Vordenker – Deutschlandweit erster Legal Tech-Smart Room gestartet

Auf dem Bild sind die Studierende zu sehen, die während des digitalen Auftaktworkshops gemeinsam mit den Experten von ADVANT Beiten direkt ins Thema des Smart Rooms einsteigen. Das Foto ist von Marianna Bähnisch.
Foto : Marianna Bähnisch
Studierende der Rechtswissenschaften und der Informatik nehmen im Smart Room die digitale Transformation in den Blick.

Wie sieht die Digitalisierung im juristischen Feld aus? Welche neuen Hilfsmittel können die juristische Arbeit unterstützen und dauerhaft erleichtern? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich der Smart Room „Legal Tech“ der Universität Potsdam, der am 3. Dezember seine Arbeit aufgenommen hat. In diesem speziellen Format des Universitätsstipendienprogramms ergründen zehn Jura- und Informatikstudierende gemeinsam das Transformationspotenzial von Technologien auf das juristische Handwerk. Gefördert und fachlich begleitet wird der Smart Room, dessen Teilnehmenden ein Universitätsstipendium erhalten, von der Kanzlei ADVANT Beiten.

„Technikaffinität gehört nicht unbedingt zu den Kernkompetenzen von Juristen“, sagt Oliver Schwarz von der Kanzlei ADVANT Beiten, „und wird auch im Anwaltsberuf (noch) nicht vorausgesetzt.“ Aktuell herrsche jedoch große Einigkeit darüber, dass Legal Tech – also die Digitalisierung der speziellen Herausforderungen der Rechtswelt – die Art und Weise revolutioniert, wie Recht aufbereitet, zugänglich gemacht und praktiziert wird.

In einem digitalen Auftaktworkshop stiegen Studierende gemeinsam mit den Experten von ADVANT Beiten direkt ins Thema des Smart Rooms ein. Jeweils fünf Studierende und zwei Vertreter der Kanzlei besprachen in zwei Breakout-Sessions Ideen für den Einsatz von Legal Tech für ein Problem der Rechtswelt. „Nachdem ich als Informatikerin noch ganz ohne Ideen in den Smart Room reingekommen bin, bin ich begeistert von der Idee, die wir gemeinsam entwickelt haben, um die tägliche Arbeit der Juristinnen und Juristen zu vereinfachen, und freue mich auf die Umsetzung“, sagt Grit Fessel. Ihre Gruppe brainstormt, wie Fälle mit Auslandsberührung durch den Einsatz von Legal Tech vereinfacht werden können. Die Gruppe möchte ein Tech-Tool ausarbeiten, das aufschlüsseln soll, das Recht welchen Landes anzuwenden ist und welcher internationale Experte in einer Kanzlei / in einem Kanzleiverbund sich mit genau diesem Recht auskennt. Der zweite Breakout-Room feilte an einer Idee für eine Plattform für den Vertrieb von digitalen Rechtsdienstleistungen und -produkten. „Ich finde es toll, wie viele verschiedene Interessen und Kompetenzen im Legal Tech Smart Room versammelt sind. Meine Erwartungen sind übertroffen worden,“ sagt der Leiter IT und Digitalisierung von ADVANT Beiten, Stefan Eckert. Im Laufe des kommenden Jahres wird es im Smart Room drei weitere Workshops geben, bei denen eine dieser Legal Tech-Ideen weiterentwickelt werden soll.

Im Rahmen des Potsdamer Universitätsstipendienprogramms werden zehn Studierende der Fachrichtungen Jura, Informatik und Digital Engineering der Universität Potsdam ein Jahr lang nicht nur finanziell gefördert, sondern erhalten im Smart Room Legal Tech ein von Experten ausgestaltetes und betreutes Rahmenprogramm, innerhalb dessen sie sich mit der Thematik der digital unterstützten Rechtsanwendung praktisch auseinandersetzen und beispielhafte Legal Tech-Lösungen erarbeiten können.  

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