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Unterwegs in Sansibar – Tag 3: „Plattenbau“ auf Afrikanisch

Potsdamer Wissenschaftler auf Forschungsreise in Ostafrika
Die Plattenbausiedlung Kikwajuni, die Ende der 1960er Jahre von der damaligen DDR gesponsert und in Sansibar errichtet wurde. Foto: Dr. Torsten Lipp.

Die Plattenbausiedlung Kikwajuni, die Ende der 1960er Jahre von der damaligen DDR gesponsert und in Sansibar errichtet wurde. Foto: Dr. Torsten Lipp.

Wir besuchen den zweiten Projektstandort, die Siedlung Kikwajuni, die Ende der 1960er Jahre von der damaligen DDR gesponsert und hier errichtet wurde. Die Begrüßung durch die Sheha – gewissermaßen die Quartiersmanagerin, die hier eine absolute Respektsperson ist – fällt kurz aus, da sie am Vortag die Hochzeit ihrer Tochter gefeiert hat und dementsprechend erschöpft ist. Wir besichtigen die Siedlung gemeinsam mit Fatma, die wir schon von früheren Besuchen kennen und die von Cordine Lippert, unserer „Head of delegation“, herzlich als ihre Freundin begrüßt und umarmt wird.

Im Gegensatz zum botanischen Garten ist hier noch kein wirklicher Fortschritt zu erkennen. Die Gebäude sehen sehr heruntergekommen und grau aus, bunt ist nur die Wäsche, die zum Trocknen auf den Balkonen hängt. Die Bewohner, die hier unterwegs sind, sehen aber zufrieden aus und scherzen mit Fatma auf Kishuaheli. Unsere Botaniker untersuchen auch hier die Vegetation und finden einige ungewöhnliche Pflanzen. John Ndege, der Kustos des botanischen Gartens, erläutert uns die Nutzungsmöglichkeiten vieler Arten als Gemüse, Medizin oder auch einfach zur Dekoration. Zwischen den Gebäuden hat jede Familie die Möglichkeit, eine Fläche nach ihren Wünschen zu gestalten und so sehen wir z.B. Bananenpflanzen, Papayabäume, Zitronengrasstauden oder auch Minze. Dazwischen bewegen sich die Enten und Truthähne, die hier als Haustiere gehalten werden.

In einem weiteren Innenhof gleichen wir die Pläne, die im Rahmen des Projektes erarbeitet wurden, mit der gegenwärtigen Situation ab. Man braucht im Moment noch Fantasie, um sich deren Umsetzung vorzustellen. Es sind aber bereits Bauhütten errichtet und die Maschine zur Herstellung der Pflastersteine wartet auf ihren Einsatz. Wo der Spielplatz entstehen soll, liegt noch eine Menge Abfall, der hoffentlich am Samstag bei der nächsten „Taka Taka-Party“ entfernt wird.

Die Sonne brennt zwar nicht ganz so heiß, trotzdem ist es sehr angenehm, nach dem Besuch von Kikwajuni wieder im klimatisierten Plenarsaal in der Stadtverwaltung zu sitzen und das weitere Vorgehen im Projekt zu besprechen, Akten zu wälzen und sich auszutauschen. Anschließend geht’s in den auch von vielen einheimischen besuchten Imbiss, wo es erfrischenden Tamarinden- und Mangosaft gibt. Der muslimisch gekleidete und dabei sehr lustige Kellner bringt sehr schnell das „Chicken Pilau“ – gewürzter Reis mit Huhn –, das die meisten bestellt haben. Während die Einheimischen mit den Fingern essen, bekommen wir Besteck und lassen es uns schmecken.  

Am Nachmittag besuchen wir erneut den botanischen Garten, wo John Ndege und eine Reihe von Gärtnern uns vor allem die Gärtnerei mit den Jungpflanzen und einige seltene, von ihm gepflanzten Arten zeigen.

 

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier: https://www.uni-potsdam.de/de/umwelt/forschung/ag-landschaftsmanagement/forschungsprojekte/nakopa.html

Text: Dr. Torsten Lipp 
Online gestellt: Matthias Zimmermann
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.de