Mit großer Eigeninitiative, aber nicht allein – Open-Access-Zeitschriften herausgeben

Neues aus dem Universitätsverlag Potsdam zur Open Access Week 2020
Der Schritt vom Autor zum Herausgeber ist kleiner, als manch einer denken mag. | Foto: Universitätsverlag
Quelle: Universitätsverlag
Der Schritt vom Autor zum Herausgeber ist kleiner, als manch einer denken mag.

Gerade in der gegenwärtigen Zeit des Studierens mit elektronischen Medien am heimischen Schreibtisch wird der Wert des offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen überdeutlich. Probleme mit der VPN-Verbindung? Ausgerechnet die Online-Ausgabe der gesuchten Zeitschrift hat die Universitätsbibliothek nicht abonniert? Der gewünschte Artikel kann nicht gefunden werden? Open-Access-Veröffentlichungen der großen Wissenschaftsverlage lösen solche Probleme schon heute.

Immer mehr Forschende gehen noch einen Schritt weiter und selbst unter die Verleger: Sie gründen Open-Access-Zeitschriften und geben diese heraus – auch ohne die Unterstützung von kommerziellen Verlagen.

Das bietet den Vorteil, die inhaltliche Ausrichtung der Zeitschrift ohne Auseinandersetzungen mit kommerziellen Verlagen festlegen und die Art der Finanzierung selbst wählen zu können. Herausgeber von Open-Access-Zeitschriften sind in der Position selbst zu entscheiden, ob sie ihre Zeitschrift über eine Autorengebühr (APC) oder durch Unterstützung von wissenschaftlichen Institutionen oder Gesellschaften finanzieren wollen.

Im Gegensatz zu diesen einmaligen Entscheidungen stellt die Betreuung einer Online-Zeitschrift eine wesentlich umfassendere und vor allem dauerhafte Aufgabe dar: Das Produktionssystem verwalten, den Begutachtungsprozess organisieren und dokumentieren sowie schließlich die einzelnen Artikel in verschiedenen elektronischen Formaten zu publizieren – das macht sich nicht nebenher.

Die gute Nachricht: Mit diesen Aufgaben sind Herausgeberinnen und Herausgeber heutzutage nicht mehr allein gelassen, denn mit sogenannten Zeitschriftenverwaltungsprogrammen steht eine technische Lösung zur Verfügung. Die bekannteste und verbreitetste Open-Source-Software ist das Open-Journal-System (OJS) des Public-Knowledge-Projects (PKP). Weltweit werden schon mehr als 10.000 Zeitschriften mit OJS verwaltet und veröffentlicht. In Deutschland haben sich einige lokale Zentren für die Betreuung und das Hosting von OJS herausgebildet, die auch aktiv an der Weiterentwicklung der Software beteiligt sind, wie etwa das CeDiS der FU Berlin. Aktuelle und grundlegende Informationen rund um OJS im deutschsprachigen Raum sind auf der Webseite OJS-de.net zu finden.

Das OJS ermöglicht und erleichtert nicht nur den gesamten Prozess von der Einreichung über den Begutachtungsprozess bis zur elektronischen Veröffentlichung der einzelnen Artikel, sondern dokumentiert auch alle Schritte. An der UP werden Forschende mit den technischen Herausforderungen, die OJS auch mit sich bringt, nicht allein gelassen. Der Universitätsverlag bietet bei der Herausgabe und auch bei Neugründungen von Open-Access-Zeitschriften Hilfe beim Hosting und verlegerische Unterstützung an. Diese deckt ein breites Spektrum ab: die Herstellung von professionellem Satz und Layout, die Begleitung bei der Entwicklung von neuen Arbeitsabläufen, die Pflege der Meta-Daten, das Bereitstellen von persistenten Identifiern (DOI) und ein Lektorat der Beiträge.

Die Herausgeber der Zeitschrift thersites hat der Universitätsverlag unlängst bei der Entwicklung und Umsetzung eines neuen Layouts und bei der Etablierung neuer Arbeitsabläufe im Produktionsprozess tatkräftig unterstützt. Gegenwärtig betreut der Universitätsverlag die Neugründung der Zeitschrift Human Biology and Public Health. Interesse können Sie sich gern an den Universitätsverlag Potsdam wenden.

Jan Hagedoorn, Universitätsbibliothek
Kontakt: verlaguni-potsdamde

Weitere Informationen:

https://pkp.sfu.ca/ojs/
https://ojs-de.net/start