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Hassrede und Fake News – Die südkoreanische Juristin Jungnyum Lee forscht als Gastprofessorin in Potsdam

Gastprofessorin Jungnyum Lee. Foto: Adda Grauert.

Gastprofessorin Jungnyum Lee. Foto: Adda Grauert.

Jungnyum Lee ist von Anfang Juni bis Ende August 2018 zu Gast am Lehrstuhl von Professor Wolfgang Mitsch, auf dessen Publikationen zum Medienstrafrecht sie in Korea aufmerksam geworden war. Während ihres Aufenthalts in Potsdam, der von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert wird, möchte sich die Juristin aus einer multidisziplinären und rechtsvergleichenden Perspektive heraus den Konzeptionen Hassrede und Fake News nähern und ihre Verbreitung, ihre soziale und juristische Bewertung und ihren internationalen Kontext analysieren. Diese Themen finden in Korea aktuell ebenso viel Beachtung wie in Deutschland und vielen anderen Ländern. 

Lees Forschung berührt nicht nur das Strafrecht, sondern umfasst auch eine kriminologische, medienrechtliche und informationsrechtliche Dimension. „Ich werde verschiedene Aspekte des Konflikts zwischen dem Geltungsbereich von Meinungsfreiheit und Menschenwürde im Internet untersuchen“, so Prof. Dr. Lee. „Besonders interessiert mich das jüngste Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz.“ Der Juristin zufolge habe eine solche rechtsvergleichende Forschung eine gewisse Tradition, da es dogmatische Ähnlichkeiten zwischen dem deutschen und dem koreanischen Strafrecht gebe und die Rechtssysteme regelmäßig vor vergleichbaren Herausforderungen stünden. 


Lee ist Strafrechtsprofessorin an der Universität Soongsil im südkoreanischen Seoul. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen alle strafrechtlichen Aspekte der Kriminalprävention, insbesondere die nationale und internationale Bekämpfung von Hasskriminalität, internationale organisierte Kriminalität, Kriminalität gegen die Menschenwürde und der strafrechtliche und strafprozessuale Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der DNA-Information usw. Zudem befasst sich die Professorin mit der wissenschaftlichen Analyse und Begleitung von Gesetzgebungsvorhaben. So war sie von 2009 bis 2011 zwei Jahre lang als Gesetzgebungsexpertin im wissenschaftlichen Dienst des koreanischen Parlaments tätig sowie als juristische Beraterin beim „National Forensic Service of Korea“. Seit 2017/2018 ist Lee als Wissenschaftlerin in der Publikationsreihe „Marquis Who's Who in the World (World Biographical Dictionary, USA)“ vertreten.

Text: Jana Scholz
Online gestellt: Alina Grünky
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktion@uni-potsdam.nomorespam.de