Mit „StRATEGy“ El Niño auf der Spur – 9. März, Cafayate/Cachi: Skurile Landschaften und Peperoni

Reisetagebuch: Doktoranden auf Exkursion in Nordwestargentinien

Mit der aufgehenden Sonne machen wir uns von Cafayate auf den Weg in den Norden in das „Angastaco“-Becken. Während der Schwerpunkt am gestrigen Nachmittag noch auf der stratigrafischen Entwicklung des andinen Vorlandbeckens lag, beschäftigen wir uns heute erneut mit den intermontanen Becken. Bevor es mit einem weiteren langen Tag im Gelände losgehen kann, müssen sich alle 30 Teilnehmer ihre Verpflegung für den Tag besorgen. Mit ein bisschen Disziplin haben wir dies in 30 Minuten erledigt und können pünktlich starten. Auf dem Weg halten wir wie üblich an verschiedenen Aufschlüssen an, um uns Einblicke in die tektonische Entwicklung des „Angastaco“-Beckens zu verschaffen. Der erste Halt gibt einen generellen Überblick über die unterschiedlichen Sedimentverfüllungen des Beckens. Nur einige Fußminuten entfernt untersuchen wir die obersten konglomeratischen Sedimentpakete. Interessanterweise sind diese von Seesedimenten überlagert. Wir diskutieren angeregt über den Ursprung dieser deformierten Lagen. Am Ende beschreiben wir die Deformationsform metaphorisch als Bewegung von „Dulce de Leche“ (einer typisch argentinischen Milchcreme) zwischen zwei Toastscheiben. Auf unserem Weg durch das „Calchaqui“-Tal beobachten wir weitere Sedimentformationen innerhalb des Beckens, die skurrile und unwirkliche Landschaftsform bilden. Zufällig entdecken wir, wie zahllose rote Peperonischoten auf dem heißen Boden getrocknet werden.
Die angeregteste Diskussion des Tages konzentriert sich auf den Zusammenhang zwischen der Ablagerung von unterschiedlichen Sedimenten, deren Erosion und den begleitenden tektonischen Prozessen im „Angastaco“-Becken. Am späten Nachmittag besuchen wir die älteste Kirche in Nordwestargentinien. Hier haben wir Zeit für Kaffee und Kultur. Den Abend beschließen wir gemeinsam mit unseren Fahrern mit einem landestypischen Asado (Grillfest) in einem geschichtsträchtigen Haus in Cachi, in dem Victorino de la Plaza (1840–1916), einer der früheren argentinischen Präsidenten als Waisenkind aufgewachsen war.

Hintergrundinformationen zur Reise der Potsdamer Geowissenschaftler gibt es hier.

Text: Ahmad Arnous, Leonardo Exequiel Escalante, Melanie Lorenz
Online gestellt: Matthias Zimmermann
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde

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