wir die vier Persönlichkeiten – stellvertretend für die Tausenden, die seit ihrer Gründung an der Uni Potsdam studiert haben – mit ihren ganz individuellen Geschichten vor…

Leonie Ball, Lehramtsstudentin an der Universität Potsdam, ist seit dem Wintersemester 2020/21 an der UP. Sie kam mit dem digitalen Semester gut klar, freut sich aber nun darauf, mit Kommilitonen persönlich am Campus in Kontakt zu kommen.

Warum haben Sie sich für die UP entschieden?

Das Lehramtstudium hat einen guten Ruf. Viele Lehrer von mir haben hier auch studiert und deshalb war immer klar, dass es Potsdam sein soll. Zudem ist der Campus echt schön!

Die UP wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Wie macht sich das für Sie bemerkbar?

Erst 30 Jahre? Die Gebäude am Neuen Palais sind dagegen so alt und daher hätte ich mich verschätzt, zumal ich auch keinen Vergleich mit anderen bzw. älteren Unis habe.

Sie haben Ihr Studium inmitten der Pandemie begonnen. Wie erleben Sie den Start?

Auf dem Gymnasium habe ich einige wenige Erfahrungen mit Onlineunterricht über die „Schulcloud“ gesammelt. An der UP läuft es super, ich bin ein Fan von Zoom! In meinen Augen gibt es keine Nachteile zum Präsenzunterricht. Es ist dieselbe PowerPoint Präsentation und der identische Dozent - nur sehen wir uns untereinander nicht. Da die UP aufgrund von komplizierten Bahnverbindungen für mich nicht gut zu erreichen ist, finde ich Zoom wirklich praktisch.

Wie sieht ihr Studienalltag aus – was sind die größten Herausforderungen?

Am Anfang war es wirklich schwer reinzukommen. Auch wenn ich momentan wahrscheinlich weniger Veranstaltungen als andere habe, muss man diese trotzdem vor- und nachbereiten. Das Studium hat viel mit Zeitmanagement zu tun, aber mittlerweile bin ich drin und jetzt stehen die ersten Prüfungen an.

Wie lernen Sie unter diesen besonderen Umständen andere Studierende kennen?

Zu Beginn des Semesters habe ich eine WhatsApp-Gruppe erstellt und in der Zoom- Infoveranstaltung einfach den Link in den Chat gestellt, um Kontakt zu anderen Studierenden zu knüpfen. Auch in der Präsenzveranstaltung konnte ich Anfang des Semesters noch einige Studierende kennenlernen. Wir trafen uns wöchentlich in Lerngruppen und haben anschließend gequatscht – natürlich auch via Zoom. Ich kenne also meine Kommilitonen digital.

Wie meistert aus ihrer Sicht die Hochschule die Pandemie?

Eigentlich war bei mir geplant, eine Klausur vor Ort zu schreiben, doch sie wurde auf ein Online-Format umgestellt, was ich gutheiße. Das Risiko in den öffentlichen Verkehrsmitteln kann ich so minimieren. Überhaupt sind die Abläufe von der UP her sehr gut organisiert, für die Klausur gab es im Vorfeld bereits ein Hygeniekonzept; für die Bibliotheksbesuch gibt’s genaue Nutzungsvorschriften.

Worauf freuen Sie sich im Hinblick auf ein künftiges Studium ohne Corona am meisten?

Einfach die Atmosphäre zu erleben, wenn man in einem großen Hörsaal sitzt mit Kommilitonen. Das hatte ich ja bisher noch nicht. Da bin ich sehr gespannt drauf. Viele Dozierende sagen auch, sie freuen sich darauf, uns im Hörsaal zu sehen. Ich freue mich auf die Pausen am Neuen Palais, dort zu sitzen, zu lernen und zu quatschen. Und auch darauf, in der Mensa essen zu gehen.

Wie stellen Sie sich die UP 2031 vor?

Ich glaube, durch die Coronasituation werden wir lernen, was alles in der Online-Lehre möglich ist, und denke, dass die UP in 2031 einen großen Fortschritt gemacht haben wird. Es wird eine gute Mischung aus Präsenz- und Onlinestudium geben, sodass man bei besonderen Umständen, wie bspw. einem Unwetter, ad hoc auf Online-Lehre umschwenken kann.

Leonie Ball

Alter: 18
Herkunft: Berlin Spandau
Studienfach an der UP: Lehramtstudium Französisch und LER
Studienzeit:Seit 2020
Während des Studiums wohne ich: bei den Eltern in Spandau
Lieblingsort an der UP: Am Neuen Palais
Heutige Tätigkeit: Studentin der UP

 

Das Interview mit Leonie Ball bildet den Abschluss unserer Reihe zu vier Menschen, vier Jahrzehnten und vier Studienfächern.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Vieren für die persönlichen Einblicke und Geschichten!

... zum Artikel mit Benjamin Loy
... zum Artikel mit Kathrin Wosch
... zum Artikel mit Viktoria Kaina

 

Dieser Text erschien im Universitätsmagazin Portal - Eins 2021 „30 Jahre Uni Potsdam“ (PDF).