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März: "Stereotyp"

 

Stereotypisierungen gehören zu den kognitiven Konzepten, mit denen wir unsere alltäglichen Wahrnehmungen schnell und meist unbewusst ordnen und etikettieren, um sie unterscheiden zu können. Dazu werden einige wenige auffallende Merkmale herausgegriffen und verallgemeinert. Mit ihnen wird ein Mensch, Tier oder eine soziale Situation mit einem ‚Stempel‘ versehen und kann so in eine ‚Schublade‘ einsortiert werden. Die Individualität eines Menschen oder die Besonderheit einer Situation kann daher nicht mehr wahrgenommen werden. Die Stereotypisierung der Anderen orientiert sich dabei immer an der Selbstwahrnehmung der stereotypisierenden Gruppe; d.h. den Anderen (Out-Group) werden Merkmale und Eigenschaften in der negativen Verkehrung der eigenen Merkmale und Eigenschaften (In-Group) zugeschrieben. Damit leiten Stereotypen immer eine Ab- bzw. Ausgrenzung ein. Als Klischees müssen Stereotypisierungen nicht nur negativ sein, sie können bestimmte Eigenschaften eines Menschen oder einer Berufsgruppe auch positiv oder humorvoll hervorheben. In gesteigerter Form behindern sie als kollektiv erlernte Vorurteile eine unvoreingenommene Wahrnehmung anderer Menschen. Verbinden wir Stereotype zusätzlich mit starken Abwertungen, Ängsten oder Hass, dann werden sie als Feindbilder zu gefährlichen Waffen, mit denen unliebsame Menschen oder Bevölkerungsgruppen stigmatisiert werden. Die Folgen sind Ausgrenzung, Verfolgung oder sogar Vernichtung der Stigmatisierten.

Die jahrhundertelange Geschichte der Stereotype und Feindbilder zeigt, wie sie entstanden sind, wie sie tradiert werden, dass und wie sie bis heute wirken oder auch gezielt eingesetzt werden und welche verheerenden Folgen sie nach wie vor für Betroffene mit sich bringen. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, das jeder von uns in seiner Wahrnehmung von Stereotypen geprägt ist, ebenso wie jeder von uns selbst Gegenstand einer Stereotypisierung oder Opfer eines Vorurteils sein kann.

Prof. Dr. Eva Kimminich

Mehr? … Dann besuchen Sie unsere Ausstellung: „Stereotypen, Klischees, Feindbilder & Co.“ in der Wissenschaftsetage, 4. Obergeschoss im Bildungsforum, vom 6. bis 27. März 2019. Die Eröffnung findet am 6. März um 19.00 mit einer interaktiven Führung durch die Studierenden statt.

Mehr? … Dann lesen Sie die Hausarbeit von Lana Kvitelashvili zu nationalen Stereotypen am Beispiel der abwertenden Zuschreibung „Du deutsche Kartoffel“.