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Unterwegs in den Anden – 3. März 2017: Auf den Spuren Darwins zum Dach Amerikas

Reisetagebuch: Doktoranden auf Exkursion in Westargentinien

Gruppenbild der “Strategy” Fieldschool. Foto: Leonardo Escalante.

Heute begeben wir uns auf die Spuren von Charles Darwin – 170 Jahre nachdem er, während seiner berühmten Beagle Expedition um die Welt, von Chile aus die Anden  überquerte. Wir lassen die Precordillera, den östlichen Ausläufer der Anden hinter uns.

Unser erster Halt ist das Uspallata-Tal, das die Grenze zwischen Precordillera und Frontal Cordillera markiert. Das Becken spiegelt die einzelnen Stufen der Hebung der Anden wider. Wir beobachten die verschiedene Zusammensetzung der Ablagerungen und deren faszinierendes Farbspiel im Licht und Schatten.

Die Landschaft ist hier durch vulkanische Gänge und Störungssysteme charakterisiert. Letztere sind für die Einengung und Hebung der Anden in dieser Region verantwortlich.

Wir erreichen die berühmte Inka-Brücke – ein natürliches Phänomen, geformt von Karbonatausfällungen und heißen Quellen. Vor 11.000 Jahren nutzten die Inkas die Brücke, um den Fluss Mendoza zu überqueren. Noch heute spielen die Inkas eine wichtige Rolle in der argentinischen Kultur. Ihre Bauten werden für den Tourismus geschützt.

Nach dem Mittagessen haben wir wieder genug Energie, um das Dach Amerikas – den Aconcagua (6959 m ü.NN.), die höchste Erhebung außerhalb des Himalajas – zu entdecken. Während einer Wanderung in dieser glazial geprägten Umgebung sehen wir das typische U-Tal, das durch Gletscher geformt wurde und während des letzten glazialen Maximums vor 22.000 Jahren entstanden ist. In der Nähe beobachten wir große Hangrutschungen, die den Mendoza in der Vergangenheit aufstauten und Seen bildeten. Außerdem sind Blockgletscher, die durch grobes Material und Eis zusammengehalten werden, eine wichtige Sediment- und Nährstoffquelle für den Fluss.

Ein beeindruckender Tag geht zu Ende. Bei einem typischen Asado und Wein rekapitulieren wir unsere Erfahrungen mit unseren argentinischen Partnern und neuen Freunden. Aufgefallen ist, dass Darwin mit seinen frühen Forschungen die Wirklichkeit bereits relativ präzise aufzeichnen konnte. 

Hintergrundinformationen zur Reise der Potsdamer Geowissenschaftler gibt es hier. 

Text: Elisabeth Schönfeldt, Sebastian Zapata Henao, Joan Pascual Montanés, Ayelén Lapiana, Julia Pommerencke
Online gestellt von: Daniela Großmann
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde 

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