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BüroX – Bürokratie neu gedacht für die Bioökonomie

Projektübersicht

Projektname: BüroX – Bürokratie neu gedacht für die Bioökonomie

Forschungsgegenstand/-ziel: BüroX untersucht erstmals systematisch, wie die Umsetzung zweier besonders umstrittener EU-Regelwerke – der Chemikalienverordnung REACH und der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) – Innovationen für eine zirkuläre Bioökonomie in Deutschland beeinflusst. Ziel ist es, administrative Hürden und Verwaltungspraktiken in besonders betroffenen Bioökonomie-Sektoren (u. a. Chemie, Holz, Textil, Landwirtschaft) zu analysieren und darauf aufbauend praxistaugliche Empfehlungen für Politik, Verwaltung, Unternehmen und Wissenschaft zu entwickeln.

Projektleitung: Prof. Dr. Sabine Kuhlmann (Universität Potsdam) und Prof. Dr. Sina Leipold (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, UFZ)

Projektteam: Dr. Justine Marienfeldt (Universität Potsdam) und Henry Hempel (UFZ)

Laufzeit: 01.08.2026 – 31.07.2029

Förderer: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

Bürokratieabbau gilt vielen als Zauberformel für Transformation – quer durch alle politischen Lager. Dabei wird häufig übersehen, dass Verwaltung auch Schutz und Steuerung sichert. BüroX schließt eine zentrale Forschungslücke und fragt, wie Verwaltung eine zirkuläre Bioökonomie ermöglichen und zugleich Umwelt-, Gesundheits- und Sozialstandards sichern kann. Im Fokus stehen dabei die Umsetzungspraktiken, administrativen Fähigkeiten und Koordinationsmuster zwischen Behörden auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Sektoren.

Das Projekt verfolgt dabei folgende zentrale Forschungsfragen:

  1. Wo genau entstehen bürokratische Hürden für eine zirkuläre Bioökonomie?
  2. Inwiefern fördern oder behindern administrative Routinen, informelle Praktiken und Behörden-Interaktionen die Umsetzung von REACH & EUDR?
  3. Inwieweit beeinflussen politische Narrative und Akteure diese Routinen, informellen Praktiken und Interaktionen, die Bereitschaft zu Veränderungen und die Wahrnehmung der sich daraus ergebenden Chancen und Risiken?
  4. Welche Ansätze für Verwaltungsinnovationen und sektorübergreifende Lernprozesse lassen sich aus den Befunden ableiten?

Methodisch verbindet BüroX eine innovative Kombination aus Narrativanalyse und Verwaltungsforschung mit einem Mixed-Methods-Ansatz: Mittels des Standard-Kosten-Modells werden Bürokratiekosten und Erfüllungsaufwand quantifiziert; ergänzend werden Fokusgruppen-Workshops, leitfadengestützte Interviews mit Vollzugsbehörden auf EU-, Bundes- und Länderebene sowie Dokumentenanalysen durchgeführt. In einem transdisziplinären Prozess entwickelt das Projekt gemeinsam mit Behörden, Unternehmen und NGOs praxistaugliche Empfehlungen (z.B. zu Fast-Track-Verfahren, One-Stop-Permitting und branchenweiten Registrierungsansätzen) und trägt damit zu zentralen Zielen der Nationalen Bioökonomiestrategie, der Kreislaufwirtschaftsstrategie und der SDGs bei.