MiSpEx - National Research Network for Medicine in Spine Exercise

Projekt „Ran Rücken – Aktiv gegen Rückenschmerz“

Im Jahr 2011 wurde das „National Research Network for Medicine in Spine Exercise“ (MiSpEx) gegründet, dem deutschlandweit 13 Universitäten und Kliniken angehören.

Im Rahmen dieses Netzwerks wurde das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Ran Rücken – Aktiv gegen Rückenschmerz“ ins Leben gerufen. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung, Evaluation und der Transfer einer funktionsbezogenen Diagnostik, Prävention und Therapie bei Rückenschmerzen für den Spitzensport und die Gesamtgesellschaft. Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen:

Phase I: In der ersten Phase wurden zwei Hauptstudien (ZSA, MSB) mit ca. 1.700 Probanden und 16 Parallelstudien durchgeführt.

In der Zentralstudie A (ZSA) wurden mit Hilfe von Fragebögen und medizinischen Untersuchungen die Ursachen von unspezifischem unteren Rückschmerz untersucht.

ZSA- Eckdaten:

  • Diagnostikstudie
  • Longitudinal, über 2 Jahren, 7 Messzeitpunkte (2012-2014)
  • Multizentrisch
  • N = 1.048 Studienteilnehmer aus dem Spitzensport und der Allgemeinbevölkerung

Ausgehend von den Ergebnissen der ZSA wurden im Anschluss innovative Trainingsprogramme zur Prävention und Therapie von unspezifischem unteren Rückenschmerz entwickelt und in der Machbarkeitsstudie B (MSB) mit Hilfe von standardisierten Fragebögen und medizinischen Untersuchungen auf ihre Effektivität hin überprüft.

MSB – Eckdaten:

  • Interventionsstudie
  • Longitudinal (6 Monaten, 5 Messzeitpunkte)
  • Multizentrisch
  • 3-armige randomisierte kontrollierte Einzelblindstudie
  • Interventionsgruppe 1: Sensomotorisches Training
  • Interventionsgruppe 2: Sensomotorisches Training + Verhaltenstraining (Ablenkung, Psychoedukation, Body-Scan)
  • Kontrollgruppe
  • N = 660 Studienteilnehmer aus dem Spitzensport und der Allgemeinbevölkerung

Parallel dazu bearbeiteten die MiSpEx-Projektpartner in dieser Projektphase eigene Fragestellungen. Die Ergebnisse dieser Parallelstudien flossen in die Hauptstudien ein und wurden zur fortlaufenden Ökonomisierung und Optimierung der Testbatterien und Trainingsinterventionen genutzt.

Phase II:In der zweiten Projektphase wurde die multizentrische Interventionsstudie B (MCSB) zur Überprüfung der Effizienz der in Phase I entwickelten Diagnostika und Therapiemaßnahmen durchgeführt.

MCSB – Eckdaten:

  • Interventionsstudie
  • Longitudinal ( 1 Jahr, 5 Messzeitpunkte)
  • Multizentrisch
  • 2-armige randomisierte kontrollierte Einzelblindstudie
  • Interventionsgruppe: Sensomotorisches Training
  • Kontrollgruppe
  • N = 1.554 Studienteilnehmer aus dem Spitzensport und der Allgemeinbevölkerung

Darüber hinaus wurden in dieser Projektphase 13 weitere Parallelstudien durchgeführt, in denen multimodale Therapie- und Präventionskonzepte sowie deren Dosis-Wirkungs-Beziehung untersucht wurden.


Neben den Hauptstudien war die Professur für Medizinische Soziologie und Psychobiologie an fünf Parallelstudien beteiligt:

  • PSA3: Psychoneuroendokrinologische Mechanismen und deren Erfassung / STRESS (BE) FINDEN – Neue Belastungs-Marker in der Schmerzprävention und Gesundheitsvorsorge
  • PSC5: Überprüfung der Nachhaltigkeit der (Trainings-) Interventionen aus MSB
  • PSD10: Dosis-Wirkungs-Beziehung verschiedener Verhaltenstherapie-Module auf die Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung (2 Teilstudien)
  • PSA16: Zentrale Adaptation an Training: Analyse von Interventionseffekten auf kortikale Plastizität und subkortikale Reorganisation.

Ausführlichere Informationen zu den Projektinhalten können unter www.mispex.de und www.ranruecken.de abgerufen werden.

 

Finanzierung: Bundesinstitut für Sportwissenschaft

Projektlaufzeit: 2011-2018