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„Deutsch ist vielseitig“ – Materialien zu Dialekten, Mehrsprachigkeit und der Frage nach dem „richtigen Deutsch“

Die von Projekt T1 entwickelten Materialien wurden in Zusammenarbeit mit zwei Partnerschulen und einer Kindertagesstätte in der Praxis erprobt, weiterentwickelt und in Anwendungen in Berlin und Brandenburg evaluiert. Foto: Karla Fritze

Die von Projekt T1 entwickelten Materialien wurden in Zusammenarbeit mit zwei Partnerschulen und einer Kindertagesstätte in der Praxis erprobt, weiterentwickelt und in Anwendungen in Berlin und Brandenburg evaluiert. Foto: Karla Fritze

Unter dem Titel „Deutsch ist vielseitig“ haben Sprachwissenschaftlerinnen der Universität Potsdam multimediale Materialien für den Einsatz in Fortbildungen und Unterricht in Kita und Schule entwickelt.

Warum heißt es dialektal „meiner Mutter ihr Hut“, aber nicht „meiner Mutter sein Hut“? Warum kann man zu einem Kellner nicht sagen „Mach hinne!“, zu einem Freund aber schon? Diese und viele weitere Fragen rund um das Thema sprachliche Vielfalt werden in den Materialien des T1-Projektes „Deutsch ist vielseitig“ behandelt. Der Name ist Programm, denn „das Deutsche“ umfasst nicht nur Standarddeutsch, sondern viele weitere Dialekte, Stile, Register und auch neue urbane Jugendsprachen wie Kiezdeutsch. Für den Bildungsbereich ergeben sich hieraus vielfältige Herausforderungen und Chancen, die in den Materialien aufgegriffen werden. „Um Kinder und Jugendliche sinnvoll sprachlich zu fördern, ist es wichtig, die sprachlichen Kompetenzen, die sie haben, auch außerhalb der formellen Standardsprache zu sehen, und sich den Blick nicht durch Vorurteile verstellen zu lassen. Die Fortbildungseinheiten unterstützen dies und geben Lehrerenden auch gleich Materialien zur Umsetzung im Unterricht an die Hand“, sagt Heike Wiese, die Leiterin des Projektes.

Von PowerPoint-Präsentationen, Arbeits- und Merkblättern über Hörbeispiele und Kurzfilme bis zu einem praktischen Handbuch, das alle notwendigen Informationen zur Anwendung liefert – die multimedialen Materialien können direkt in Aus-/Fortbildungen und Unterricht eingesetzt werden. Interessierte können auf dieses Komplettpaket kostenlos zugreifen: Unter www.deutsch-ist-vielseitig.de stehen die Materialien nach einer Registrierung zum Download bereit. Seit seinem Launch im Frühjahr dieses Jahres wird das Portal rege genutzt, nicht nur in Deutschland, sondern auch international, unter anderem für den Unterricht von Deutsch als Fremdsprache. Fortbilder/innen für Kita und Schule, Erzieher/innen und Lehrer/innen wie auch Wissenschaftler/innen verwenden die Materialien, indem sie sich nach dem Baukastenprinzip aus drei inhaltlichen Modulen und zu verschiedenen Arbeitsphasen die passenden Bausteine auswählen und so individuell ihre Veranstaltungen oder Projekte gestalten.

 

Das Projekt

Das Projekt T1 „Aus- und Fortbildungsmodule zur Sprachvariation im urbanen Raum: Dialekte, Mehrsprachigkeit und die Frage nach dem ‚richtigen Deutsch‘“ ist ein Teilprojekt des inzwischen abgeschlossenen Sonderforschungsbereichs 632 „Informationsstruktur“ der Universität Potsdam, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin. Ziel des Projektes war der Transfer von Forschungsergebnissen in den Bildungsbereich. Die von T1 entwickelten Materialien wurden in Zusammenarbeit mit zwei Partnerschulen und einer Kindertagesstätte in der Praxis erprobt, weiterentwickelt und in Anwendungen in Berlin und Brandenburg evaluiert. Kooperationspartner waren die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin und die Werkstatt Integration durch Bildung Friedrichshain/Kreuzberg.

Webseite „Deutsch ist vielseitig“ mit Materialien.

 

Die Wissenschaftlerinnen

Prof. Dr. Heike Wiese ist Sprecherin des Zentrums „Sprache, Variation und Migration“, Beiratsmitglied des universitären Forschungsschwerpunktes „Kognitionswissenschaften“ und war stellvertretende Sprecherin des Sonderforschungsbereiches „Informationsstruktur“ der Universität Potsdam, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Gegenwartsdeutschen, unter anderem mit Projekten zu grammatischen und soziolinguistischen Fragestellungen zu Kiezdeutsch.

Katharina Mayr ist Doktorandin im Projekt „Deutsch ist vielseitig“. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der Mehrsprachigkeit im Bildungsbereich, mit einem Schwerpunkt auf Einstellungen von Kindern in Kindergarten und Grundschule. Sie arbeitet zurzeit an ihrer Doktorarbeit mit dem Titel „‚Ich spreche bir, iki, üç!‘ – eine Wirksamkeitsstudie zur Wertschätzung von Mehrsprachigkeit und sprachlicher Diversität“.

Kontakt

Universität Potsdam
Institut für Germanistik
Deutsche Sprache der Gegenwart
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
E-Mail: heike.wieseuni-potsdamde, katharina.mayruni-potsdamde

Text: Prof. Dr. Heike Wiese
Online gestellt: Agnes Bressa
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde